Aus aktuellem Anlass…

Donnerstag, 02. Juli 2009 14:30

… eröffne ich die neue Kategorie der “unveröffentlichten Leserbiefe” an die “Junge Welt”, in denen ich die Exzesse der vulgärantiimperialistischen Linie eines Teils dieser Redaktion kritisierte.

Hier mein jüngster, nicht veröffentlichter Einspruch zu der beschämenden Iran-”Berichterstattung” der “Jungen Welt”.

“In den Zusammenhängen, in denen ich meine Politisierung erfuhr, hatte ich auch Gelegenheit, mit iranischen Genossen zusammenzuarbeiten. Diese schilderten uns in aller Ausführlichkeit die bestialische Grausamkeit, mittels derer das derzeitige iranische Regime die traditionsreiche iranische Linke zerschlug. Ich frage mich allen ernstes, was nun in einer linken Tageszeitung wie der Junge Welt all die Apologien dieses klerikalfaschistischen Regimes verloren haben.”

Hier einige Beispiele der JW-Apologetik des iranischen Regimes:

http://www.jungewelt.de/2009/06-26/001.php

http://www.jungewelt.de/2009/07-01/031.php

http://www.jungewelt.de/2009/06-20/003.php

http://www.jungewelt.de/2009/06-16/048.php

Siehe auch meinen weiteren “unveröffentlichten Leserbierf”:

“Bedenklich und gefährlich”

Tödliche Geschäfte

Dienstag, 30. Juni 2009 19:34

“Junge Welt”, 01.07.2009
Das rasante Wachstum der Rüstungsindustrie mildert den Absturz der russischen Wirtschaft

Es gibt eine Branche in Rußland, die sich als überaus krisenfest erweist. Die mit der Militärindustrie des Landes in Zusammenhang stehenden Wirtschaftsbereiche haben laut Vizepremier Sergej Iwanow im ersten Quartal 2009 gegenüber dem Vorjahreszeitraum ihre Produktion um 2,5 Prozent steigen können. »Es gibt hier nicht mal einen Hauch von Krise oder makroökonomischen Problemen«, so Iwanow auf einer Pressekonferenz am 2. Juni. Auch Alexander Fomin, Vizedirektor der Föderalen Agentur für Militärkooperation, betonte die gute internationale Auftragslage russischer Rüstungsschmieden, deren Produktionskapazitäten nahezu ausgereizt seien: »Die Industrie kann sich nicht endlos dehnen, wie eine Gummitasche. Wie in anderen Ländern, so hat auch unsere Rüstungsindustrie ihre Grenzen.« Das Abarbeiten der bereits erhaltenen Aufträge würde Fomin zufolge den Militärisch-Industriellen-Komplex Rußlands für die kommenden Jahre voll auslasten.
| Ganzen Beitrag lesen …

Verbündete Gegner

Sonntag, 28. Juni 2009 20:00

“Junge Welt”, 29.06.2009
Rußland und China kooperieren immer enger. Neben gemeinsamen strategischen Interessen gibt es weiter Konkurrenz zwischen beiden Großmächten

Rußlands Präsident Dmitri Medwedew und der chinesische Staatschef Hu Jintao scheinen sich wirklich sehr zu mögen. Dreimal kamen beide Spitzenpolitiker dieser um eine strategische Allianz bemühten Großmächte allein im Juni zusammen. Im Anschluß an den Doppelgipfel von Jekaterinburg vom 15. bis 16. Juni, bei dem neben einer Tagung der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) das erste Treffen der BRIC-Staaten (Brasilien, Rußland, Indien und China) stattfand, machte Hu seinem Amtskollegen während einer bis zum 18. Juni dauernden Moskau-Visite die Aufwartung.
| Ganzen Beitrag lesen …

Dollars für Manas

Samstag, 27. Juni 2009 08:13

“Junge Welt”, 25.06.2009
Washington kann Schließung seines Militärstützpunktes in Kirgisien abwenden. Neue Transitbestimmungen und neues Statut für die Basis vereinbart

Den Vereinigten Staaten ist es offensichtlich gelungen, die drohende Schließung ihres letzten in Zentralasien verbliebenen Militärstützpunktes abzuwenden – allerdings nur unter gravierenden Einschränkungen. Die unweit der kirgisischen Hauptstadt Bischkek gelegene Luftwaffenbasis Manas spielt eine zentrale Rolle bei der Versorgung der westlichen Besatzungstruppen in Afghanistan. An die 500 Tonnen Versorgungsgüter und 15 000 Mann wurden allmonatlich durch Manas nach Afghanistan befördert. Wie wichtig dieser Stützpunkt den USA ist, wird allein aus der Tatsache ersichtlich, daß Washington 2006 einer Erhöhung der Pachtgebühren von zwei Millionen US-Dollar auf insgesamt 167 Millionen US-Dollar zugestimmt hatte.
| Ganzen Beitrag lesen …

Zurück auf Start

Freitag, 26. Juni 2009 08:38

24.06.2009
Jede Menge Unbekannte im Pipeline-Monopoly zwischen Zentralasien und Europa

Die Realisierung der europäischen Nabucco-Gaspipeline bleibt ungewiß. Nachdem vergangenen Winter energiepolitische Auseinandersetzungen zwischen der Ukraine und Rußland zur mehrwöchigen Lieferausfällen in Teilen Mittel­osteuropas führten, erhielten in Brüssel die Bestrebungen zur Diversifizierung der Gasversorgung neuen Auftrieb. Verstärkte diplomatische Bemühungen und verbindliche Finanzierungszusagen von 250 Millionen Euro sollten den Baubeginn dieser Leitung, die Erdgas über Aserbaidschan, Georgien und die Türkei nach Europa befördern soll, schon 2010 ermöglichen.
| Ganzen Beitrag lesen …

Angriff auf die Medien

Donnerstag, 25. Juni 2009 19:35

“Junge Welt”, 26.06.2009
Regierungspartei putscht gegen öffentlich-rechtliches Fernsehen in Polen

Noch am Mittwoch sah es so aus, als ob die von der rechtsliberalen Regierungskoalition Polens forcierte Reform der öffentlichen Medien unter Dach und Fach wäre. Um ein angedrohtes Veto des Präsidenten Lech Kaczynski zu überstimmen, einigte sich die Regierung unter Premier Donald Tusk (Bürgerplattform PO) mit der oppositionellen sozialdemokratischen Vereinigung der Demokratischen Linken (SLD) auf einen Kompromiß. Dieser sah – neben einer Neustrukturierung der Aufsichtsräte – die Abschaffung der Fernsehgebühren und eine direkte Finanzierung des polnischen Fernsehens TVP aus dem Staatshaushalt vor. Tusks neoliberale PO mußte aber sowohl ihren Koalitionspartnern von der gemäßigten Bauernpartei PSL wie auch der SLD Zugeständnisse in Form einer Mindestfinanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien machen.
| Ganzen Beitrag lesen …

Minsk im Würgegriff

Mittwoch, 24. Juni 2009 21:01

“Junge Welt”, 25.06.2009

EU und Moskau umwerben und bedrohen Belarus gleichermaßen. Am Ende könnte es die wirtschaftliche Situation sein, die das Land zur Aufgabe zwingt

Vor wenigen Tagen endete das jüngste Kapitel in der an Höhepunkten nicht gerade armen Geschichte russisch-belarussischer Konflikte. Am 18. Juni hob der Kreml ein Importverbot für nahezu 1300 Milchprodukte aus dem westlichen Nachbarland auf, das wenige Tage zuvor verhängt worden war. Dieses Embargo traf die belarussische Lebensmittelindustrie hart, da Rußland ihr wichtigster Exportmarkt ist. Minsk reagierte darauf mit verschärften Zollkontrollen an seinen Grenzen zu Rußland. Zudem sagte Präsident Alexander Lukaschenko in letzter Minute seine Teilnahme an einem verteidigungspolitischen Gipfeltreffen von GUS-Staaten in Moskau ab, bei dem die Formierung einer östlichen »Gegen-NATO« besprochen werden sollte.
| Ganzen Beitrag lesen …

»Ästhetische Hakenkreuze«

Mittwoch, 24. Juni 2009 16:35

“Junge Welt”, 22.06.2009
USA: Wachsende Besorgnis über das Anwachsen faschistischer Strukturen vor allem in den Streitkräften

Progressive US-Medien schlagen Alarm. Die Militanz und Gewaltbereitschaft rechtsradikaler Gruppen in den Vereinigten Staaten nehme zu, es drohe die Herausbildung terroristischer Strukturen, so der Tenor vieler Berichte. Als besonders besorgniserregend gilt vor allem die wachsende Präsenz von Nazis in den Streitkräften.
| Ganzen Beitrag lesen …

Neue Härte gegen rechts

Dienstag, 23. Juni 2009 19:17

“Junge Welt”,
In Moskau wurden sechs Skinheads wegen Mordes an Migranten zu hohen Haftstrafen verurteilt. Zuvor konnten Neonazis in Rußland lange mit milden Urteilen rechnen

Nach Dekaden der Untätigkeit, Verharmlosung und Vertuschung scheinen Rußlands Strafverfolger nun doch verstärkt gegen neofaschistische Kräfte vorzugehen. Symptomatisch hierfür ist ein am vergangenen Donnerstag gegen sechs Moskauer Skinheads gefälltes Urteil. Die Männer hatten im Juni 2007 einen aus der Kaukasusrepublik Dagestan stammenden Mann getötet und einen weiteren schwer verletzt. Sie bekamen Haftstrafen von siebeneinhalb bis 19 Jahren. Verschärfend wirkte laut Gericht, daß sie »sich als Vertreter der russischen Nationalität höherwertig« glaubten.
| Ganzen Beitrag lesen …

Zurück zum Atom?

Dienstag, 23. Juni 2009 11:36

“Telepolis”, 23.06.2009

Die Atomwirtschaft feierte ihre globale Renaissance, doch könnte dieser kostspielige und gefährliche Boom sehr bald an einem “Peak Uran” scheitern

Zentralasien scheint vor einer neuen Rohstoffbonanza zu stehen. Diesmal ist es das Uran, der Energieträger der globalen Atomwirtschaft, auf dem die Hoffnungen insbesondere der kasachischen Staatsspitze ruhen. Nach dem Willen des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew [extern] soll das zentralasiatische Land bis 2010 zum größten Uranförderer der Welt aufsteigen und somit die bislang auf diesem Gebiet führenden Länder Kanada und Australien auf die Plätze verweisen. Nach einer Förderung von 8.500 Tonnen in 2008 sollen in diesem Jahr 11.900 Tonnen des radioaktiven Metalls abgebaut werden. Doch der kasachische Atomkonzern Kazatomprom will mittelfristig die jährliche Fördermenge auf bis zu 30.000 Tonnen Uran in 2018 steigern. Neben Kasachstan, das über die weltweit zweitgrößten bekannten Uranvorkommen verfügt, haben auch Usbekistan, Kirgistan und Tadschikistan beträchtliche Reserven dieses begehrten und höchst umstrittenen Energieträgers vorzuweisen.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30555/1.html