Archiv für die Kategorie 'Weltwirtschaftskrise'

War es ein guter Neujahrsvorsatz?

Sonntag, 16. Januar 2022

Jungle World, 13.01.2022

Die Abwertung der Lira macht der Türkei zu schaffen. Die Regierung hält mit verzweifelten »Rettungspaketen« dagegen.

Anfang Januar versuchte es die türkische Statistikbehörde, der umfassende Manipulationen vorgeworfen werden, mit etwas Ehrlichkeit: Auf rund 36 Prozent bezifferte das Amt die Inflation in der Türkei im Dezember 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat, während im November 2021 noch 21 Prozent gemessen worden waren. Als Grund wurde der rasche Anstieg der Erzeugerpreise genannt, der teilweise an den Einzelhandel weitergegeben wird. Sie haben sich im vergangenen Monat um knapp 80 Prozent erhöht, was wiederum am Kurssturz der türkischen Lira liegt. Die türkische Industrie ist auf den Import von Rohstoffen, Energieträgern und Vorprodukten angewiesen, so dass der Währungsverfall der vergangenen Monate zwangsläufig zum Preisauftrieb in der Türkei beiträgt.

Link: https://jungle.world/artikel/2022/02/war-es-ein-guter-neujahrsvorsatz

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Back to stagflation?

Donnerstag, 30. Dezember 2021

znet, 29.12.2021

The end of the financialization of capitalism looks confusingly similar to the beginning.

In recent weeks, a great retro fever has broken out in the business press. In the face of rapidly rising inflation and a mixed economic outlook, memories of the stagflation period in the 1970s are increasingly being evoked,1 when anemic economic growth, frequent recessions, rapidly swelling mass unemployment and sometimes double-digit inflation marked the end of the phase of postwar prosperity in the centers of the world system. The concept of stagflation – a nested word formed from the words stagnation and inflation – was popularized precisely during this period of crisis, which in a sense paved the way for neoliberalism.

Link: https://zcomm.org/znetarticle/back-to-stagflation/

Just in Time

Donnerstag, 30. Dezember 2021

Konkret 12/2021

Knappheit, Lieferengpässse, leere Supermarktregale – die Mangelerscheinungen im Spätkapitalismus haben systemische Ursachen und lassen sich nicht allein auf die Folgen der Corona-Pandemie zurückführen. Von Tomasz Konicz

„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Dieser Michail Gorbatschow zugeschriebene Ausspruch, gerichtet an die unflexiblen Genossen der SED in der Zusammenbruchsphase des Staatssozialismus sowjetischer Prägung, hat auch im dahinsiechenden Spätkapitalismus seine Berechtigung. Deutschlands innovationsfaule Autobauer, die jahrzehntelang ihre Bundesregierungen instruierten, europäische Abgasnormen und CO2-Grenzwerte aufzuweichen oder zu sabotieren, haben nicht nur die Wende zur Elektromobilität verschlafen, sondern sind auch auf die sich derzeit global entfaltende Versorgungskrise nicht vorbereitet. Bei Ausbruch der Pandemie, als die weltweite Nachfrage einbrach, haben die meisten deutschen Pkw-Hersteller ihre Bestellungen elektronischer Komponenten bei südostasiatischen Zulieferern storniert. Tesla tat das nicht. Im Gegenteil: Der amerikanische Elektroautokonzern orderte sogar die vielseitig einsetzbaren Halbleiter bei Firmen, die für gewöhnlich die Autobranche nicht beliefern, um die Chips dann von der hauseigenen IT-Abteilung entsprechend umprogrammieren zu lassen.

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Der „Dealmaker“ in der Sackgasse

Mittwoch, 29. Dezember 2021

konicz.info, 29.12.2021

Die Biden-Administration scheint vor dem Scherbenhaufen ihrer auf Kompromissbildung abzielenden Reformpolitik zu stehen.

Darf es noch ein bisschen weniger sein? Das einstmals ambitionierte Sozial- und Klimaprogramm „Build Back Better“ (BBB), das die Biden-Administration bereits mehrfach im Umfang reduzierte, scheint allem bisherigen Kahlschlag zum Trotz vor weiteren Kürzungen zu stehen – falls das von der Parteilinken geforderte Gesetzespaket überhaupt noch verabschiedet werden sollte. Diesmal war es der konservative demokratische Senator Joe Manchin aus dem verarmten Kohlenstaat West Virginia, der sich querstellte.1 Gegenüber dem rechten Sender Fox News erklärte Manchin, dass er einfach nicht in der Lage sei, für das Gesetz zu stimmen, obwohl er alles „Menschenmögliche“ versucht habe. Die Gesetzgebung seiner „demokratischen Kollegen“ würde die Gesellschaft „dramatisch umwandeln“ und „noch anfälliger gegenüber den Bedrohungen machen“, denen die USA ausgesetzt seien, hieß es in einer Erklärung des Senators.2

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Wirtschaftskrise am Bosporus

Samstag, 25. Dezember 2021

german-foreign-policy.com, 09.12.2021

Die Wirtschafts- und Währungskrise in der Türkei löst Spekulationen über gravierende Folgen für Deutschland aus: Beide Länder sind ökonomisch eng verflochten.

ANKARA/BERLIN (Eigener Bericht) – Mit einiger Sorge reagieren Beobachter auf die aktuelle Wirtschafts- und Währungskrise in der Türkei und spekulieren über Folgen für die Bundesrepublik. Die Türkei leidet aktuell unter einem dramatischen Wertverlust der Lira, die binnen eines Jahres gegenüber dem Euro gut 60 Prozent ihres Wertes eingebüßt hat; dies wird noch dadurch verschärft, dass Präsident Recep Tayyip Erdoğan auf einer Zinssenkung besteht, die erhebliche Kapitalabflüsse auszulösen droht. Folgen für Deutschland werden befürchtet, weil beide Länder wirtschaftlich eng verflochten sind: Die Bundesrepublik ist wichtigster Handelspartner und einer der größten ausländischen Investoren am Bosporus. Die unmittelbaren Folgen für das deutsche Bankensystem werden als eher gering eingeschätzt: Deutsche Banken haben Kredite im Wert von 13 Milliarden US-Dollar an die Türkei vergeben; das Risiko sei verkraftbar, heißt es. Doch sind indirekte Folgen über krisenhafte Entwicklungen bei spanischen oder französischen Banken nicht auszuschließen. Für in der Türkei produzierende deutsche Firmen ist der Absturz der Lira sogar vorteilhaft.

Link: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8788/

Einstürzende Neubauten

Samstag, 27. November 2021

Konkret 11/2021

Löst die Pleite des Immobilienkonzerns Evergrande einen Kriseneinbruch der Weltwirtschaft aus, wie einst der Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers? Oder hat der chinesische Staatskapitalismus alles unter Kontrolle? Von Tomasz Konicz

Bis zur Weltfinanzkrise von 2007/2008 fungierte die Exportindustrie als der Konjunkturtreiber Chinas. Durch die extremen chinesischen Handelsüberschüsse gegenüber den Defizitkonjunkturen der USA und Europas wurde nicht nur die Exportindustrialisierung und -modernisierung der sogenannten Volksrepublik vorangetrieben, damit ging auch ein Schuldenexport einher, wie ihn bis zum heutigen Tag die BRD als mehrfacher „Exportüberschussweltmeister“ betreibt.

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DE VOLTA À ESTAGFLAÇÃO?

Donnerstag, 18. November 2021

O fim da financeirização do capitalismo parece tal e qual como o princípio

Tomasz Konicz, 15.11.2021

Nas últimas semanas, surgiu uma grande febre retro na imprensa empresarial. Face ao rápido aumento da inflação e a uma perspectiva económica assim-assim, estão a ser cada vez mais evocadas as memórias do período de estagflação nos anos 70, (1) quando o crescimento económico anémico, as frequentes recessões, o rápido aumento do desemprego maciço e por vezes a inflação de dois dígitos marcaram o fim da fase de prosperidade do pós-guerra nos centros do sistema mundial. O termo estagflação – uma palavra formada a partir das palavras estagnação e inflação – foi popularizado precisamente durante este período de crise, que de certo modo abriu o caminho para o neoliberalismo.

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Back to stagflation?

Donnerstag, 18. November 2021

konicz.info, 11/15/2021

The end of the financialization of capitalism looks confusingly similar to the beginning.

In recent weeks, a great retro fever has broken out in the business press. In the face of rapidly rising inflation and a mixed economic outlook, memories of the stagflation period in the 1970s are increasingly being evoked,1 when anemic economic growth, frequent recessions, rapidly swelling mass unemployment and sometimes double-digit inflation marked the end of the phase of postwar prosperity in the centers of the world system. The concept of stagflation – a nested word formed from the words stagnation and inflation – was popularized precisely during this period of crisis, which in a sense paved the way for neoliberalism.

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Zurück zur Stagflation?

Dienstag, 16. November 2021

konicz.info, 15.11.2021

Das Ende der Finanzialisierung des Kapitalismus sieht dem Anfang zum Verwechseln ähnlich.

In den vergangenen Wochen ist in der Wirtschaftspresse das große Retrofieber ausgebrochen. Angesichts rasch zunehmender Inflation und durchwachsener Konjunkturaussichten werden zunehmend Erinnerungen an die Stagflationsperiode in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts wach,1 als ein anämisches Wirtschaftswachstum, häufige Rezessionen, die rasch anschwellende Massenarbeitslosigkeit und eine mitunter zweistellige Teuerungsrate das Ende der Phase der Nachkriegsprosperität in den Zentren des Weltsystems markierten. Der Begriff der Stagflation – ein aus den Wörtern Stagnation und Inflation geformtes Schachtelwort – ist gerade in dieser Krisenperiode, die gewissermaßen dem Neoliberalismus den Weg ebnete, popularisiert worden.

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INUNDAÇÃO DE DINHEIRO COMO MODO DE CRISE

Freitag, 22. Oktober 2021

Publicado na Jungle World 2021/41, 14.10.2021. Tradução de Boaventura Antunes

A política monetária expansionista tem de ser continuada apesar do aumento da inflação

Os efeitos económicos desastrosos da pandemia de Covid 19 levaram a Fed dos EUA e o Banco Central Europeu a prosseguir uma política monetária expansionista. Agora a taxa de inflação está a aumentar.

Tomasz Konicz

De ambos os lados do Atlântico, os banqueiros e os responsáveis pela política económica estão preocupados com uma questão acima de tudo: Durante quanto tempo pode continuar a ser injectada liquidez nos mercados sem que os efeitos secundários negativos desta política monetária expansionista ultrapassem os efeitos positivos pretendidos? Desde o surto da pandemia, a Reserva Federal dos EUA (Fed) e o Banco Central Europeu (BCE) voltaram ao modo de crise de que tinham saído há poucos anos, na sequência da crise financeira e económica mundial de 2008. Através da chamada flexibilização quantitativa (quantitative easing, QE), os bancos centrais compram todos os meses dívida pública ou obrigações de empresas para apoiar os mercados financeiros e estimular a economia.

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Staat und Krise

Freitag, 22. Oktober 2021

Jungle World, 2021/42 (21.10.2021)

In Krisenphasen wächst die Bedeutung des Staats zur Aufrechterhaltung des Akkumulationsprozesses. Auch autoritäre Tendenzen nehmen zu.

Es ist ein in der Linken weitverbreiteter, zumeist von sozialdemokratischen Strömungen gepflegter Irrtum, den Staat als ordnendes Gegenprinzip zur angeblichen »Anarchie der Märkte« anzusehen. Der Staat bildet keinen Gegensatz zu Markt und Kapital, er ist in seiner Eigenschaft als »ideeller Gesamtkapitalist« (Engels) ein notwendiger institutioneller Pol kapitalistischer Vergesellschaftung, dessen Machtapparat die Gesellschaft aufrechterhält und der die Optimierung des Verwertungsprozesses des Kapitals zur Maxime hat. Da die Marktsubjekte nur ihr borniertes Profitinteresse verfolgen und die hierdurch marktvermittelt zur Entfaltung gelangende fetischistische Kapitaldynamik blind ist für die sozialen und ökologischen Folgen ihrer Verwertungsbewegung, muss der Staat einen entsprechenden gesetzlichen Rahmen setzen und auf verschiedene Weise intervenieren, damit das System nicht an seinen inneren und äußeren Widersprüchen zugrunde geht.

Link: https://jungle.world/artikel/2021/42/staat-und-krise

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RDA SEM SOCIALISMO

Montag, 18. Oktober 2021

Tomasz Konicz – 14.10.2021

Será que os crescentes estrangulamentos na oferta e falhas no abastecimento estão a tornar-se a nova normalidade na continuada crise capitalista tardia?

De que mais precisa urgentemente o mundo à beira do colapso climático? Mais carvão, é claro! Há alguns dias, a liderança em Pequim ordenou que a produção de minas de carvão na República Popular fosse rapidamente aumentada para contrariar os continuados cortes de electricidade e escassez de energia. (1) Setenta e duas minas de carvão na Mongólia Interior receberam ordens das autoridades locais para aumentar a produção em cerca de 98 milhões de toneladas, o que equivale aproximadamente a 30 por cento da produção mensal de carvão da China. A „oficina do mundo“ capitalista de Estado é de longe o maior produtor e consumidor mundial de carvão, (2) tendo a sua dinâmica de crescimento vertiginoso das últimas duas décadas sido alimentada triplicando o consumo de carvão. (3)

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Geldflut als Krisenmodus

Sonntag, 17. Oktober 2021

Jungle World, 2021/41 (17.10.2021)

Trotz steigender Inflation muss die expansive Geldpolitik fortgeführt werden

Die desaströsen wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben die US-amerikanische Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank zu einer expansiven Geldpolitik veranlasst. Nun steigt die Inflationsrate.
Kommentar Von Tomasz Konicz

Beiderseits des Atlantiks treibt Banker und Wirtschaftspolitiker vor allem eine Frage um: Wie lange kann noch Liquidität in die Märkte gepumpt werden, ohne dass die negativen Nebenwirkungen dieser expansiven Geldpolitik ihre intendierten positiven Effekten überwiegen? Seit dem Ausbruch der Pandemie sind die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) in den Krisenmodus zurückgekehrt, den sie erst vor wenigen Jahren im Nachklang der Weltfinanz- und -wirtschaftskrise 2008 verlassen haben. Bei der sogenannten quantitativen Lockerung (quantitative easing, QE) kaufen die Notenbanken allmonatlich Staatsschulden oder Unternehmensbonds auf, um die Finanzmärkte zu stützen und die Konjunktur zu beleben.

Link: https://jungle.world/artikel/2021/41/geldflut-als-krisenmodus

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DDR minus Sozialismus

Donnerstag, 14. Oktober 2021

konicz.info 14.10.2021

Gerinnen die zunehmenden Lieferengpässe und Versorgungslücken zu einer neuen Normalität in der spätkapitalistischen Dauerkrise?

Was braucht die am Rande des Klimakollaps taumelnde Welt am dringendsten? Mehr Kohle, selbstverständlich! Vor wenigen Tagen ordnete die Führung in Peking an, die Fördermengen der Kohleminen in der Volksrepublik rasch zu erhöhen, um den anhaltenden Stromausfällen und Energieengpässen zu begegnen.1 72 Kohleminen in der inneren Mongolei wurden von den lokalen Behörden angewiesen, ihre Produktion um rund 98 Millionen Tonnen zu erhöhen, was in etwa 30 Prozent der monatlichen Kohleproduktion Chinas entspricht. Die staatskapitalistische „Werkstatt der Welt“ ist der mit Abstand größte globale Kohleproduzent und -konsument,2 dessen halsbrecherische Wachstumsdynamik der vergangenen zwei Dekaden durch eine Verdreifachung des Kohleverbrauchs befeuert wurde.3

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Cerberus und die Banken

Donnerstag, 23. September 2021

german-foreign-policy.com, 21.09.2021


Cerberus wird laut Insidern womöglich größter Anteilseigner bei der Commerzbank. Der US-Finanzinvestor gilt schon heute als „größte Macht im deutschen Bankensektor“.

FRANKFURT AM MAIN/NEW YORK (Eigener Bericht) – Der milliardenschwere US-Investor Cerberus steht womöglich vor der Übernahme eines beträchtlichen Anteils an der Commerzbank. Wie Insider berichten, sei die Übernahme des 15,6-Prozent-Anteils an der Bank im Gespräch, den die Bundesrepublik im Verlauf der Weltfinanzkrise 2007/08 übernommen habe. Da die Aktien des Finanzhauses dramatisch an Wert verloren haben, wäre ihr Verkauf an Cerberus mit staatlichen Milliardenverlusten verbunden. Der Finanzinvestor wiederum könnte seinen gegenwärtigen Anteil von rund fünf Prozent massiv aufstocken und würde unter den Anteilseignern der Commerzbank mit Abstand zur Nummer eins. Sein Geschäftsmodell – marode Unternehmen billig kaufen, brutal sanieren und teuer veräußern – passt gut auf Teile des deutschen Bankensektors. Cerberus, wegen seines „aktivistischen“ Vorgehens gefürchtet, wird schon heute als „größte Macht im deutschen Bankensektor“ eingestuft. Unterdessen hat der jüngste „Stresstest“ der europäischen Banken ergeben, dass die deutschen Kredithäuser mit einer relativ niedrigen Kernkapitalquote schlecht aufgestellt sind.

Link: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8709/

Taliban als Staatsräson

Donnerstag, 09. September 2021

09.09.2021

Wie die Zerfallsprodukte des Antiimperialismus Werbung für den Imperialismus machen. Linker Opportunismus in der Krise, Teil 1.

Bis vor Kurzem soll es sie tatsächlich noch gegeben haben, die gemäßigten Islamisten in Afghanistan, nach denen sich Deutschlands Politik und Medien innigst sehnen. Sie wurden gerade, mit der Unterstützung pakistanischer Streitkräfte, von den Taliban im Pandschir-Tal zusammengeschossen. Die rund 100 Kilometer nördlich von Kabul gelegene Provinz, in der mehr als 150 000 Menschen leben, gilt als das Symbol afghanischen Widerstandswillens. Das Tal ist von bis 3000 Meter hohen Bergen umgeben, nur eine sehr leicht zu verteidigende Straße führt in das Pandschir. Weder den Sowjets, noch den Taliban während ihrer ersten Terrorherrschaft (1996-2001) gelang es, in der Region Fuß zu fassen, oder sie gar vollständig zu erobern. Der Führer der damaligen Nordallianz, der 2001 bei einem Selbstmordanschlag umgekommene Ahmed Schah Massud, gilt als ein Nationalheld Afghanistans.

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TRÊS TIPOS DE INFLAÇÃO

Mittwoch, 11. August 2021

Original “Dreierlei Inflation” in http://www.konicz.info/?p=4389, 8.8.2021. Tradução de Boaventura Antunes


Os debates acalorados sobre o aumento da inflação apontam para as contradições cada vez mais agudizadas da política de crise capitalista.
Tomasz Konicz

Rédea solta ou rédea curta – como deve a rotina continuar sem parar? O aumento dos preços na UE e nos EUA está mais uma vez a alimentar o eterno debate sobre o rumo certo da política monetária dos dois lados do Atlântico. Na Europa, são sobretudo os decisores da política monetária alemã, como o Presidente do Bundesbank, Jens Weidmann (1), que criticam publicamente as novas metas flexíveis de inflação do BCE, com as quais a inflação pode estar acima da meta de dois por cento, desde que não seja por um período de tempo muito longo. E também nos EUA está a aumentar a pressão política (2) sobre a Fed e a administração Biden, para tomarem medidas eficazes contra o aumento dos preços.

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Dreierlei Inflation

Sonntag, 08. August 2021

konicz.info, 08.08.2021

Die hitzigen Debatten um die ansteigende Inflation verweisen auf die sich zuspitzenden Widersprüche kapitalistischer Krisenpolitik.

Locker oder straff – wie soll die Tretmühle weiterlaufen? Die anziehende Teuerung in der EU und den USA lässt die ewige Debatte um den richtigen geldpolitischen Kurs beiderseits des Atlantiks abermals hochkochen. In Europa sind es vor allem deutsche Geldpolitiker wie Bundesbankpräsident Jens Weidmann,1 die öffentlich Kritik an den neuen flexiblen Inflationszielen der EZB üben, in deren Rahmen die Teuerung über der Zielmarke von zwei Prozent liegen kann, solange dies nicht über längere Zeiträume geschieht. Und auch in den USA steigt der politische Druck2 auf die Fed und die Biden-Administration, effektive Maßnahmen gegen die anziehenden Preise zu ergreifen.

In der Eurozone ist der Preisauftrieb im Juli tatsächlich auf 2,2 Prozent geklettert (was die Kritik Weidmanns an der lockeren EZB-Geldpolitik triggerte), während er im Juni noch mit 1,9 Prozent unter dem EU-Inflationsziel lag.3 In der BRD sind die Preise gar um 3,8 Prozent gestiegen,4 doch ist dies größtenteils auf das Auslaufen der Mehrwertsteuerrate von 16 Prozent zurückzuführen, die im Rahmen eines Konjunkturpakets zu Beginn der Pandemie zeitweilig um drei Prozentpunkte gesenkt worden ist. Die USA verzeichneten gar – je nach Erhebungsmethode – im Juni 2021 einen Teuerungsschub von 3,9 bis 5,4 Prozent.

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Der Staat ist wieder da

Mittwoch, 19. Mai 2021

akweb.de, 18.05.2021

Zeigt sich in Joe Bidens Vorstoß, die Patente für Covid-Impfstoffe auszusetzen, ein neuer politischer Kurs gegenüber Kapitalinteressen?

Westlich des Atlantiks scheint der Staat wieder groß in Mode zu kommen, wie es die Bereitschaft Washingtons zur Aussetzung der Patente für Covid-Impfstoffe illustriert. Bisher weigerten sich alle Industriestaaten, in denen es eine starke Pharmalobby gibt, den Forderungen nach einer Aussetzung der Patentregelungen nachzukommen. Dagegen haben sich mehr als 100 Entwicklungs- und Schwellenländer einer entsprechenden WTO-Initiative Indiens und Südafrikas angeschlossen. Als die Biden-Administration Anfang Mai ihre spektakuläre Kehrtwende in dieser Streitfrage ankündigte, überrumpelte sie nicht nur die heimische Pharmabranche, sondern auch westliche »Partner« wie die Bundesrepublik, die sich aufgrund des Festhaltens an Impfpatenten plötzlich in der Defensive wiederfand.

Link: https://www.akweb.de/politik/joe-biden-und-die-covid-impfstoff-patente-der-staat-ist-wieder-da/

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Il voltafaccia di Biden: il ritorno dell’«capitalista globale ideale»?

Sonntag, 16. Mai 2021

Washington sembra voler combattere la catastrofe del Covid nella periferia del sistema mondiale, per mezzo di un ruolo più forte dello Stato –

di Tomasz Konicz

«Lo Stato moderno, qualunque sia la sua forma, è una macchina essenzialmente capitalista, è lo Stato dei capitalisti, il capitalista globale ideale.» (Friedrich Engels, MEW 19, p. 222, 1880).

L’India, oltre al Brasile [1] e al Nepal [2], è attualmente uno dei paesi più colpiti dalla pandemia, e rispetto alle sue sofferenze la destra tedesca [3], costituita da pensatori trasversali, ideologhi della cospirazione [4] e «scettici della pandemia», deve fare tutto ciò che è possibile per poterla ignorare, al fine di continuare ancora a mantenere le proprie illusioni [5]. Recentemente, il Ministero della Salute indiano [6] ha denunciato più di 412 mila nuovi contagi al giorno; con 3.980 morti. Il numero dei casi non comunicati, in un paese caratterizzato da una povertà abissale, è probabilmente abbastanza elevato, dal momento che l’assistenza medica è rudimentale, soprattutto nelle regioni dell’India rurale. Ci sono molte persone che si ammalano e muoiono senza per questo venire registrate nelle statistiche. Nel contempo, si sta registrando la scarsità di legna da ardere [7] anche nei principali centri, a causa dell’aumento della cremazione dei morti. A partire dal fatto che i crematori in India [8] hanno ormai da tempo raggiunto il limite, ora le vittime della pandemia vengono a volte cremate all’aperto, in luoghi come i parcheggi [*9].

Link: https://francosenia.blogspot.com/2021/05/ragionevole-morale.html

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