Archiv für die Kategorie 'Sonstiges'

Rackets und Rockets

Mittwoch, 25. Mai 2022

Konkret, 05/2022

Um die Hintergründe des Ukraine-Krieges zu verstehen, lohnt sich eine Analyse des russischen Machtapparats, der sich unter der Führung Wladimir Putins wesentlich gewandelt hat.

Die Invasion der Ukraine entwickelt sich für den Kreml zu einem militärischen Fiasko, doch an der Heimatfront scheint der Angriff durchaus die gewünschten Effekte zu zeitigen. Die Bevölkerung steht weitgehend hinter dem Kriegskurs. Während sich die russische Armee Anfang April unter großen Verlusten an Menschen und Material aus der Oblast Kiew und der Nordukraine zurückzog, Unmengen an Militärschrott, Massengräber und viele Anhaltspunkte für Kriegsverbrechen zurücklassend, kletterten die Zustimmungswerte für Wladimir Putins Vorgehen auf immer neue Höchstwerte.

Laut Umfragen unterstützten Ende März rund 83 Prozent der Bürger/innen der Russischen Föderation die von einem engen Machtzirkel im Kreml geplante Invasion. Im Februar lagen die Zustimmungswerte zur Ukraine-Politik Putins bei 71 Prozent, im Januar waren es 69 Prozent. Der wachsende Rückhalt in der Bevölkerung ist nicht allein auf die übliche Burgfriedenspolitik zurückzuführen, die sich gewöhnlich nach Beginn der Kampfhandlungen in den kriegführenden Staaten einstellt – dies war etwa auch bei der Invasion des Irak durch die USA der Fall -, er wird überdies begünstigt durch Trotzreaktionen gegenüber den westlichen Sanktionen. Außerdem will offenbar ein großer Teil der russischen Bevölkerung den geopolitischen Abstieg Russlands verhindert sehen, den die Großmacht bei einer Annäherung der Ukraine an die Nato erfahren würde.

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Eine neue Krisenqualität

Dienstag, 24. Mai 2022

konicz.info, 24.05.2022

Wieso es nach dem Ende des Krieges um die Ukraine keine stabile Nachkriegsordnung geben wird.

Is this the big one? Ist dies der große Krach, der alles umwerfen wird, was sich an globalen Strukturen und Dynamiken seit dem Durchbruch des Neoliberalismus in den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts etabliert hat? Der Krieg um die Ukraine könnte tatsächlich rückblickend als ein Epochenbruch, als ein Kipppunkt des globalen Krisenprozesses betrachtet werden, bei dessen Überschreiten das kriselnde spätkapitalistische Weltsystem in eine neue Krisenqualität überging.

Dass sich das kapitalistische Weltsystem in einer schweren Systemkrise befindet,1 ist nach Dekaden der Ignoranz und Marginalisierung2 wertkritischer Krisentheorie selbst in der deutschen Linken inzwischen allgemein akzeptiert, doch scheint der Charakter des Krisenprozesses immer noch unterbelichtet zu sein. Denn die spätkapitalistische Systemkrise ist kein punktuelles Ereignis, kein bloßer „großer Krach“, sondern ein historischer Prozess, der sich über Jahrzehnte in Schüben entfaltet und dabei von der Peripherie in die Zentren des Weltsystems frisst. Die Schuldenkrisen der Dritten Welt, die in den 80ern, am Anfang des nun kollabierenden neoliberalen Zeitalters, standen und dort reihenweise Bürgerkriege und „gescheiterte Staaten“ hinterließen, haben längst die Zentren des Weltsystems erfasst. Evident wird es etwa an den zunehmenden Stagflationstendenzen, die an die Stagflationsperiode in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts erinnern – und die damals dem Neoliberalismus erst zum Durchbruch verhalf.3

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O fim do Ocidente na crise do coronavírus

Samstag, 21. Mai 2022

21.05.2022

Tomasz Konicz, Tradução de Boaventura Antunes (publicado na revista exit! nº 18, pags. 18-41, Maio 2021)

O texto esboça as convulsões da hegemonia norte-americana, bem como a sua continuada erosão dentro do sistema de aliança ocidental em desintegração, no contexto do processo histórico de crise do limite interno do capital que se desdobra por etapas. A partir da transformação da base económica da posição hegemónica de Washington, que teve lugar há uns bons 40 anos e foi desencadeada pelo fim do boom fordista do pós-guerra e pelo subsequente período de crise de estagflação, bem como da modificação do papel militar da máquina militar dos EUA, após o fim da „Guerra Fria“ contra o socialismo de Estado que colapsou em 1989, é enfatizado o papel central dos circuitos globais do défice, incluindo a financeirização do capitalismo, na manutenção da hegemonia dos EUA até 2008. Com o surto de crise de 2008, porém – esta a tese central do texto – os momentos de concorrência de crise também se afirmaram no Ocidente, de modo que foi precisamente o nacionalismo económico da administração Trump que acelerou a desintegração do Ocidente e o colapso final da hegemonia americana. Consequentemente, um regresso ao status quo ante Trump já não será possível. O processo histórico de crise progrediu tanto até agora, e não em último lugar alimentado pelo coronavírus, que qualquer tentativa de alcançar „estabilidade“ por parte dos centros ocidentais se revelará inútil. (Apresentação do texto na exit! nº 18, 05/2021)

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Uscirne!!

Mittwoch, 11. Mai 2022

francosenia, 11.05.2022

Armi o armi nucleari ?

di Tomasz Konicz

Probabilmente, la decisione è stata presa un po‘ prima di Ramstein. Prima della riunione avvenuta nella base aerea degli Stati Uniti, tra i politici dei 40 paesi, fra NATO e Stati alleati, che hanno discusso le misure di sostegno militare all’Ucraina, quando il ministro della difesa Christine Lambrecht (SPD) ha annunciato la consegna, nella zona di guerra, di armi pesanti, sotto forma del carro armato antiaereo „Gepard“. In questo contesto, la „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ ha parlato di una correzione «enorme», ma anche «necessaria», di una rotta che precedentemente era stata quella, militarmente limitata, di una «potenza centrale europea amica della Russia». Berlino ha promesso anche un programma di addestramento per il personale militare ucraino, così come uno scambio multilaterale di armamenti con gli Stati orientali della NATO, i quali trasferiranno all’Ucraina i loro arsenali sovietici, in cambio di sistemi di tedeschi di armamento.

Link: https://francosenia.blogspot.com/2022/05/uscirne.html

ARMAS OU ARMAS NUCLEARES?

Sonntag, 08. Mai 2022

08.05.2022

A Ucrânia está transformada num campo de batalha imperialista. A guerra também marca o beco sem saída dos esforços políticos da esquerda do sistema. Um comentário

Tomasz Konicz, Tradução de Boaventura Antunes

A decisão foi tomada provavelmente pouco antes de Ramstein. Na reunião de políticos de 40 países da NATO e Estados aliados, que discutiram medidas de ajuda militar à Ucrânia na base aérea dos EUA, a Ministra da Defesa Christine Lambrecht (SPD) anunciou a entrega de armas pesadas sob a forma do tanque antiaéreo „Gepard“ à zona de guerra. Neste contexto, o „FAZ“ falou de uma „enorme“, mas também „necessária“ correcção da rota antes militarmente limitada de uma „potência central europeia amiga da Rússia“.

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Die Hungerkrise

Donnerstag, 28. April 2022

german-foreign-policy.com, 29.04.2022

Internationale Organisationen warnen vor Zuspitzung der globalen Hungerkrise durch den Ukraine-Krieg und die westlichen Sanktionen. Bereits jetzt nimmt der Hunger vor allem in Afrika zu.

BERLIN/KIEW (Eigener Bericht) – Mehrere internationale Organisationen warnen mit Nachdruck vor einer weiteren Zuspitzung der globalen Hungerkrise durch den Ukraine-Krieg und die westlichen Sanktionen. Schon jetzt seien in Ostafrika rund 20 Millionen Menschen durch eklatanten Mangel an Nahrungsmitteln „lebensbedrohlich geschwächt“, berichtet die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgiewa. Ursache ist, dass Getreidelieferungen aus der Ukraine und Russland ausbleiben – wegen kriegsbedingter Blockaden und sanktionsbedingt entfallender Transportmöglichkeiten. Wegen des Mangels geht die Weltbank von einem Anstieg der Nahrungsmittelpreise um 37 Prozent aus; dies werde zahlreiche ärmere Länder in eine Schuldenkrise treiben, urteilt Weltbankpräsident David Malpass. Beobachter warnen, Hunger und Armut drohten in politische Instabilität umzuschlagen und soziale Unruhen hervorzurufen. Während die Bundesregierung an einer „Getreidebrücke“ arbeitet, die ukrainisches Getreide über Nordsee- und Adriahäfen verschiffen soll, fordert Landwirtschaftsminister Cem Özdemir, den Hunger mit einer Ausweitung der Waffenlieferungen an die Ukraine zu bekämpfen.

Link: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8906

Auf zum letzten Gefecht

Donnerstag, 28. April 2022

Konkret, 04/22

Die Bundesregierung nimmt den Ukraine-Krieg, der letztlich Ausdruck der Krise des spätkapitalistischen Weltsystems ist, zum Anlass für ein umfangreiches Aufrüstungsprogramm. Von Tomasz Konicz

Über zusätzliche 100 Milliarden Euro, finanziert durch neue Schulden und verteilt auf die nächsten fünf Jahre, können sich Bundeswehr und Rüstungsindustrie freuen. Geht es nach Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Finanzminister Christian Lindner (FDP), wird das „Sondervermögen“, mit dem vor allem moderne Waffensysteme erworben werden sollen, gar im Grundgesetz verankert. An der CDU scheitert das Vorhaben sicher nicht. Zudem will die Bundesregierung die Rüstungsauflagen der Nato, die einen Verteidigungsetat von mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts vorsehen, möglichst rasch einhalten. Schon in diesem Jahr soll der Wehretat von 50 auf 65 Milliarden Euro ansteigen. Die Grünen stimmten den Aufrüstungsplänen weitgehend zu, sie plädieren aber für die Finanzierung „weicherer“ Maßnahmen und wollen einen „erweiterten Sicherheitsbegriff“ zugrunde legen.

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Die ignorierte Invasion (II)

Freitag, 22. April 2022

german-foreign-policy.com, 22.04.2022

Die aktuelle völkerrechtswidrige Invasion der Türkei in den Irak mit Luftangriffen und der Entsendung von Bodentruppen bleibt für Ankara folgenlos; Berlin und der Westen erheben keine Einwände.

BERLIN/ANKARA/BAGDAD (Eigener Bericht) – Auch die jüngste völkerrechtswidrige Invasion des NATO-Partners Türkei in einen Nachbarstaat stößt in Berlin nicht auf Kritik. Die türkischen Streitkräfte haben in den vergangenen Tagen mit Luftangriffen und mit Bodentruppen Angriffe auf Ziele im Nordirak durchgeführt; sie gelten Aktivisten der kurdischen Arbeiterpartei PKK. Aus dem Irak werden Proteste gegen die illegale Militäroperation laut. Die Bundesregierung wie auch die Regierungen der anderen NATO-Staaten hingegen erheben keinerlei Einwände – ebensowenig wie gegen die vorigen Angriffskriege der Türkei gegen Syrien, bei denen seit 2018 Teile des Landes faktisch annektiert wurden. Beobachter werfen den türkischen Besatzungskräften in Nordsyrien schwerste Verbrechen vor, darunter willkürliche Enteignungen und die Vertreibung kurdischer Bevölkerungsteile, die illegale Inhaftierung von Oppositionellen und verbretete Folter. Deutsche Medien, die den russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit Hitler verglichen haben, erläutern, die Türkei nehme nur ihr „Recht auf Selbstverteidigung“ wahr.
„Offensive“ statt Angriffskrieg

Link: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8899

No Limite

Mittwoch, 20. April 2022

konicz.info, 20.04.2022


O Clube de Roma apresentou há 50 anos o seu famoso estudo sobre o futuro da economia mundial

Tomasz Konicz

Não há provavelmente estudo tão ambivalente como The Limits to Growth, publicado pelo Clube de Roma em 1972. Traduzido em 37 línguas, com uma circulação de mais de 30 milhões de exemplares, o estudo, lançado em forma de livro, deu clara expressão a um maciço sentimento sombrio, a um amplo mal-estar no final do boom fordista do pós-guerra – e estava simplesmente errado em muitas das suas suposições e conclusões.

O Report for the Club of Rome’s Project on the Predicament of Mankind, subtítulo oficial do bestseller, com a sua central declaração sobre a finitude dos recursos, apoiou o movimento ecológico, transmitindo ao mesmo tempo a ideologia reaccionária do malthusianismo. O estudo também deixou a sua marca na produção da indústria cultural dos anos setenta. Numerosos filmes distópicos foram feitos durante este período, tais como o clássico “Soylent Green”.

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Radikal bir barış hareketine her zamankinden daha fazla ihtiyaç var

Samstag, 26. März 2022

siyasihaber.org, 26.03.2022

Cengiz ONUR çevirdi – Tomasz Konicz: Ukrayna, Suriye´ye benzer bir korku senaryosuyla ve dünya nükleer bir savaşla tehdidiyle karşı karşıya bulunuyor.

Link: https://siyasihaber.org/radikal-bir-baris-hareketine-her-zamankinden-daha-fazla-ihtiyac-var

A UCRÂNIA NOS TRILHOS DA RÚSSIA

Montag, 21. März 2022

Tomasz Konicz, 20.03.2022

Com proibições de partidos e detenções de jornalistas, Kiev parece estar a caminhar para uma instável ditadura de guerra

O Presidente ucraniano Volodymyr Zelensky proibiu por decreto muitos partidos de oposição de esquerda ou pró-Rússia na Ucrânia na madrugada de 20 de Março. Segundo fontes pró-russas1, o maior partido da oposição parlamentar, a „Plataforma da Oposição – pela Vida“ pró-russa, que obteve cerca de 13% dos votos nas últimas eleições parlamentares, especialmente no leste do país, é também afectada por esta proibição de partidos. Além deste, há uma série de pequenos partidos de esquerda.

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Ukraine auf Russlands Spuren

Sonntag, 20. März 2022

konicz.info, 20.03.2022

Mit Parteiverboten und Verhaftungen von Journalisten scheint Kiew den Weg in eine instabile Kriegsdiktatur einzuschlagen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ließ am frühen Morgen des 20. März viele linke oder russlandfreundliche Oppositionsparteien in der Ukraine per Dekret verbieten. Laut prorussischen Quellen1 ist von diesem Parteiverbot auch die größte parlamentarische Oppositionspartei betroffen, die prorussisch „Oppositionsplattform – für das Leben“, die bei den letzten Parlamentswahlen rund 13 Prozent der Stimmen, vornehmen im Osten des Landes, auf sich vereinigten konnte. Hinzu kommt noch eine Reihe kleinerer linker Parteien.

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Drohender Kollaps im Osten?

Samstag, 19. März 2022

Eine kurze Einschätzung der militärischen Lage in der Ukraine

konicz.info, 19.03.2022

Die Invasion der Ukraine ist für Russland ein Desaster, die Verluste sind hoch, daran besteht kein Zweifel. Die Mängel der russischen Militärmaschine, ja der autoritären Machtstruktur im Kreml, die diesen imperialistischen Eroberungskrieg verbrochen hat, treten krass zu Vorschein. Derzeit berichten westliche Medien gerne über die Erfolge um Kiew, wo Russlands Vormarsch stockt und russische Truppen sich eingraben, oder über die ukrainische Gegenoffensive vor dem südukrainischem Cherson, westlich des Dnjepr.

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UM MOVIMENTO DE PAZ RADICAL É MAIS NECESSÁRIO DO QUE NUNCA

Donnerstag, 17. März 2022

A Ucrânia enfrenta um cenário de horror semelhante ao da Síria – e o mundo pode estar à beira de uma guerra nuclear

Tomasz Konicz, 15 de Março de 2022, Tradução de Boaventura Antunes

Mesmo que o curso da guerra tenha sido até agora um desastre para o exército russo, o Kremlin escolheu um momento estratégico favorável para invadir a Ucrânia. Pelo menos isso é sugerido pela escalada dos preços de muitas matérias-primas, combustíveis fósseis e alimentos básicos. O Ocidente, com as sanções que impôs à Federação Russa como parte da sua guerra económica, está assim a atingir-se também a si mesmo. Os estrangulamentos de abastecimento que já existiam desde o início da pandemia e a inflação acelerada na sequência da política monetária expansiva dos bancos centrais ocidentais irão aumentar em resultado das sanções. A tendência para endurecer ainda mais as sanções, especialmente na República Federal Alemã, é susceptível de ser rapidamente anulada por cálculos económicos. Enquanto os preços do gás estão a subir em flecha, o Chanceler Olaf Scholz (SPD) já excluiu um boicote às fontes de energia russas. O Kremlin mantém assim uma linha económica vital decisiva, apesar da sua brutal guerra imperialista.

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Eine radikale Friedens­bewegung ist nötiger denn je

Dienstag, 15. März 2022

akweb.de, 15.03.2022

Der Ukraine droht ein ähnliches Schreckens­szenario wie Syrien – und der Welt vielleicht ein Atomkrieg

Die Ukraine ist zum Schlachtfeld eines imperialistischen Krieges zwischen Ost und West geworden, der zu einem nuklearen Schlagabtausch führen kann.

Mag der Kriegsverlauf für Russlands Armee bislang auch ein Desaster sein, so hat der Kreml doch einen günstigen strategischen Zeitpunkt für die Invasion der Ukraine gewählt. Dies legen zumindest die explodierenden Preise für viele Rohstoffe, fossile Energieträger und Grundnahrungsmittel nahe. Mit den Sanktionen, die der Westen im Rahmen seines Wirtschaftskrieges gegen die Russische Föderation verhängt hat, trifft er somit auch sich selbst. Die ohnehin seit Pandemiebeginn bestehenden Lieferengpässe, die sich im Gefolge der expansiven Geldpolitik der westlichen Notenbanken beschleunigende Inflation – sie werden durch die Sanktionen zunehmen. Die Neigung zu weiteren Sanktionsverschärfungen, insbesondere in der Bundesrepublik, dürfte dadurch rasch vom ökonomischen Kalkül überlagert werden. Während die Gaspreise durch die Decke gehen, schloss Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) einen Boykott russischer Energieträger bereits aus. Dem Kreml bleibt so eine entscheidende ökonomische Lebensader trotz seines brutalen imperialistischen Krieges erhalten.

Link: https://www.akweb.de/politik/ukraine-droht-atomkrieg-eine-radikale-friedensbewegung-ist-noetiger-denn-je/

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Krieg als Krisenbeschleuniger

Montag, 14. März 2022

Jungle World, 10.03.2022

Die heutigen weltpolitischen Konflikte finden im Kontext sich verschärfender Krisen statt. Im militärisch hochgerüsteten und autoritären Staatswesen Russlands könnte der Westen seine eigene Zukunft erblicken.

Schon der Versuch, die Folgen der sich in der Ukraine entfaltenden Katastrophe annäherungsweise zu ermessen, kann Schwindelgefühle aufkommen lassen. Der Krieg wird in der westlichen Öffentlichkeit als ein Epochenumbruch wahrgenommen, als der Beginn einer neuen Ära abermaliger Blockkonfrontation zwischen bürgerlichen Demokratien und autoritären Regimes. Doch eigentlich kulminieren in ihm langfristige krisenhafte Prozesse, die sich nun gewaltsam entladen. Der Krieg stellt somit den Umschlag von Quantität in Qualität dar: Widersprüche, die sich zuvor in beständig an Intensität zunehmenden Entwicklungen äußerten, eskalieren nun.

Link: https://jungle.world/artikel/2022/10/krieg-als-krisenbeschleuniger

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Die „strategische grüne Autonomie“

Montag, 14. März 2022

german-foreign-policy, 10.03.2022

EU-Kommission kündigt drastische Reduzierung von Erdgasimporten aus Russland an. Denkfabrik fordert Verringerung weiterer Rohstoffimporte. Medien diskutieren über grüne „Kriegswirtschaft“.

BERLIN/BRÜSSEL (Eigener Bericht) – Die EU-Kommission kündigt die Reduzierung von Erdgasimporten aus Russland binnen eines Jahres um zwei Drittel und vollständig bis 2030 an. Wie die Kommission am Dienstag mitteilte, soll stattdessen Flüssiggas etwa aus Qatar und den Vereinigten Staaten eingeführt werden; darüber hinaus sind Energiesparmaßnahmen und ein rascherer Ausbau der erneuerbaren Energien geplant. Die Maßnahmen entsprechen in hohem Maß Vorschlägen, wie sie zu Monatsbeginn der European Council on Foreign Relations (ECFR) vorgelegt hat, eine europaweit organisierte Denkfabrik mit Hauptsitz in Berlin. Der ECFR schlägt ausdrücklich vor, auf eine „grüne strategische Autonomie“ hinzuarbeiten, also die Abhängigkeit vom Import nicht nur von Energieträgern, sondern auch von anderen Rohstoffen so weit wie möglich zu senken. Auch die Einfuhr von Nahrungsmitteln aus „instabilen Ländern“ soll vermieden werden. In Medien wird bereits spekuliert, der radikale Umbau der EU-Energiewirtschaft, der notwendig sei, könne nur im Rahmen einer grünen „Kriegswirtschaft“ realisiert werden; die Chance dazu biete der aktuelle russische Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Link: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8865

Die ignorierte Invasion

Donnerstag, 03. März 2022

german-foreign-policy, 04.03.2022

Die Türkei, enger NATO-Partner Deutschlands, setzt ihren Angriffskrieg gegen kurdische Gebiete in Nordsyrien fort und hält an der Besatzung größerer Regionen des Landes fest.

BERLIN/ANKARA (Eigener Bericht) – Die Türkei, ein enger Verbündeter Deutschlands, verstärkt im Windschatten des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ihre militärischen Angriffe auf ihr Nachbarland Syrien. In den vergangenen Tagen wurden erneut türkischer Artilleriebeschuss und Drohnenangriffe auf die kurdischen Gebiete Nordsyriens gemeldet; dabei wurden zahlreiche Zivilisten verletzt. Wenige Wochen zuvor war es zu einem Großangriff der türkischen Luftwaffe gekommen: Ankara ließ die nordostsyrische Region Hasakah bombardieren, nachdem es dort kurdischen Kämpfern gelungen war, einen Gefängnisaufstand des Islamischen Staates (IS) niederzuschlagen. Die Türkei hält seit Jahren mehrere Regionen Nordsyriens besetzt, errichtet dort türkische Infrastruktur und bindet die Gebiete an ihr Verwaltungssystem an, während die ursprünglich ansässigen syrischen Kurden in wiederkehrenden ethnischen Säuberungen vertrieben werden. Deutschland, traditionell ein bedeutender Waffenlieferant der Türkei, und die NATO, deren zweitgrößte Streitkräfte Ankara stellt, tolerieren die türkische Invasion in Nordsyrien und begünstigen sie zeitweise sogar.

Link: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8860

L’appetito vien mangiando

Mittwoch, 02. März 2022

francosenia, 02.03.2022

di Tomasz Konicz

Quali obiettivi di guerra ha la Russia nella sua invasione dell’Ucraina?

Prima dell’invasione russa dell’Ucraina, i militari occidentali erano perplessi su quanto lontano si sarebbe spinto il Cremlino in quella che è finora la sua ultima e più grande avventura militare. La narrazione che aveva diffuso Mosca, nel periodo precedente l’attacco, secondo cui la popolazione del Donbass avrebbe dovuto essere evacuata a causa di un’imminente offensiva ucraina, aveva fatto nascere il sospetto che la Russia intendesse occupare l’est russofono del paese. Il riconoscimento, da parte di Mosca, delle regioni separatiste di Luhansk e Donetsk, che si trovano sui suoi confini amministrativi con l’Ucraina, aveva fatto sembrare probabili alcuni scenari: dalla limitazione dell’attacco al Donbass e all’Ucraina orientale, allo stabilire un collegamento meridionale tra la Crimea e il Donbass lungo il Mar Nero, fino alla possibilità di una grande offensiva per conquistare le aree a est del Dnieper. D’altra parte, quello che è stato il corso dell’invasione russa finora, indica chiaramente un massimalismo volto a rovesciare il governo e a cambiare il regime a Kiev. L’utilizzo di mezzi militari schiaccianti all’inizio dell’invasione, che aveva lo scopo di paralizzare l’esercito ucraino, alla maniera delle tattiche americane «shock and awe», sembrava in linea con un obiettivo di guerra che ricorda l’approccio statunitense in Iraq. Con la sua offensiva su larga scala, la Russia vuole quindi anche dimostrare di essere militarmente alla pari con le grandi potenze occidentali. Le avanzate delle unità dell’esercito russo, non hanno avuto luogo solo nel Donbass e nel nord-est, nella regione intorno a Kharkiv e Sumy, ma hannp proceduto anche da sud, dalla Crimea, dove, dopo i combattimenti, le unità dell’esercito russo hanno già superato il Dnieper vicino a Kherson in direzione ovest; con il probabile obiettivo di Odessa. L’attacco delle truppe russe dalla Bielorussia, condotto attraverso la zona interdetta di Chernobyl, dove le forze speciali russe sono state attivamente coinvolte nei combattimenti di strada, appare come la prova più importante del desiderio di cambiare il regime di Kiev. La capitale ucraina, nonostante le battute d’arresto militari delle truppe russe, viene già considerata ampiamente circondata. Tuttavia, sembra probabile che Mosca potrebbe accontentarsi di qualcosa di meno di un rovesciamento del governo, qualora le truppe ucraine riuscissero a ritardare ulteriormente il mal organizzato sforzo di invasione russo intorno a Kiev.

Link: https://francosenia.blogspot.com/2022/03/shock-and-awe.html

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O APETITE VEM COMENDO

Dienstag, 01. März 2022

nd, 28.02.2022 (Tradução de Boaventura Antunes)

Quais são os objectivos de guerra da Rússia na sua invasão da Ucrânia?

Antes da invasão russa da Ucrânia, as forças armadas ocidentais estavam intrigadas com a distância que o Kremlin iria percorrer na sua última e maior aventura militar até à data. A narrativa espalhada por Moscovo no período que antecedeu o ataque, segundo a qual a população do Donbass teria de ser evacuada devido a uma iminente ofensiva ucraniana, deu origem à suspeita de que a Rússia queria ocupar o leste de língua russa do país. O reconhecimento por Moscovo das regiões separatistas de Luhansk e Donetsk, nas suas fronteiras administrativas com a Ucrânia, fez com que vários cenários parecessem prováveis: desde a limitação do ataque ao Donbass e à Ucrânia oriental, ao estabelecimento de uma ligação meridional entre a Crimeia e o Donbass ao longo do Mar Negro, até uma grande ofensiva para conquistar as áreas a leste do Dnieper.

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