Gefangen in der Liquiditätsblase

Telepolis, 05.02.2018

Die aktuellen Turbulenzen auf den Finanzmärkten verweisen auf die systemische Sackgasse, in der sich das Weltfinanzsystem befindet

Wenn Finanzmarktberichte mit Fotos besorgt dreinschauender Wertpapierhändler bebildert werden, dann ist es mal wieder soweit: Turbulenzen auf den Finanzmärkten lassen in der Öffentlichkeit die verdrängte Angst vor dem nächsten großen Crash, vor einem neuen Krisenschub, wieder aufkommen.

Diesmal sind es die Kursstürze an den US-Märkten, die für Unruhe sorgen. Der wichtigste US-Aktienindex, der Dow Jones, ist am vergangenen Freitag um mehr als 650 Zähler eingebrochen, was den heftigsten Einbruch seit gut zwei Jahren entsprach.

Auf Wochenbasis hat der Dow mehr als 1.100 Punkte eingebüßt. Unruhe, Verunsicherung machte sich folglich auf den „Märkten“ bereit: Ist dies nur eine Kurskorrektur bei einem seit einer knappen Dekade anhaltenden Aktienboom oder folgt jetzt der Crash?

Die Stimmung sei „innerhalb weniger Tage“ von Euphorie zu einer tiefen Sorge vor einer nachhaltigen Korrektur umgeschlagen, berichteten US-Medien (Panik an den US-Börsen). Die Turbulenzen wurden dabei gerade durch „gute“ Nachrichten ausgelöst: Die US-Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt, die Löhne steigen stärker als erwartet: Dies ist aber charakteristisch für eine Phase spekulativ überhitzter Konjunkturentwicklung, da der Kapitalismus bekanntlich nie gesünder aussieht als kurz vor dem nächsten Crash.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Gefangen-in-der-Liquiditaetsblase-3960387.html

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