Neofaschismus und Krise in Osteuropa

Hintergrund, 15. Juni 2011 –

In etlichen Ländern Osteuropas konnten rechtsextreme Partien und Gruppierungen besonders stark von der Krise profitieren. Antiziganismus, Antisemitismus und völkischer Pseudo-Antikapitalismus bilden den ideologischen Kern dieser sich formierenden neofaschistischen Ideologie.

Ungarns Faschisten machen mobil. Wochenlang patrouillierten im vergangenen April rechtsextreme Bürgerwehren im ungarischen Dörfchen Gyöngyöspata, um die angeblich ausartende „Zigeunerkriminalität“ einzudämmen, die von den etwa 500 im Ort lebenden Roma ausgehen sollte. Die Mitglieder dieser paramilitärischen Organisationen traten äußerst martialisch auf: sie trugen milizartige Uniformen, während sie in größeren Gruppen durch die Dorfstraßen patrouillierten, eigenmächtig Personenkontrollen durchführten und den Roma den Zugang zu bestimmten Dorfstraßen verweigerten. Die Kinder der Roma wurden auf ihrem Schulweg eingeschüchtert und angepöbelt. Es kam auch zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen einigen dieser Faschisten und den ansässigen Roma. Etliche dieser militanten rechten Gruppen organisierten Wehrsportübungen in direkter Nachbarschaft der Roma-Häuser in Gyöngyöspata. Schließlich wurden die Frauen und Kinder der Roma aus diesem Dorf über Ostern aufgrund der zunehmenden Spannungen evakuiert.

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