Transatlantischer Schuldenturmbau im Vergleich

Telepolis, 06.07.2011
Bei allen Unterschieden im Krisenverlauf und konkreter Krisenpolitik sind die Schuldenkrisen in den USA und der Eurozone auf dieselben Ursachen zurückzuführen

Kurz vor der entscheidenden Abstimmung über den fortgesetzten sozialen Kahlschlag in Griechenland am letzten Wochenende, mit dem lediglich die Agonie dieser Volkswirtschaft verlängert wird, hatten sich auch US-amerikanische Notenbanker zu Wort gemeldet, die vor den „Ansteckungsgefahren“ der griechischen Schuldenkrise für den amerikanischen und globalen Finanzsektor warnten. Der amerikanische Notenbankchef Bernanke warnte vergangene Woche vor den globalen Folgen der Krise der Eurozone: „Wenn eine Lösung der Situation misslingt, dann würde dies das europäische Finanzsystem und das weltweite Finanzsystem gefährden – und ich vermute auch die europäische Einheit.“ Parkinson, Leiter der Aufsichtsabteilung der US-Notenbank Fed, schätzte wenig später das direkte Engagement der amerikanischen Banken in Europas Schuldenländern als relativ gering ein, doch könnten die Folgen einer eskalierenden Schuldenkrise in Europa eine Reihe von „Ansteckungseffekten“ auslösen, die schwer abschätzbar seinen. Völlig unklar ist beispielsweise, wie stark amerikanische Finanzhäuser vermittels komplexer Finanzinstrumente – wie etwa Kreditversicherungen – in dem europäischen Schuldensumpf involviert sind.

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