Klimakrise und Inflation

Versorgerin, #133, März 2022

Tomasz Konicz über den selbstwidersprüchlichen und aussichtslosen Versuch, kapitalistisches Wachstum auf ökologische Grundlagen zu stellen.

Ein neues Wort macht die Runde im Medienbetrieb: die Greenflation.[1] Mit diesem Neologismus wird in der Wirtschaftspresse das Phänomen einer »grünen« Inflation bezeichnet, die durch die enormen Kosten und den Ressourcenbedarf der angestrebten Energiewende der Weltwirtschaft befeuert wird. Die Umstellung auf regenerative Energiequellen, die Reduzierung der CO2-Emissionen in Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft – dies kostet zum einen sehr viel Geld, da hierzu umfassende Investitionen in Forschung, Infrastruktur und Produktionsabläufe notwendig sind. Zum anderen steigt der Ressourcenhunger der spätkapitalistischen Warenproduktion während der energetischen Transformation bei vielen knappen Rohstoffen, da diese scheinbar »ökologische« Umstellung in Form neuer, expandierender Märkte realisiert werden soll, die dem Kapital neue Verwertungsmöglichkeiten eröffnen müssen. Dieser angepeilte, waren- wie marktförmige Transformationsprozess der energetischen Basis der Warenproduktion, der ohnehin durch den Wachstumszwang des Kapitals ad absurdum geführt wird, gerät drittens in Konflikt mit den Auswirkungen der voll einsetzenden Klimakrise.

Link: http://versorgerin.stwst.at/artikel/mar-3-2022-1128/klimakrise-und-inflation

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