Archiv für Juni 2022

Was ist Krisenimperialismus?

Donnerstag, 23. Juni 2022

konicz.info, 23.06.2022

Und wodurch unterscheidet er sich vom klassischen Imperialismus früherer Epochen?

Krisenimperialismus ist das staatliche Dominanzstreben – vollzogen mit ökonomischen, politischen oder militärischen Mitteln – in der Epoche der Kontraktion des Verwertungsprozesses des Kapitals. Die Staatsapparate der Zentren des Weltsystems streben hierbei nach Dominanz in einer durch permanente Produktivitätsfortschritte befeuerten Systemkrise, die einerseits, vornehmlich in der Peripherie, Regionen ökonomisch und ökologisch verbrannter Erde produziert, und andererseits das Aufkommen eines neuen Akkumulationsregimes, bei dem massenhaft Lohnarbeit in der Warenproduktion verwertet würde, unmöglich macht. Dieser Krisenprozess geht mit einer schneller als die Weltwirtschaftsleistung steigenden Verschuldung einher und führt zur Ausbildung einer ökonomisch überflüssigen Menschheit, wie es etwa die Flüchtlingskrisen der vergangenen Jahre illustrierten.

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Hitzetod in der Klimakrise

Dienstag, 21. Juni 2022

konicz.info, 22.06.2022

Die kapitalistische Klimakrise fordert bereits massenhaft Todesopfer unter armen und gefährdeten Bevölkerungsschichten – nicht nur im globalen Süden.

Die Klimakrise fordert längst massenhaft Todesopfer. Auch dieses Jahr dürften abermals Hunderte Obdachlose der buchstäblich mörderischen Hitze zum Opfer fallen, die alljährlich weite Teile der Vereinigten Staaten heimsucht.1 Letztes Jahr wurden US-weit rund 1500 Todesfälle registriert, die einen direkten Zusammenhang mit den Hitzewellen aufweisen, die insbesondere im Süden und Westen des Landes immer neue Rekordwerte erreichen. Rund die Hälfte dieser Hitzetoten war obdachlos. Es sind somit gerade die ärmsten der Armen, die zuerst der sich voll entfaltenden Klimakrise zum Opfer fallen.

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Fed e BCE no beco sem saída da política monetária

Montag, 20. Juni 2022

konicz.info, 20.06.2022

Breve historial sobre as aporias da política de crise burguesa na transição da economia mundial da crise da pandemia para a crise da guerra

Tomasz Konicz

Da pandemia à guerra – a economia mundial claro que já não tem descanso. No seu website, o Tagesschau vê mesmo a economia mundial ameaçada por „múltiplas crises“.1 Mas quando se trata das consequências económicas do rápido avanço da erosão do sistema mundial capitalista, coloca-se agora a questão de saber se faz algum sentido falar de uma crise económica pandémica ou de uma crise económica relacionada com a guerra, e se não seria mais consistente compreender finalmente os sucessivos choques económicos como fases de um único e mesmo processo de crise sistémica.

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Zerrissen zwischen Ost und West

Montag, 20. Juni 2022

konicz.info, 20.06.2022

Kurzer historischer Überblick über den Weg in den Ukraine-Krieg vor dem Hintergrund der Weltkrise des Kapitals.

Zu Beginn des Krieges um die Ukraine, als der Schock über den Größenwahn des Kremls sich gerade erst voll entfaltete, verstörte Wladimir Putin die geschichtslose westliche Öffentlichkeit mit bizarren öffentlichen Geschichtsvorträgen, in denen er Lenin und die Bolschewiki anklagte, Russland im Verlauf der Revolution furchtbares Unrecht angetan zu haben, da sie die Ukraine in ihrer derzeitigen Form faktisch erst aus historischen Territorien Russlands geformt hätten.1 Putin wirkte hierbei wie ein Relikt des aggressiven, expansiven Nationalismus des 19., 20. Jahrhunderts, der seine Gebietsansprüche immer auch mit selektiven Geschichtsinterpretationen begründete. Doch dieser scheinbare Anachronismus, der auch beim neo-osmanischen Imperialismus Erdogans zutage tritt, täuscht über dessen gegenwärtige Funktion hinweg.

Die reaktionäre putinische Geschichtsideologie, die letztlich die Ukraine als ein synthetisches Kommunisten-Konstrukt ansieht und ihr implizit die Existenzberechtigung abspricht, bildet im 21. Jahrhundert nur ein komplementäres ideologisches Moment der stummen Geschichtslosigkeit im erodierenden neoliberalen Mainstream. Das Leben in der ewigen Jetztzeit, die durch die Kulturindustrie in den Zentren des Weltsystems prolongiert wird, sodass der Erinnerungshorizont der erodierenden Mittelklasse, die sich noch Ideologie leisten kann, nur bis zum letzten Spektakel reicht, verschafft gerade dann solchen Narrativen die notwendigen öffentlichen Freiräume, wenn Kriege oder Krisen den entsprechenden ideologischen Bedarf schaffen. Aufbauend auf dieser Geschichtslosigkeit, die durch das massenmediale Dauerbombardement entsteht, kann Geschichte instrumentalisiert werden – das gilt für Moskau wie für den Westen.

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Fed und EZB in geldpolitischer Sackgasse

Samstag, 11. Juni 2022

konicz.info, 11.06.2022

Ein kurzer Hintergrund zu den Aporien bürgerlicher Krisenpolitik beim Übergang der Weltwirtschaft von der Pandemie- zur Kriegskrise.

Von der Pandemie in den Krieg – die Weltwirtschaft kommt offensichtlich nicht mehr zur Ruhe. Die Tagesschau sieht auf ihrer Internetpräsenz die Weltwirtschaft gar von „multiplen Krisen“ bedroht.1 Doch wenn es um den ökonomischen Fallout der rasch voranschreitenden Erosion des kapitalistischen Weltsystems geht, dann stellt sich inzwischen die Frage, ob es überhaupt noch Sinn macht, von einer pandemie- oder kriegsbedingten Wirtschaftskrise zu sprechen, oder ob es nicht konsequenter wäre, endlich die aufeinander folgenden ökonomischen Erschütterungen als Etappen ein und desselben systemischen Krisenprozesses zu begreifen.

Die Weltbank jedenfalls musste in ihrer jüngsten Einschätzung zur Weltkonjunktur ihre frühere Wachstumsprognose deutlich nach unten revidieren.2 Demnach soll die Weltwirtschaft in diesem Jahr nur noch um 2,9 Prozent wachsen, während die Weltbank im Januar noch von 4,1 Prozent ausging. Dies würde nahezu einer Halbierung der globalen Konjunkturdynamik gleichkommen, da diese 2021 aufgrund der gigantischen, schuldenfinanzierten Konjunkturmaßnahmen vieler Staaten satte 5,7 Prozent erreichte. Für viele Entwicklungs- und Schwellenländer, die soziale Stabilität nur bei hohen Wachstumsraten erzielen können, ist diese Konjunkturbremsung bereits gefährlich – gerade vor dem Hintergrund der explodierenden Lebensmittelpreise. Überdies warnte die Weltbank aufgrund des rasch zunehmenden Preisauftriebs vor dem zunehmenden Risiko einer längeren Stagflationsperiode, ähnlich der Krisenphase in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts, als konjunkturelle Stagnation mit einer mitunter zweistelligen Inflation einherging (Siehe hierzu auch: „Zurück zur Stagflation?“).3

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Il tempo dei mostri…

Mittwoch, 08. Juni 2022


La nuova qualità della crisi

erché dopo la guerra in Ucraina non ci sarà un ordine stabile post-bellico –
08.06.2022, di Tomasz Konicz

E‘ questo «quello grosso», il Big One? Sarà questo il grande crollo che sconvolgerà tutto ciò che era stato stabilito, in termini di strutture e dinamiche globali, dall’avanzata del neoliberismo negli anni ’80? A posteriori, la guerra in Ucraina può essere vista come la fine di un’epoca, come un punto di svolta nel processo di crisi globale, nel quale il sistema globale del tardo capitalismo in crisi è entrato in una nuova dimensione della crisi. Il fatto che il sistema mondiale capitalista si trovi in una grave crisi sistemica [1], viene ora ormai generalmente accettato, anche dalla sinistra tedesca, dopo decenni di ignoranza e di marginalizzazione [2] della teoria della crisi della critica del valore, ma quale sia il carattere del processo di crisi, appare loro ancora molto poco chiaro. E ciò dal momento che la crisi sistemica del tardo capitalismo, infatti, non è un evento isolato, né un semplice «grande crash», quanto piuttosto un processo storico che si dispiega a ondate, nel corso di decenni, la cui erosione arriva dalla periferia fino ai centri del sistema mondiale. Le crisi di indebitamento del Terzo Mondo, verificatesi negli anni ’80, all’inizio dell’era neoliberista oggi ormai al collasso, e che si sono lasciate dietro file di guerre civili e di «Stati falliti», hanno raggiunto da tempo i centri del sistema mondiale. Ciò è evidente, ad esempio, nella crescente tendenza alla stagflazione, che ricorda il periodo di stagflazione degli anni ’70, e che poi ha favorito l’irruzione del neoliberismo [3]. Pertanto, la crisi sistemica non è un «big bang»[4], ma piuttosto un processo storico di crescente sviluppo della contraddizione interna ed esterna del capitale che, a causa della razionalizzazione mediata attraverso la concorrenza, si libera della sua stessa sostanza: il lavoro che crea valore nella produzione di merci, e lascia dietro di sé un’umanità economicamente superflua [5], e un mondo ecologicamente devastato [6]. In questo contesto, tale processo storico di crisi – che ha dato origine al neoliberismo in quanto sistema per «ritardare la crisi» – è caratterizzato da delle fasi di letargo poi interrotte da focolai di crisi che si manifestano nei centri: come la bolla delle Dot-com nel 2000, la bolla immobiliare nel 2008, il focolaio di crisi legato alla pandemia nel 2020, e gli sconvolgimenti che iniziano ora a partire dalla guerra. Il ritardo della crisi, è stato pertanto acquistato pagandolo con la crescente instabilità del sistema, il quale aveva dovuto già affrontare focolai di crisi sempre più violenti nei decenni neoliberali, e accumulando così un ancora più grande potenziale di crisi.

Link: https://francosenia.blogspot.com/2022/06/il-tempo-dei-mostri.html

A nova qualidade da crise

Dienstag, 07. Juni 2022

konicz.info, 07.06.2022
Por que razão não haverá uma ordem pós-guerra estável depois da guerra sobre a Ucrânia

Tomasz Konicz, Tradução de Boaventura Antunes

A dialéctica da crise * Desglobalização * A China como o novo hegemonista? * Oceânia versus Eurásia? * Formação e desintegração do Estado autoritário * Amoque ou emancipação

Is this the big one? Será este o grande crash que irá derrubar tudo o que foi estabelecido em termos de estruturas e dinâmicas globais desde o avanço do neoliberalismo na década de 1980? A guerra sobre a Ucrânia poderá de facto ser vista em retrospectiva como o fim de uma época, como um ponto de viragem do processo de crise global, no qual o sistema mundial do capitalismo tardio em crise passou para uma nova qualidade da crise.


O facto de o sistema mundial capitalista estar numa grave crise sistémica1 é agora geralmente aceite, mesmo na esquerda alemã, após décadas de ignorância e marginalização2 da teoria da crise da crítica do valor, mas o carácter do processo de crise parece ainda estar muito pouco esclarecido. Pois a crise sistémica do capitalismo tardio não é um acontecimento isolado, não é um mero „grande crash“, mas um processo histórico que se desdobra em surtos ao longo de décadas, corroendo da periferia para os centros do sistema mundial. As crises de endividamento do Terceiro Mundo, que ocorreram nos anos 80 no início da era neoliberal agora em colapso e deixaram atrás de si filas de guerras civis e „Estados falhados“, há muito que atingiram os centros do sistema mundial. Isto é evidente, por exemplo, na tendência crescente para a estagflação, que faz lembrar o período de estagflação dos anos 70 – que então ajudou o neoliberalismo a irromper.3

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