Archiv für Januar 2021

Hedge-Fonds, GameStop und Reddit-Kleinanleger: Die große Blackrock-Bonanza

Samstag, 30. Januar 2021

Lower Class Magazine, 30.01.2021

Wenn Finanzmarktkritiker zu Spekulanten werden – oder das Elend der verkürzten Kapitalismuskritik am Beispiel der aktuellen Schwarmspekulation mit Gamestop-Aktien.

Gamestop ist ein Fossil, ein Anachronismus, dessen Siechtum selbst Deals mit Microsoft nicht mehr nennenswert verlängern können. Die Ladenkette spezialisierte sich darauf, Datenträger von Computerspielen zu verkaufen und aufzukaufen. Angesichts beständig zunehmender Internetbandbreite und des korrespondierenden Aufstiegs digitaler Spieleplattformen wie Steam, die den ganzen Zwischenvertrieb und die Produktion der Datenträger als Kostenfaktoren ausschalten, scheint das Ende dieses rund 7500 Filialen umfassenden Unternehmens besiegelt – ihr dürfte es ähnlich ergehen, wie den großen Videotheken-Ketten, die längst den Streamingdiensten weichen mussten. Ähnliches gilt für den weltgrößten Kinokonzern, für AMC. Kinos? Im Zeitalter von Netflix, Covid und Klimakrise? Really?

Link: https://lowerclassmag.com/2021/01/30/hedge-fonds-gamestop-und-reddit-kleinanleger-die-grosse-blackrock-bonanza/

Leben im Worst-Case-Szenario

Donnerstag, 28. Januar 2021

Telepolis, 28.01.2021

Die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit ist laut Wissenschaftlern weiter vorangeschritten, als es den Anschein hat

Beim Klima kommt es immer schlimmer, als mensch denkt. Wenn es eine Konstante bei der Erforschung des Klimawandels gibt, dann ist es die Tendenz der Wissenschaft, dessen Dynamik zu unterschätzen. Die Geschwindigkeit, mit der klimatische Veränderungen insbesondere in der Arktis und Antarktis ablaufen, übertraf die entsprechenden wissenschaftlichen Prognosen, etwa wenn es um das Auftauen der Permafrostböden im hohen Norden geht, mitunter um viele Jahrzehnte.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Leben-im-Worst-Case-Szenario-5038740.html

A máquina de queimar o mundo

Montag, 25. Januar 2021

blogdopedlowski, 24.01.2021

Por que um capitalismo eficiente em recursos é, em princípio, impossível

Por Tomasz Konicz para o Neues Deutschland

O capitalismo e a proteção do clima podem ser acordados? Para a opinião publicada, esta questão parece ter sido esclarecida há muito tempo. A necessidade de deixar a economia de combustível fóssil para trás dificilmente é seriamente questionada no parlamento alemão. Mesmo um partido empresarial muito conservador como a CDU agora é capaz de se comprometer com a proteção do clima em suas declarações. Mas, ao mesmo tempo, logo depois que Armin Laschet foi eleito líder da CDU, vilarejos inteiros estão sendo demolidos na Renânia do Norte-Vestfália para expandir a queima de lignito, particularmente prejudicial ao clima.

Link: https://blogdopedlowski.com/2021/01/24/a-maquina-de-queimar-o-mundo/

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Letzter neoliberaler Tanz auf dem Vulkan

Freitag, 22. Januar 2021

telegraph #137/138, 2020/2021

Die demokratische Administration unter dem greisen Establishment- Präsidenten Joe Biden wird die gigantischen Probleme nicht lösen können, denen sich die USA ausgesetzt sehen.

Was ist von Joe Biden, dem 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten, zu erwarten? Nicht viel, denn es scheint angesichts seines fortgeschrittenen geistigen Verfalls sicher, dass der greise Establishment-Mann seine Amtszeit vorzeitig beenden wird, um die Präsidentschaft irgendeinem Washingtoner Insider – wie der als knallharte Generalstaatsanwältin berüchtigten Vizepräsidentin Kamala Harris – zu übergeben. Unabhängig von konkreten Personalien ist von der demokratischen Administration auch kein substanzieller Politikwechsel zu erwarten, der es fertigbringen würde, der tiefgreifenden sozialen wie ökologischen Krise, in der sich die USA wie das gesamte spätkapitalistische Weltsystem befinden, wirksam zu begegnen,. Biden trat gegen Trump mit dem Wahlkampfslogan an, eine „Rückkehr zu Normalität“ zu gewährleisten, als ob der Rechtspopulist im Weißen Haus nur einen „Betriebsunfall“ darstellen würde – und nicht ein spezifisch amerikanisches Symptom der Weltkrise des Kapitals wäre. Die zutiefst konservative Idee, mitten in einer sich entfaltenden sozio-ökologischen Krise die Uhr der Geschichte zurückdrehen zu wollen, um eine neoliberale „Normalität“ wiederherstellen zu wollen, die selber Krisenfolge und Krisenverstärker ist, kann sich nur bitter an eben dieser Realität blamieren.

Link: https://telegraph.cc/letzter-neoliberaler-tanz-auf-dem-vulkan/

Die Weltverbrennungsmaschine

Freitag, 22. Januar 2021

Neues Deutschland, 23.01.2021

Warum ein ressourcenschonender Kapitalismus prinzipiell unmöglich ist

Können Kapitalismus und Klimaschutz vereinbart werden? Für die veröffentlichte Meinung jedenfalls scheint diese Frage längst geklärt. Die Notwendigkeit, die fossile Wirtschaftsweise hinter sich zu lassen, wird diesseits der AfD in der Bundesrepublik kaum noch ernsthaft infrage gestellt. Selbst eine stockkonservative Wirtschaftspartei wie die CDU schafft es inzwischen, in ihren Deklarationen ein Bekenntnis zum Klimaschutz abzulegen. Doch zugleich werden in Nordrhein-Westfalen, kurz nach der Wahl Armin Laschets zum CDU-Chef, ganze Dörfer abgerissen, um die besonders klimaschädliche Braunkohleverbrennung auszuweiten.

Link: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1147322.klimaschutz-die-weltverbrennungsmaschine.html

ILUSÃO E CRISE. O MUNDO COMO A VONTADE DOS CONSPIRADORES

Freitag, 22. Januar 2021

Tomasz Konicz, 20.01.202. Tradução de Boaventura Antunes

Medida pelo seu conteúdo, a ilusão em massa em tempos de crise pode parecer risível. Como fenómeno social, no entanto, deve ser levada a sério. Pois as ideologias da conspiração não são um corpo estranho na sociedade, diz o nosso autor. Pelo contrário, são uma forma desesperada do centro neoliberal em erosão.

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Let There Be Money. An Inside View of Capitalism

Donnerstag, 21. Januar 2021

A documentary project by Ernst Hunsicker.

As financial crises have followed each other in ever more rapid succession in recent years, it seems the global economy has barely had time to recover from one before lurching to the next. At the same time, the world appears locked in a rising spiral of war and terrorist violence as tensions sparked by ever fiercer competition for resources increasingly erupt in hostile conflicts and growing numbers of the world’s population feel marginalized and turn to anti-Semitism, Islamism and other ideologies that promote violence in frustration.In light of these developments, it has become clear that we need to gain a deeper understanding of the capitalist system if we are to come to grips with the massive crisis we are facing. But while condemning the excesses of unchecked global market capitalism has become fashionable in the mainstream media, anyone looking there for enlightenment or well-reasoned analysis is bound to be disappointed, for they have had little to offer beyond wishful thinking and idle fantasies of a „post-growth economy“ or „reining in the markets.“My own interest in economics was kindled by outrage at the impact of the „reform“ policies imposed on developing nations by the IMF and World Bank, prompting me to delve into what was for me the new and unfamiliar world of economic theory. My explorations eventually led me to the unorthodox economist Robert Kurz and his hypothesis that the inner dynamic of capitalism will inevitably lead it to run up against its inherent limits, ultimately leading the world to descend into barbarism. I had the privilege of accompanying Kurz on his last trip outside Europe before his premature death in 2012, and my encounter with this original thinker and his intriguing theories gave new impetus to my journey of discovery. Let There Be Money traces this fascinating journey and explores the question that became the driving force behind it: Was Kurz right? Is that merciless machine of our own making that we call the capitalist system bound to run up against a wall? Is breaking its hold on our minds our only hope for a livable future?

Link: https://www.youtube.com/watch?v=qlQcZ9NPNiU&feature=youtu.be

Die Welt als Wille der Verschwörer

Mittwoch, 20. Januar 2021

Kontext, 20.01.2021

Am Inhalt bemessen, mag der massenhafte Wahn in Krisenzeiten lachhaft erscheinen. Als soziales Phänomen muss er jedoch ernst genommen werden. Denn Verschwörungsideologien seien kein Fremdkörper in der Gesellschaft, meint unser Autor. Vielmehr handle es sich um eine extreme Form der erodierenden neoliberalen Mitte.

Link: https://www.kontextwochenzeitung.de/debatte/512/die-welt-als-wille-der-verschwoerer-7258.html

Rezension Klimakiller Kapital

Mittwoch, 13. Januar 2021

Der Aktivist und Attac-Mitbegründer Werner Rätz hat jüngst mein Buch Klimakiller Kapital besprochen. Hier ein kleiner Auszug:

Die zentrale Aussage des Buches von Tomasz Konicz ist schnell zusammengefasst: Wenn der Kapitalismus nicht bald überwunden wird, werden Klimawandel und Umweltzerstörung Formen und Geschwindigkeiten annehmen, die die Erde zu einem für Menschen nur noch sehr bedingt lebbaren Ort machen. Die Dringlichkeit, mit der das vorgetragen wird, steht manchem in keiner weise nach, was aus radikalen Teilen der Degroissancebewegung und mit ihr verbundenen Wissenschaftler*innen zu hören ist. Auch aus der marxistischen Linken kommen gelegentlich ähnliche Töne. Dennoch lässt Konicz keinen Zweifel aufkommen, dass dies nicht seine Ansätze sind. Schon in der Einleitung erklärt er seine Intention, „dem ökologisch motivierten Verzichtsdenken wie auch dem simplen Klassenkampfparadigma entgegenzuwirken“; es solle vielmehr „nachgewiesen werden, dass beide Ansätze nicht weit genug gehen, da sie in den kapitalistischen Denkformen verfangen bleiben: Verzicht, da Bedürfnisbefriedigung in Warenform gedacht wird; Klassenkampf, da der Fetischismus und die Formen subjektloser Herrschaft ausgeblendet werden“ (S.17). Dabei wird der Klassenkampf nicht abgelehnt, sondern er wird verstanden als eine auf Umverteilung des kapitalistisch produzierten Reichtums gerichtete Praxis. Eine solche kann sehr wohl nützlich sein, wird aber nicht zum Sturz des ökonomischen Systems führen, auf dem sie beruht: „Dem Klassenkampf … wohnt keine objektive transformatorische Potenz inne.“ (S. 54)

Die volle Rezension kann unter folgender Webadresse abgerufen werden: https://www.werner-raetz.de/wp-content/uploads/2020/12/konicz.pdf

Ideologie in der Hungerkrise

Sonntag, 10. Januar 2021

Telepolis, 09.01.2021

Wie das neurechte Gerede von der „Überbevölkerung“ der Erde der Barbarei den Weg ebnet

Das größte Problem der Menschheit sei sie selbst – auf diesen Nenner lässt sich eine der ältesten, archaischen Ideologien bringen, die den Aufstieg des Kapitals zur globalen Totalität begleitete. Die gegenwärtige globale Hungerkrise lässt zuverlässig das Narrativ von der Überbevölkerung der Erde aufkommen, die insbesondere im globalen Süden verortet wird.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Ideologie-in-der-Hungerkrise-5001926.html

La Cina e l’impossibile modernizzazione in ritardo

Donnerstag, 07. Januar 2021

pulgarias.wordpress.com

La Cina è oggi il paese che emette più gas serra. Nonostante tutti i programmi per la produzione di energie rinnovabili, il capitalismo di stato del paese è responsabile di quasi il 30% delle emissioni globali di biossido di carbonio. Questo spiega l’incompatibilità tra capitalismo e moderazione climatica. E non solo nei paesi emergenti.

Link: https://pulgarias.wordpress.com/2021/01/07/vedo-grigio/

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Schema F

Sonntag, 03. Januar 2021

Konkret 2020/12

Die Brüsseler Politikmaschine hat Ende Oktober eine Agrarreform ausgespuckt. Die neuen Regelungen begünstigen die alten Strukturen der industriellen Landwirtschaft. Von Tomasz Konicz

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) bezeichnete die EU-Agrarreform zum Umbau der europäischen Common Agricultural Policy (CAP), die nach zweijährigen Verhandlungen während der deutschen Ratspräsidentschaft auf Agrarministerebene beschlossen wurde, als „Meilenstein“ und sprach von einem „Systemwechsel“ zu „mehr Nachhaltigkeit, Fairness und Wettbewerbsgerechtigkeit“ im europäischen Agrarsektor. Obwohl die 27 EU-Staaten über unterschiedliche landwirtschaftliche Strukturen verfügten, hätten sie sich auf einen verpflichtenden Standard bei Umwelt- und Klimaschutz geeinigt. Umweltverbände und NGOs hingegen sprachen von einer „Katastrophe für den Natur- und Klimaschutz“ (WWF), von einer „vorgestrigen Politik“ (Bund) oder von „Greenwashing übelster Sorte“ (Greenpeace). Selbst die „FAZ“, nicht gerade als Bastion des Umwelt- und Klimaschutzes bekannt, sah die Chance für einen tatsächlichen Systemwechsel verpasst. Eine Neuausrichtung der Agrarpolitik sei in der kommenden Haushaltsperiode 2021 bis 2027 nicht gelungen, das alte System werde in seinen Grundzügen beibehalten.

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Vabanque

Sonntag, 03. Januar 2021

Konkret 2020/11

Der Stellvertreterkrieg um die Region Bergkarabach könnte sich zum Großkonflikt entwickeln. Von Tomasz Konicz

Josef Stalin war nicht gerade für Sensibilität in Nationalitätenfragen bekannt. Der Erfinder der nationalen Kollektivstrafe, der schon mal ganze Völkerschaften während des 2. Weltkrieges ins Exil deportieren ließ, sofern sie der potenziellen Kollaboration mit Nazideutschland verdächtig waren, stand in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts dem sowjetischen Volkskommissariat für Nationalitätenfragen vor. In dieser Eigenschaft traf er 1921 die Entscheidung, eine von Armeniern bewohnte Bergregion, die den russischen Namen eines „Gebirgigen Gartens“ verpasst bekam, aus der Konkursmaße der kurzlebigen, ende 1920 von Sowjettruppen besetzten Armenischen Republik herauszulösen, um sie in die neu geschaffene aserbaidschanische Sowjetrepublik als einen autonomen Oblast zu integrieren. Motiviert schien diese 1923 umgesetzte Grenzbildung, die bis zur Implosion der Sowjetunion trotz etlicher armenischer Initiativen nicht mehr revidiert wurde, durch taktische Überlegungen Stalins, bei denen die Akzeptanz der Sowjetherrschaft bei den Muslimen und Turkvölkern Zentralasiens gesteigert, und eine etwaige Allianz mit Atatürk und dem sich formenden türkischen Staat befördert werden sollte.

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Great Game

Sonntag, 03. Januar 2021

Konkret 2020/10

Im Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei werden alte imperialistische Bündniskonstellationen aufgefrischt.

Wie weit kann Erdogan gehen, bei seinem Kampf um die Wiedererrichtung des Osmanischen Reiches? Der liebe Nato-Partner Türkei, dessen islamofaschistisches Regime schon die Genozidmiliz des Islamischen Staates im syrischen Bürgerkrieg nach Kräften förderte, der – unter Ausnutzung der geopolitischen Rivalität zwischen den USA und Russland – etliche Regionen Rojavas und Nordsyriens okkupiert und inzwischen auch im Nordirak einmarschiert ist, beansprucht nun, aufbauend auf der türkischen Intervention in Libyen, weite Teile des östlichen Mittelmeeres für sich. Der militärische Showdown zwischen der Türkei und Griechenland, der bei Redaktionsschluss Anfang September noch nicht entschärft war, kreist folglich nicht nur um die konkreten Rohstoffvorkommen auf dem Boden des östlichen Mittelmeeres, für Ankara stellt dieser Konflikt nur einen weiteren Schritt zur angestrebten Revision der Ergebnisse des Ersten Weltkrieges dar.

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Geld drucken mit Tomasz Konicz

Sonntag, 03. Januar 2021

Ware, Wert und Geld. Uferlose Kapitalverwertung als Ursache der gegenwärtigen kapitalistischen Malaise?

Link: https://www.freie-radios.net/106154