Archiv für August 2007

Kalter Krieg um den Nordpol

Samstag, 11. August 2007

„Telepolis“, 11.08.2007

Russland, USA und Kanada im Streit um die Bodenschätze der Arktis

Es gehe darum, die „Grenzen des russischen Festlandsockels“ zu erkunden, so die [extern] offizielle Mission der russischen Nordpolexpedition „Artkis-2007“. In Begleitung des atomgetriebenen Eisbrechers „Rossija“ erreichte das Forschungsschiff „Akademik Fjodorow“ am Mittwoch, den 1. August den Nordpol, um am folgenden Donnerstag eine technische Meisterleistung zu vollbringen: Zwei bemannte U-Boote, Mir-1 und Mir-2, tauchten in die Tiefe von über 4200 Metern und hinterließen auf dem polaren Meeresgrund eine russische Flagge aus Titan. Während Polarforscher den russischen Coup weltweit bejubelten, provozierte dieses Flaggenhissen auf dem Meeresgrund unter dem Nordpol harsche Reaktionen der anderen Anrainerstaaten der Arktis, insbesondere der USA und Kanadas.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25935/1.html 

Die Graue Eminenz

Mittwoch, 08. August 2007

„Telepolis“, 08.08.2007

Wie das erzkatholische Medienimperium des polnischen Redemptoristen „Vater Rydzyk“ Politik macht

Eines kann man den Kaczynski-Zwillingen sicherlich nicht nachsagen: Dass sie für Kritik empfänglich wären oder Beleidigungen einfach über sich ergehen ließen. Als die TAZ ihre zugegebenermaßen unappetitliche Satire über Polens Premier und Präsident Ende Juni 2006 veröffentlichte, löste dies ernsthafte diplomatische Spannungen zwischen beiden Ländern aus. Die Warschauer Staatsanwaltschaft ermittelte gegen den TAZ-Autor wegen der „Beleidigung des Staatsoberhaupts“, Polens Außenministerin Anna Fotyga verglich die liberale Tageszeitung mit dem NZ-Hetzblatt „Der Stürmer“.Ganz anders, viel zurückhaltender und vorsichtiger fielen hingegen die Reaktionen der jähzornigen Zwillingsbrüder aus, als die heimlich mitgeschnittenen Beleidigungen des einflussreichen Redemptoristen „Vater Rydzyk“ durch das Wochenmagazin Wprost Anfang Juli publiziert wurden.

Link: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25897/1.html 

Belarus sucht Ausweg

Dienstag, 07. August 2007

„Junge Welt“, 08.08.2007
Abhängigkeit von russischen Energielieferungen soll vermindert werden. Stärkere Kooperation mit Venezuela und Bau eines Atomkraftwerks geplant

Der Ausbruch eines neuen »Gaskrieges« zwischen der Republik Belarus und der Russischen Föderation konnte in letzter Minute zumindest vorläufig verhindert werden. Wie der russische Gasmonopolist Gasprom am Wochenende mitteilte, überwies Minsk am vergangenen Freitag 190 Millionen US-Dollar auf die Konten des Staatskonzerns. Die belarussischen Schulden für russisches Erdgas belaufen sich insgesamt auf 456 Millionen US-Dollar. Zur Jahreswende wurde im Zuge ähnlicher Auseinandersetzungen zwischen den beiden, ehemals eng verbündeten Ländern der Erdgas­transit nach Westeuropa kurzzeitig unterbrochen. Damals setzte Rußland eine Verdopplung des Preises für an Belarus zu lieferndes Erdgas durch.

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Glückwünsche an die Waffen-SS

Montag, 06. August 2007

„Junge Welt“, 07.08.2007
Geschichtsrevisionismus in Estland und Westukraine weiter auf dem Vormarsch

Die estnischen Behörden geben sich weiterhin alle Mühe, ihre europaweite Spitzenposition in Sachen Geschichtsrevisionismus zu verteidigen. Wie am 1. August bekannt wurde, verhinderten kommunale Dienststellen die Enthüllung eines antifaschistischen Denkmals in der ostestnischen Ortschaft Metsakivi. Das Monument sollte 14 Einwohnern gewidmet werden, die im Sommer 1941 von deutschen Nazisoldaten erschossen worden sind. Lokale Politiker intervenierten aber sehr schnell, da einer der Erschossenen mit der Sowjetunion sympathisiert und mit der Roten Armee zusammengearbeitet haben soll. Der estnische Sicherheitsdienst Kaitsepolitseiamet nahm Ermittlungen in dieser Angelegenheit auf. Sollte sich unter den 14 Erschossenen tatsächlich ein Kommunist befunden haben, bleibt die Enthüllung des Denkmals eher unwahrscheinlich.

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Städtisches Kongreßzentrum für Neonazis

Montag, 06. August 2007

„Junge Welt“, 07.08.2007
Breites Bündnis gegen NPD-Versammlung zum Auftakt der Landtagswahlen in Hannover

Die niedersächsische NPD hat sich mal wieder vor Gericht durchgesetzt. Das Verwaltungsgericht Hannover entschied Ende Juli, daß die neofaschistische Partei ihren Auftakt für die Landtagswahlen im Frühjahr 2008 in dem zentral gelegenen und im Stadtbesitz befindlichen Hannover Congress Centrum abhalten darf. Die Stadt hatte den Antrag der Rechtsradikalen im Juni zunächst abgelehnt, und sich auf eine »akute Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung berufen«. Das Verwaltungsgericht wollte hierfür keine Anhaltspunkte sehen, und verwies zugleich auf die Polizeikräfte, deren Aufgabe es ja sei, für »die öffentliche Sicherheit und Ordnung« zu sorgen.

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Blau-oranges Patt

Sonntag, 05. August 2007

„Junge Welt“, 06.08.2007
Am 2. August begann offiziell die Kampagne zu den ukrainischen Parlamentswahlen Ende September. Lager von Juschtschenko und Janukowitsch gleichauf

Es war das inzwischen vierte Dekret, mit dem der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko am 1. August endgültig den Weg für vorgezogene Neuwahlen freimachte. Im Gegensatz zu seinem ersten Erlaß löste dieser jüngste, rein formelle Schritt keine Staatskrise mehr aus. Der vom Präsidenten verkündete Wahltermin des 30. September gilt als ein Kompromiß, der nach monatelangem Machtkampf zwischen dem prowestlichen Präsidenten und seinem Gegenspieler, dem als rußlandfreundlich geltenden Premier Viktor Janukowitsch, erreicht wurde.

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Im Laufschritt zur NATO

Freitag, 03. August 2007

„Junge Welt“, 03.08.2007
Tbilissi intensiviert Zusammenarbeit mit westlichem Militärbündnis. Kandidatenstatus ab 2008 angestrebt. Kommunisten kündigen Ausweitung der Proteste an

Etliche Mitglieder der Vereinigten Kommunistischen Partei Georgiens (SEKP) hielten am Montag vor dem Verbindungsbüro der NATO in der Landeshauptstadt Tbilissi eine Protestkundgebung ab. Die Kommunisten demonstrierten gegen den von der georgischen Regierung angestrebten Beitritt der südkaukasischen Republik zur westlichen Militärallianz. Während der unter dem Motto »Georgien ohne NATO« abgehaltenen Kundgebung nötigten die Demonstranten das NATO-Personal, eine Protestnote anzunehmen, und kündigten die Ausdehnung des Widerstandes auf das ganze Land an.

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