Archiv für die Kategorie 'Weltwirtschaftskrise'

Double Dip

Freitag, 05. Februar 2021

Konkret, 01/2021

Im Zuge der Corona-Pandemie droht der Eurozone eine weitere Rezession samt anschließender Bankenkrise. Von Tomasz Konicz

Die angelsächsische Konkurrenz brachte es auf den Punkt: Die Eurozone müsse sich in den kommenden Monaten irgendwie „über Wasser halten“, bis ein effizienter Corona-Impfstoff breit verfügbar und ein Zustand erreicht sei, der wieder „an Normalität“ erinnerte, so die „Financial Times“ („FT“) Mitte November. Die Wirtschaft der Eurozone befand sich schon vor dem Ausbruch der Pandemie am „Rande einer Rezession“, sodass der diesjährige Wirtschaftseinbruch in der EU in Relation zu anderen Zentren des Weltsystems besonders heftig ausfiel. Der Internationale Währungsfonds (IWF) ging im Oktober bei seiner Prognose für 2020 von einer Verringerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in der Eurozone von mehr als acht Prozentpunkten aus, während der Wirtschaftseinbruch in den USA „nur“ rund vier Prozent, in Japan circa fünf Prozent betragen würde. Chinas Wirtschaft hingegen wird laut IWF selbst im Krisenjahr 2020 um zwei Prozent wachsen.

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Fundos de cobertura, GameStop e os pequenos investidores do Reddit: a grande bonança da Blackrock

Freitag, 05. Februar 2021

blogdaboitempo.com.br, 04.02.2021

A GameStop é um fóssil, um anacronismo, cuja agonia não pode ser alongada significativamente nem com seus negócios com a Microsoft. A rede de lojas é especializada na compra e venda de mídia para jogos de computador. Tendo em vista o constante aumento da largura de banda da internet e a correspondente ampliação das plataformas de jogos digitais como a Steam, que eliminam toda a distribuição intermediária e a produção de suportes de dados como fatores de custo, o fim dessa empresa de cerca de 7.500 filiais parece selado. Deve acontecer com ela o que se passou com as grandes cadeias de locadoras de vídeo, que há muito tempo tiveram que abrir caminho para os serviços de streaming. O mesmo se aplica à maior empresa de cinema do mundo, AMC. Cinemas? Na era da Netflix, da covid e da crise climática? Really?

Link: https://blogdaboitempo.com.br/2021/02/04/fundos-de-cobertura-gamestop-e-os-pequenos-investidores-do-reddit-a-grande-bonanca-da-blackrock/

Impfnationalismus im Aufwind

Freitag, 05. Februar 2021

Telepolis, 05.02.2021

In Europa scheinen angesichts stotternder Impfkampagnen die alten nationalen Reflexe die Überhand zu gewinnen

Pandemien scheinen auch bei Staaten Regressionen zu befördern. Beim Ausbruch der ersten Covid-Welle im vergangenen Jahr schienen die Länder Europas in ein simples, altes Verhaltensmuster zurückzufallen, das die Geschichte Europas in den vergangenen Jahrhunderten prägte: alle gegen alle, und jeder für sich allein. Damals bildeten Atemschutzmasten das Objekt staatlicher Begierde, dem alle europäische Solidaritätsrhetorik schnell geopfert wurde.

Masken, die für das von der Pandemie besonders hart getroffene Italien bestimmt waren, wurde in Polen und Tschechien von staatlichen Stellen beschlagnahmt. Und auch in Deutschland „verschwanden“ plötzlich Hunderttausende von Masken im Transit, die italienische Firmen in China gekauft haben.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Impfnationalismus-im-Aufwind-5045333.html

Hedge-Fonds, GameStop und Reddit-Kleinanleger: Die große Blackrock-Bonanza

Samstag, 30. Januar 2021

Lower Class Magazine, 30.01.2021

Wenn Finanzmarktkritiker zu Spekulanten werden – oder das Elend der verkürzten Kapitalismuskritik am Beispiel der aktuellen Schwarmspekulation mit Gamestop-Aktien.

Gamestop ist ein Fossil, ein Anachronismus, dessen Siechtum selbst Deals mit Microsoft nicht mehr nennenswert verlängern können. Die Ladenkette spezialisierte sich darauf, Datenträger von Computerspielen zu verkaufen und aufzukaufen. Angesichts beständig zunehmender Internetbandbreite und des korrespondierenden Aufstiegs digitaler Spieleplattformen wie Steam, die den ganzen Zwischenvertrieb und die Produktion der Datenträger als Kostenfaktoren ausschalten, scheint das Ende dieses rund 7500 Filialen umfassenden Unternehmens besiegelt – ihr dürfte es ähnlich ergehen, wie den großen Videotheken-Ketten, die längst den Streamingdiensten weichen mussten. Ähnliches gilt für den weltgrößten Kinokonzern, für AMC. Kinos? Im Zeitalter von Netflix, Covid und Klimakrise? Really?

Link: https://lowerclassmag.com/2021/01/30/hedge-fonds-gamestop-und-reddit-kleinanleger-die-grosse-blackrock-bonanza/

Letzter neoliberaler Tanz auf dem Vulkan

Freitag, 22. Januar 2021

telegraph #137/138, 2020/2021

Die demokratische Administration unter dem greisen Establishment- Präsidenten Joe Biden wird die gigantischen Probleme nicht lösen können, denen sich die USA ausgesetzt sehen.

Was ist von Joe Biden, dem 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten, zu erwarten? Nicht viel, denn es scheint angesichts seines fortgeschrittenen geistigen Verfalls sicher, dass der greise Establishment-Mann seine Amtszeit vorzeitig beenden wird, um die Präsidentschaft irgendeinem Washingtoner Insider – wie der als knallharte Generalstaatsanwältin berüchtigten Vizepräsidentin Kamala Harris – zu übergeben. Unabhängig von konkreten Personalien ist von der demokratischen Administration auch kein substanzieller Politikwechsel zu erwarten, der es fertigbringen würde, der tiefgreifenden sozialen wie ökologischen Krise, in der sich die USA wie das gesamte spätkapitalistische Weltsystem befinden, wirksam zu begegnen,. Biden trat gegen Trump mit dem Wahlkampfslogan an, eine „Rückkehr zu Normalität“ zu gewährleisten, als ob der Rechtspopulist im Weißen Haus nur einen „Betriebsunfall“ darstellen würde – und nicht ein spezifisch amerikanisches Symptom der Weltkrise des Kapitals wäre. Die zutiefst konservative Idee, mitten in einer sich entfaltenden sozio-ökologischen Krise die Uhr der Geschichte zurückdrehen zu wollen, um eine neoliberale „Normalität“ wiederherstellen zu wollen, die selber Krisenfolge und Krisenverstärker ist, kann sich nur bitter an eben dieser Realität blamieren.

Link: https://telegraph.cc/letzter-neoliberaler-tanz-auf-dem-vulkan/

Geld drucken mit Tomasz Konicz

Sonntag, 03. Januar 2021

Ware, Wert und Geld. Uferlose Kapitalverwertung als Ursache der gegenwärtigen kapitalistischen Malaise?

Link: https://www.freie-radios.net/106154

The stupidity coefficient of the Left

Mittwoch, 30. Dezember 2020

by Tomasz Konicz

Stupidity is the best ally of leftist opportunism, the current crisis proves it once again

Capitalism or death? In an interview published in December 2019, the famous American Marxist David Harvey made it very clear, with depressing frankness, what Marx’s theory can quickly degenerate into, when, after decades, we continue to sovereignly ignore the systemic crisis, and consequently do not shape an adequate concept of crisis. Revolution? A “communist fantasy”, we no longer live in the 19th century. Capital is “too big to fail”, it has become too necessary, and therefore we cannot afford its collapse. On the other hand, things need to be “kept moving,” since otherwise “we would almost all starve to death.” And there is also a need for us to invest our time in “reviving” this capital, Harvey says. Perhaps a gradual reconfiguration of capital could be worked on slowly, but a “revolutionary overthrow” is something that “cannot and must not happen”; and we must also actively work to ensure that it does not. At the same time, in the end the Marxist professor also noted that capital has become “too big, too monstrous” to survive. In short, it would be a “suicidal path.”

Link: https://leftdis.wordpress.com/2020/12/30/the-stupidity-coefficient-of-the-left/

IMPRIMIR DINHEIRO ATÉ AO PLENO EMPREGO?

Mittwoch, 30. Dezember 2020


Tomasz Konicz, Neues Deutschland, 28.12.2020, Tradução de Boaventura Antunes


A Teoria Monetária Moderna (TMM) parece ter conseguido a quadratura do círculo capitalista. Pleno emprego, Estado social, crescimento económico e transição ecológica – tudo isto é apenas uma questão de política monetária expansionista, de acordo com a tese central da TMM. Segundo esta teoria monetária neokeynesiana, muito popular na esquerda socialista dos EUA, os governos que controlam a sua moeda são livres de aumentar as despesas governamentais, sem terem de se preocupar com os défices. Isto porque podem sempre imprimir dinheiro suficiente para pagar a dívida pública na sua moeda. De acordo com esta teoria, a inflação não é problema enquanto a economia não atingir os limites naturais do crescimento ou houver capacidade económica não utilizada, como o desemprego.

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Gelddrucken bis zur Vollbeschäftigung?

Dienstag, 29. Dezember 2020

Neues Deutschland, 28.12.2020

Der Modernen Monetären Theorie (MMT) scheint die Quadratur des kapitalistischen Kreises geglückt. Vollbeschäftigung, Sozialstaat, Wirtschaftswachstum und die ökologische Wende – all dies sei nur eine Frage der expansiven Geldpolitik, so die zentrale These der MMT. Dieser neokeynesianischen, in der sozialistischen Linken der Vereinigten Staaten sehr populären Geldtheorie zufolge können Regierungen, die ihre Währung kontrollieren, die Staatsausgaben frei erhöhen, ohne sich um Defizite sorgen zu müsse. Denn sie können jederzeit genug Geld drucken, um ihre Staatsschulden in ihrer Währung abzuzahlen. Inflation sei dieser Theorie zufolge so lange kein Problem, wie die Ökonomie nicht an natürliche Wachstumsgrenzen stoße oder es ungenutzte ökonomische Kapazitäten gebe, wie etwa Arbeitslosigkeit.

Link: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1146327.gelddrucken-bis-zur-vollbeschaeftigung.html

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Modalità Crisi

Mittwoch, 23. Dezember 2020

La crisi del 2020 e quella del 2008 a confronto

francosenia.blogspot.com, 23.12.2020

Nonostante l’enorme indebitamento, la crisi innescatasi a partire dalla pandemia non è stata superata in alcun modo. Gli industriali tedeschi ci dicono in coro: semplicemente, non siamo in grado di permettercelo. Stavolta la faccenda non riguarda solo le prestazioni legate alla previdenza o ad avere salari e pensioni decenti, ma ha a che fare soprattutto con un altro lockdown economico, che andrebbe attuato per poter combattere la seconda ondata della pandemia che si sta intensificando in questo momento. Il quotidiano tedesco“Bild“ ha messo insieme, in un reportage, le dichiarazioni di tutta una serie di rappresentanti della Federazione delle Industrie Tedesche (BDI), dell’Associazione del Commercio con l’Estero (BGA) e dell’Associazione Commerciale Tedesca (HDE), nel quale veniamo messi in guardia circa una «sentenza di morte» per l’economia, nel caso che a fronte della rapida crescita del numero di infezioni si dovesse consentire un altro lockdown economico . Morire per evitare la «morte» dell’economia? Il concetto di un atto sacrificale al dio insaziabile del denaro, che riporta alla mente un culto assassino, e all’inizio della pandemia ha provocato la negazione, il rifiuto e la rivolta, ora è diventata la linea politica ufficiale. Anche la cancelliera Merkel ha sottolineato, all’inizio del mese di ottobre, che il lockdown avrebbe dovuto essere evitato a tutti i costi. Questa volta, tuttavia, la politica e l’economia – che condividono gli interessi del folle movimento dei negazionisti della pandemia – sembrano avere ragione. Il capitale, in quanto valore che si valorizza senza limiti, non può sopportare nessuna pausa; un secondo lockdown sarebbe economicamente devastante. L’aumento del numero di infezioni, non solo minaccia la «ripresa» che tutti si aspettano, come fa per esempio il quotidiano tedesco di economia e finanza Handelsblatt, ma potrebbe anche porre fine all’enorme spesa per mezzo della quale il sistema economico globale ha faticato ad essere stabilizzato dopo lo scoppio della pandemia. Il sistema capitalistico globale si trova ancora in «modalità crisi», e non è affatto sicuro che possa essere nuovamente stabilizzato a medio termine, nonostante i miliardi di euro e le misure di sostegno politico. Qui, ad essere decisivo sarà proprio il successivo decorso della pandemia.

Link: https://francosenia.blogspot.com/2020/12/modalita-crisi.html

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Le degré de stupidité à gauche.

Montag, 21. Dezember 2020

palim-psao.fr, 19 Décembre 2020

La stupidité est le meilleur allié de l’opportunisme de gauche, la crise actuelle le montre une fois de plus.

Le capitalisme ou la mort ? Dans une entrevue publiée en décembre 2019, le célèbre marxiste américain David Harvey a clairement indiqué, avec une franchise déprimante, en quoi la théorie de Marx peut rapidement dégénérer lorsqu’on ignore souverainement durant des décennies la crise systémique et qu’on ne forme donc aucun concept de crise adéquat[1]. La révolution ? Un « fantasme communiste » a-t-il dit, nous ne vivons plus au XIXe siècle. Le capital, affirme-t-il, est « trop grand pour échouer », il est trop nécessaire, nous ne pouvons donc pas nous permettre de le laisser s’effondrer. D’autre part, il faudrait « maintenir les choses en mouvement », sinon « nous mourrions presque tous de faim ». Il est même nécessaire d’investir du temps pour le « relancer », dit Harvey. On pourrait peut-être travailler lentement à une reconfiguration progressive du capital, mais un « renversement révolutionnaire » est quelque chose qui « ne peut pas et ne doit pas se produire » ‒ et on devrait même travailler activement pour qu’il n’en soit rien. Dans le même temps, le professeur marxiste a finalement constaté que le capital était devenu « trop grand, trop monstrueux » pour survivre. Il serait sur une « voie suicidaire ».

Link: http://www.palim-psao.fr/2020/12/le-degre-de-stupidite-a-gauche.la-stupidite-est-le-meilleur-allie-de-l-opportunisme-de-gauche-la-crise-actuelle-le-montre-une-fois-d


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Pandemie des Hungers

Montag, 21. Dezember 2020

Telepolis, Dezember 2020

Die Zunahme von Mangelernährung und lebensbedrohlichen Elend

Hunger war schon immer ein steter Begleiter des Kapitals in seiner rund dreihundertjährigen Expansionsgeschichte. Vom krassen Elend in der frühen kapitalistischen Neuzeit, das selbst den Versorgungsstand des Hochmittelalters als eine „gute alte Zeit“ erscheinen ließ, bis zur gegenwärtigen globalen Hungerkrise: Überproduktion, Nahrungsmittelverschwendung und millionenfacher existenzieller Mangel bilden nur unterschiedliche Momente einer irrationalen und zerstörerischen Wirtschaftsweise, der menschliche Bedürfnisse – sofern sie in die geldwerte Form der Marktnachfrage gepresst werden können – nur als Mittel zum Selbstzweck uferloser Kapitalverwertung dienen.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Pandemie-des-Hungers-4995797.html

Il coefficiente di stupidità della Sinistra

Samstag, 19. Dezember 2020

La stupidità è la miglior alleata dell’opportunismo di sinistra, la crisi attuale lo dimostra ancora una volta –
di Tomasz Konicz

Capitalismo o morte? In un’intervista pubblicata nel dicembre del 2019, il famoso marxista americano David Harvey ha reso assai chiaro, con una franchezza deprimente, in che cosa possa rapidamente degenerare la teoria di Marx, quando, dopo decenni, si continua ad ignorare in maniera sovrana la crisi sistemica, e di conseguenza non si dà forma ad un adeguato concetto di crisi [*1]. Rivoluzione? Una «fantasia comunista», oramai non viviamo più nel 19° secolo. Il capitale è «too big to fail», è diventato troppo necessario, e pertanto non possiamo permetterci il suo crollo. D’altra parte, le cose devono essere «mantenute in movimento», dal momento che in caso contrario «moriremmo quasi tutti di fame». E c’è bisogno anche che investiamo il nostro tempo per «rianimarlo», questo capitale, dice Harvey. Forse si potrebbe lavorare lentamente ad una riconfigurazione graduale del capitale, ma un «rovesciamento rivoluzionario» è qualcosa che «non può e non deve accadere»; e bisogna anche si lavori attivamente per fare in modo che non avvenga. Allo stesso tempo, alla fine il professore marxista ha osservato anche che il capitale è diventato «troppo grande, troppo mostruoso» per poter sopravvivere. Insomma, si tratterebbe di un «percorso suicida».

Link: https://francosenia.blogspot.com/2020/12/gli-idioti-in-marcia.html?spref=fb

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EU: Coronakrise verstärkt das Auseinanderdriften von Nord und Süd

Montag, 23. November 2020

Telepolis, 23.11.2020

Die bereits beschlossenen Stützungsmaßnahmen scheinen nicht auszureichen, um die Eurozone angesichts der zweiten Pandemiewelle zusammenzuhalten

Erinnern Sie sich noch? Im vergangenen Sommer sollte die EU in tagelangen, nervenaufreibenden Verhandlungen der Staats- und Regierungschefs endlich ein stabiles Fundament erhalten. Der historische Brüsseler EU-Gipfel vom Juli 2020 – auf dem faktisch europäische Anleihen und Steuern, sowie Finanzhilfen für den Süden beschlossen worden sind – hatte seine Ursache nicht zuletzt in dem Streit um die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank EZB.

Link: https://www.heise.de/tp/features/EU-Coronakrise-verstaerkt-das-Auseinanderdriften-von-Nord-und-Sued-4964541.html

Vergleich der Krisen 2020 vs. 2008

Dienstag, 27. Oktober 2020

Telepolis, 27.10.2020

Der durch die Pandemie ausgelöste Krisenschub ist trotz gigantischer Verschuldung keineswegs ausgestanden

Deutschlands Wirtschaftsführer sind sich einig: So etwas können wir uns schlicht nicht mehr leisten! Diesmal ist nicht die Rede von Sozialleistungen oder anständigen Löhnen und Renten, sondern von einem abermaligen Lockdown der Wirtschaft, mit dem eigentlich der sich gerade entfaltenden zweiten Pandemiewelle begegnet werden müsste.

Die Bildzeitung versammelte in einem – nun ja – Bericht die diesbezüglichen Äußerungen einer ganzen Reihe von Wirtschaftsvertretern des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), des Außenhandelsverbandes (BGA) und des Handelsverbands Deutschland (HDE), die vor einem „Todesurteil“ für die Wirtschaft warnten, sollte es angesichts rasch steigender Infektionszahlen zu einem abermaligen Lockdown der Wirtschaft kommen.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Vergleich-der-Krisen-2020-vs-2008-4934054.html

Erdogan, der kranke Mann am Bosporus

Mittwoch, 23. September 2020

Telepolis, 23.09.2020

Das ökonomische Fundament der türkischen Großmachtträume könnte in diesem Jahr – allen Stabilisierungsbemühungen zum Trotz – endgültig wegbrechen

Der türkische Staatschef Erdogan wollte ganz hoch hinaus bei seinem Streben nach einer Wiedererichtung des osmanischen Reiches, doch der jähe Absturz der türkischen Währung könnte seine Regierung in Ankara endgültig auf den harten Boden der Tatsachen nötigen. Mitte September verzeichnete die türkische Währung ein neues, historisches Allzeittief gegenüber dem US-Dollar und dem Euro, während die Inflation in dem zunehmend autokratisch regierten Land weiterhin zweistellig blieb.

Um einen US-Dollar zu kaufen, mussten rund 7,45 Türkische Lira aufgewendet werden, beim Euro lag der Wechselkurs bei 8,9 Lira. Allein in diesem Jahr verlor die Währung der rund 82 Millionen Einwohner umfassenden Volkswirtschaft 20 Prozent gegenüber dem Dollar und 21 Prozent gegenüber dem Euro, was zu einem dramatischen Kaufkraftverlust für die Lohnabhängigen in der Türkei sowie zu einer Zuspitzung der Schuldenkrise des einstigen Boomlandes führte. Während Erdogan sich in Reaktion auf die Wirtschaftskrise um den Aufbau neuer Feindbilder und Verschwörungsideologien bemüht, horten all jene Bürger der Türkei, die es sich noch leisten können, fleißig Goldreserven.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Erdogan-der-kranke-Mann-am-Bosporus-4908246.html

Freigeld für alle, die es sich leisten können

Montag, 21. September 2020

businesscrime.de, 19. Juni 2020

Kaum etwas verdeutlicht die Hackordnung in spätkapitalistischen Gesellschaften so deutlich wie die Prioritätensetzung bei den historisch beispiellosen Hilfs- und Konjunkturprogrammen, die angesichts der Corona-Krise aufgelegt oder zumindest angekündigt worden sind.

Da soll noch mal jemand behaupten, der Kapitalismus sei auf seine alten Tage innovationsmüde geworden. Mit Ausbruch der Corona-Krise, deren Folgen die Bundesregierung nun mit einem Konjunkturpaket zu mildern sucht, entwickelten findige Betrüger in Windeseile neue Maschen, um Gelder bei all jenen Menschen abzugreifen, die wirtschaftlich unter Druck gerieten und Soforthilfen für Selbstständige erhielten. (1) Mit gefälschten Behördenmails, die ihre Empfänger zur Angabe unrechtmäßig erhaltener Hilfsgelder auffordern, sollte gezielt die Unsicherheit rund um die entsprechenden „Soforthilfen“ des Bundes und der Länder ausgenutzt werden. Offensichtlich wollten die Betrüger jene Selbstständige, die bereits Hilfsgelder erhalten haben, dazu bringen, diese an die angebliche „Behörde“ teilweise oder vollständig zurückzuüberweisen.

Link: http://big.businesscrime.de/artikel/freigeld-fuer-alle-die-es-sich-leisten-koennen/

„Wir müssen harte Aufklärungsarbeit leisten“

Mittwoch, 26. August 2020

Telepolis, 26.08.2020

Ein Telepolis-Gespräch über Krise, Corona und Kapital mit dem Politologen und Buchautor Winfried Wolf

https://www.heise.de/tp/features/Wir-muessen-harte-Aufklaerungsarbeit-leisten-4849709.html

Libanon vor dem Kollaps?

Sonntag, 09. August 2020

Telepolis, 09.08.2020

Das einstige Wohlstandszentrum des Nahen Ostens läuft Gefahr, sich in einen hungergeplagten „Failed State“ zu verwandeln. Ein Kommentar

Die Ineffizienz und Widersprüchlichkeit des maroden spätkapitalistischen Wirtschaftssystems kann gerade in Krisenzeiten buchstäblich massenmörderische Folgen haben, wie das Beispiel des Libanon gerade krass illustriert. Längst geht es für viele Libanesen um das blanke, physische Überleben. Der Hunger macht sich breit in der einstigen Wohlstandsinsel des Nahen Ostens.

Wie entfaltet sich solch eine kapitalistische Hungersnot? Der Ministerpräsident des Libanon, Hassan Diab, warnte schon Ende Mai vor einer Hungerkatastrophe in seinem krisengebeutelten und auf Lebensmittelimporte angewiesenen Land, die noch vor wenigen Jahren „unvorstellbar“ schien. Viele Libanesen hätten schon aufgehört, „Fleisch, Früchte und Gemüse“ zu kaufen, so Diab, doch bald würden sich seine Landsleute kaum noch Brot leisten können.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Libanon-vor-dem-Kollaps-4866035.html

MAIS FUNDO! MAIS RÁPIDO! MAIS LONGE!

Montag, 03. August 2020

Podem as medidas de estímulo económico implementadas na Europa e nos EUA contrariar eficazmente o actual surto de crise?

Original “Tiefer! Schneller! Weiter!” in Telepolis, 01.08.2020. Tradução de Boaventura Antunes

Cada vez mais rápido, cada vez mais fundo – o capitalismo está de novo à caça de recordes. De acordo com dados oficiais recentemente publicados, a economia dos EUA contraiu-se a uns espantosos 32,9% no segundo trimestre deste ano [1]. Esta é a queda mais acentuada do produto interno bruto da maior economia mundial desde que as estatísticas actuais foram compiladas pela primeira vez em 1945.

A dimensão histórica da crise actual é ilustrada em relação à crise anterior, na sequência do rebentamento da bolha imobiliária nos Estados Unidos e na UE em 2007, quando o PIB dos EUA diminuiu 8,4 por cento no pior trimestre de 2008. O drama da situação é realçado em particular pelo facto de o número de casos pandémicos nos Estados Unidos ter vindo a aumentar novamente desde Junho, após um fim precipitado do controlo da pandemia [2], e de muitos Estados americanos estarem a considerar um novo „confinamento“.

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