Etappensieg für Berlin

Montag, 13. April 2020 07:05

Telepolis, 10.04.2020

Im Streit um sogenannte Corona-Bonds konnte sich das nördliche Zentrum gegen die südliche Peripherie der Eurozone durchsetzen – vorerst

Am Donnerstagabend konnte sich Europas Politelite doch noch auf einen Kompromiss in der Streitfrage einer europäischen Krisenpolitik einigen. Beim Tag zuvor kurzzeitig unterbrochenen Treffen der europäischen Finanzminister wurde gegen 22:30 die Einigung auf ein Paket von Krisenmaßnahmen verkündet, die insbesondere den von Pandemie und Wirtschaftseinbruch besonders hart getroffenen Ländern Südeuropas zugutekommen sollen.

Insgesamt sollen sich die vereinbarten Kredit- und Arbeitsmarktprogramme auf rund 500 Milliarden Euro summieren. Diese Krisenprogramme bestehen aus drei Komponenten: einem Kreditprogramm der Europäischen Investitionsbank für kleine und mittlere Unternehmen von rund 200 Milliarden Euro, Kreditlinien aus dem Euro-Rettungsschirm ESM, die sich auf rund 240 Milliarden belaufen sollen, sowie einem von der EU-Kommission angeregten Programm für Kurzarbeiter, das mit 100 Milliarden Euro ausgestattet wurde.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Etappensieg-fuer-Berlin-4701322.html

Konjunktur für Gesundbeter

Samstag, 11. April 2020 12:20

exit-online.org, 11.04.2020

Ein polemischer Überblick über die Anpassungsleistungen kapitalistischer Ideologie in Zeiten der manifesten Klimakrise.

„Ideologie überlagert nicht das gesellschaftliche Sein als ablösbare Schicht, sondern wohnt ihm inne.“

Adorno, Negative Dialektik

Angesichts der Klimakrise schmilzt das Vertrauen der Menschheit in den Kapitalismus als die beste aller möglichen Welten noch schneller dahin als die Eisberge und Gletscher der Arktis. Es sei „ein alarmierendes Ergebnis“, das eine umfassende globale Umfrage bezüglich des Vertrauens in die kapitalistische Wirtschaftsordnung zutage gefördert habe, erklärte eine Sprecherin des „Kommunikationsunternehmens“ Edelman im Januar 2020.

Im Rahmen des alljährlichen „Trust Barometer“, bei dem 34 000 Menschen aus 28 Ländern nach ihrem Vertrauen in die kapitalistische Wirtschaftsweise befragt werden, hat erstmals eine Mehrheit der Befragten2 eine überwiegend negative Meinung zur Marktwirtschaft geäußert. Dabei liegt Deutschland im kapitalismuskritischen globalen Trend. Das System weise mehr Nachteile als Vorteile auf – dieser Meinung schlossen sich auch 55 Prozent der Umfrageteilnehmer in der Bundesrepublik an. Nur 12 Prozent der Deutschen gaben an, von einer wachsenden Wirtschaft zu profitieren.

Ungeklärt bliebt bei der Umfrage, was die befragten Bundesbürger konkret unter Kapitalismus verstehen, da zugleich rund 75 Prozent erklärten, der eigene Arbeitgeber sei ihr „vertrauensvollster Partner“. Für die Studienmacher war diese Ambivalenz aber kein Grund, auf die explizite Warnung vor einer Legitimitätskrise des Kapitalismus zu verzichten, da die Menschen angesichts der Klimakrise und des „technologischen Wandels“ auf der Suche seinen nach Antworten auf die „großen Fragen“, so eine Unternehmenssprecherin: „Weil die Wirtschaft jedoch bislang keine ausreichenden Antworten gibt, stellen immer mehr Menschen das kapitalistische System selbst infrage“.

Diese zunehmende „Suche nach Antworten“, die beim Komminukationsunternehmen Edelman die Alarmglocken schrillen lässt, ist eine Reaktion auf die sich verschärfende sozio-ökologische Systemkrise, die sich in Wechselwirkung von innerer3 und äußerer4 Schranke der Entwicklungsfähigkeit des kapitalistischen Weltsystems vollzieht; also der Unfähigkeit des Kapitals, der Produktion einer ökonomisch überflüssigen Menschheit bei gleichzeitiger ökologischer Verwüstung des Planeten wirksam zu begegnen.

Aller ideologischen Dauerbeschallung zum Trotz dämmert es inzwischen einer Mehrheit der Weltbevölkerung, dass das Gesellschaftssystem, in dem sie zu leben genötigt sind, die Ursache der zunehmenden, schlicht katastrophalen Krisenerscheinungen5 ist, die alljährlich an Intensität6 gewinnen.

Diese sich abzeichnende Legitimitätskrise des kapitalistischen Weltsystems lässt in der Medienbranche die Marktnachfrage nach neuen Legitimationsmustern, nach neuen ideologischen Narrativen ansteigen, mit denen das System gerechtfertigt werden könnte. Die manifeste Klimakrise, in der das Kapital ganze Kontinente um der uferlosen Selbstvermehrung willen verbrennt7, ist somit auch die große Zeit neuer Ideen und Argumentationsmuster, mit denen das falsche Ganze allen Katastrophen zum Trotz legitimiert werden soll. Die gegenwärtige manifeste Krisenzeit ist somit auch die große Zeit der Gesundbeter des Kapitalismus.

Link: https://exit-online.org/textanz1.php?tabelle=aktuelles&index=0&posnr=733

US-Funktionseliten auf dem Apokalypse-Trip

Donnerstag, 09. April 2020 14:14

Telepolis, 09. 04.2020

Mit dem Rückzug von Bernie Sanders aus dem Rennen ums Weiße Haus schwinden die Chancen auf eine geordnete Systemtransformation rapide – ein Kommentar

Der linke US-Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders zieht sich aus dem Vorwahlkampf der Demokraten zurück, um Joe Biden, dem Kandidaten des Parteiestablishments, das Feld zu räumen. Zum Abschied gibt es für den demokratischen Sozialisten ganz viel Lob von all jenen Medien, die zuvor alle Hebel in Bewegung setzten, um ihn zu diskreditieren und zu marginalisieren.

Link: https://www.heise.de/tp/features/US-Funktionseliten-auf-dem-Apokalypse-Trip-4700976.html

USA: Wirtschaft im freien Fall, Ende offen

Donnerstag, 09. April 2020 06:24

Lower Class Magazine, 09.04.2020

Die Wucht des aktuellen Wirtschaftseinbruchs ist so groß, dass es schwer geworden ist, überhaupt noch historische Analogien zu finden. In den Vereinigten Staaten, wo die Prekarisierung des Arbeitslebens besonders weit vorangeschritten ist, explodiert die Arbeitslosigkeit regelrecht. Allein in der zweiten Märzhälfte mussten sich in den USA rund zehn Millionen Lohnabhängige arbeitslos melden, wobei vor allem die letzte Märzwoche verheerend ausfiel, als 6,65 Millionen US-Bürger ihren Job verloren.

Zum Vergleich: Der stärkste wöchentliche Anstieg der Erwerbslosenzahl seit Einführung der Statistik war bis dahin im Jahr 1982, am Ende der historischen Krisenperiode der Stagflation registriert worden, als während einer schweren Rezession, die durch radikale Zinserhöhungen der Fed („Volcker-Schock“) ausgelöst wurde, rund 695 000 Lohnabhängige staatliche Unterstützung beantragen mussten.

Link: https://lowerclassmag.com/2020/04/09/usa-wirtschaft-im-freien-fall-ende-offen/

Corona-crise. Le krach à venir

Donnerstag, 09. April 2020 06:22

Le système capitaliste mondial est entré dans la crise la plus sévère de son histoire, dont les conséquences ‒ si cette crise n’est pas rapidement surmontée ‒ pourraient même surpasser la crise des années 1930.

Nous y voilà à nouveau – l’époque du grand « nous » est arrivée. Lorsque le capitalisme tardif, rongé par ses contradictions internes, est saisi par une nouvelle poussée de crise, alors apparaît le moment des grands appels au civisme, à la cohésion et à l’esprit de sacrifice. Tous les détenus d’une société profondément divisée sont pareillement appelés à faire des sacrifices – du milliardaire au salarié en passant par le sans-abri. Il s’agit bien du grand tout d’une fausse totalité lorsque des milliards doivent être consumés sans compter pour soutenir un système destructeur et irrationnel. Mais cette fois, le sacrifice au dieu Mammon semble exiger littéralement du sang. Le capitalisme est ainsi démasqué comme la religion sécularisée que Walter Benjamin décrivait déjà en 1921[1].

Link: http://www.palim-psao.fr/2020/04/corona-crise-le-krach-a-venir-par-tomasz-konicz.html

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Die Pandemie als Krisen-Trigger

Mittwoch, 08. April 2020 07:29

Wochenzeitung Kontext, 08.04.2020

Mit Corona droht einem maroden Wirtschaftssystem der Kollaps. Falls eine vorübergehende Stabilisierung gelingt, dann nur um den Preis der nächsten Blasenbildung. Höchste Zeit, über eine Systemtransformation nachzudenken.

In sozioökonomischer Hinsicht könnte Covid-19 der berühmte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Der „Lockdown“, den die Pandemiebekämpfung notwendig macht, treibt die ohnehin labile Weltwirtschaft an den Rand des Zusammenbruchs, samt dem in absurde Dimensionen aufgeblähten Finanzsystem. Denn der partielle Stillstand der wirtschaftlichen Verwertungsprozesse steht im offenen Widerspruch zu einer kapitalistischen Ökonomie – die aufgrund ihres Wachstumszwangs auch dann nicht zum Erliegen kommen darf, wenn genau dies notwendig wäre.

Link: https://www.kontextwochenzeitung.de/debatte/471/die-pandemie-als-krisen-trigger-6636.html

 

A ÚLTIMA CRISE DO EURO NA EUROPA?

Sonntag, 05. April 2020 19:45

Tomasz Konicz
02 de Abril de 2020

O colapso económico que acompanha a luta contra a pandemia está a reabrir as contradições nacionais na Europa – e ameaça rebentar completamente a União Europeia já em erosão.

A situação na Europa, na véspera do próximo grande surto de crise, foi evidenciada por episódios ocorridos há cerca de uma semana. Os assaltos de estrada feitos por Estados, que eram comuns início da era moderna, parecem estar novamente em ascensão: a Polónia e a República Checa confiscaram máscaras respiratórias e ventiladores destinados à Itália.
A Alemanha também agiu de forma semelhante, bloqueando na fronteira uma remessa de 830.000 máscaras cirúrgicas, tendo depois declarado, após intervenções de diplomatas italianos, que já não era possível encontrar o equipamento médico. Mais de 19 milhões de máscaras de protecção terão sido bloqueadas pelos queridos vizinhos europeus da Itália nas últimas semanas. Desde o início da pandemia, o mercado interno europeu, o projecto central da UE, tem sido efectivamente minado, dominando o nacionalismo estúpido e o regionalismo mesquinho.

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Κρίση του Coronavirus

Freitag, 03. April 2020 12:35

– Virus: Η επικείμενη κατάρρευση –
του Tomasz Konicz

Το παγκόσμιο καπιταλιστικό σύστημα εισέρχεται στη σοβαρότερη κρίση της ιστορίας του, οι συνέπειες της οποίας – εάν δεν ξεπεραστούν γρήγορα – θα μπορούσαν να επισκιάσουν μέχρι και εκείνες της δεκαετίας των χρόνων Τριάντα.
Ήρθε η ώρα για ένα πολύ μεγάλο «Εμείς» και πάλι. Τη στιγμή που ο ύστερος καπιταλισμός, που καταναλώνεται ήδη από τις εσωτερικές αντιφάσεις του, πλήττεται από την έκρηξη μιας άλλης κρίσης, τότε έρχεται η στιγμή των μεγάλων εκκλήσεων στην έννοια της κοινότητας-των κοινών, της συνοχής και της διαθεσιμότητας να θυσιαστούμε. Όλοι όσοι είναι κρατούμενοι μιας βαθιά διαιρεμένης κοινωνίας – από τον δισεκατομμυριούχο στον μισθωτό εργαζόμενο και τους άστεγους – ξαφνικά και εξίσου καλούνται να κάνουν θυσίες. Αλλά είναι ένα μεγάλο και ψεύτικο «όλοι μαζί», από τη στιγμή που αμέτρητα δισεκατομμύρια πρέπει να καούν για να διατηρήσουν ένα καταστρεπτικό και παράλογο σύστημα. Αυτή τη φορά όμως, η θυσία στον Mammona φαίνεται να απαιτεί κυριολεκτικά το αίμα. Αυτός είναι ο τρόπος με τον οποίο ο καπιταλισμός εκτίθεται ως η κοσμική θρησκεία που είχε περιγράψει ο Benjamin το 1921.

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Europas letzte Eurokrise?

Freitag, 03. April 2020 07:27

Telepolis, 02.04.2020

Der mit der Pandemiebekämpfung einhergehende Wirtschaftseinbruch lässt die nationalen Widersprüche in Europa wieder aufbrechen – und er droht, die ohnehin erodierende Europäische Union vollends zu sprengen

Wie es um Europa am Vorabend des nächsten großen Krisenschubs bestellt ist, machten Episoden deutlich, die sich vor rund einer Woche abspielten. Staatliche Wegelagerei, wie einstmals in der frühen Neuzeit üblich, scheint wieder im Aufwind: Polen und Tschechien ließen Atemschutzmasken und Beatmungsgeräte konfiszieren, die für Italien bestimmt waren.

Ähnlich agierte auch die Bundesrepublik, die ebenfalls eine Lieferung von 830.000 OP-Masken an der Grenze aufhielt, um nach Interventionen italienischer Diplomaten erklären zu müssen, dass das medizinische Gerät nicht mehr auffindbar sei. Mehr als 19 Millionen Schutzmasken sollen insgesamt von den lieben europäischen Nachbarn Italiens in den vergangenen Wochen blockiert worden sein. Der europäische Binnenmarkt, das Kernprojekt der EU, ist faktisch seit Ausbruch der Pandemie ausgehebelt, es dominieren dumpfer Nationalismus und bornierte Kleinstaaterei.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Europas-letzte-Eurokrise-4694336.html

Texte zu Krisenberichterstattung und Analyse

Mittwoch, 01. April 2020 09:52

Liebe Leute,

ich würde gerne eine vernünftige, konsistente Krisenberichterstattung und Analyse aufbauen, leide aber unter mangelnden Publikationsmöglichkeiten. Falls Blogs oder Newssites Interesse an ein paar günstigen Texten zur sozialen und ökologischen Krise des Weltsystems, zu den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie oder zum ideologischen Fallout des Krisenprozesses haben, so mögen sie über meine Homepage Kontakt mit mir aufnehmen.

Crisi del Coronavirus

Dienstag, 31. März 2020 16:58

di Tomasz Konicz

Il sistema capitalista mondiale sta entrando nella crisi più grave della sua storia, le cui conseguenze – se non verranno superate rapidamente – potrebbero mettere in ombra perfino quelle degli anni Trenta.
È arrivato di nuovo il momento di un «Noi» molto grande. Nel momento in cui il tardo capitalismo, già consumato dalle sue contraddizioni interne, viene investito dall’esplosione di un’altra crisi, arriva allora il momento dei grandi appelli al senso di comunanza, alla coesione e alla disponibilità a sacrificarsi. Tutti quelli che sono i prigionieri di una società profondamente divisa – dal miliardario al lavoratore salariato e ai senzatetto – vengono improvvisamente ed ugualmente chiamati a fare sacrifici. Ma si tratta di un grande e falso „tutti insieme“, dal momento che per sostenere un sistema distruttivo ed irrazionale devono essere bruciati innumerevoli miliardi. Questa volta però, il sacrificio a Mammona sembra richiedere letteralmente il sangue. Ecco che così il capitalismo viene smascherato come quella religione secolarizzata che aveva descritto Benjamin nel 1921.

Link: https://francosenia.blogspot.com/2020/03/la-folle-setta-suicida-di-mammona.html

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CRISE DO CORONAVÍRUS: O COLAPSO IMINENTE

Donnerstag, 26. März 2020 13:50

Tomasz Konicz, Tradução de Boaventura Antunes, 26.03.2020

O sistema capitalista mundial está a entrar na crise mais grave da sua história, cujas consequências – se não forem ultrapassadas rapidamente – podem deixar na sombra até mesmo a década de 1930.

Chegou novamente a hora do „nós“ muito grande. Quando o capitalismo tardio, consumido pelas contradições internas, é tomado por outro surto de crise, surge então o momento de grandes apelos ao sentido do comum, à coesão e à disponibilidade para fazer sacrifícios. Todos os prisioneiros de uma sociedade profundamente dividida são igualmente chamados a fazer sacrifícios – do bilionário ao assalariado e ao sem-abrigo. Trata-se do grande e falso todo, quando inúmeros milhares de milhões têm de ser queimados para suportar um sistema destrutivo e irracional. Mas desta vez o sacrifício ao Mamon parece exigir, literalmente, sangue. O capitalismo é assim desmascarado como a religião secularizada que Walter Benjamin descreveu já em 1921.

Sangue para o deus sanguinário

Que tal o sacrifício da vida? É por uma boa causa, para a economia! É isso que eles estão realmente a discutir agora. Todos têm de fazer sacrifícios, Dan Patrick, vice-governador do Texas, exigiu recentemente aos seus cidadãos que todos fizessem sacrifícios. Afinal de contas, a economia tem de continuar a funcionar. Os assalariados deveriam, portanto, ir trabalhar apesar da pandemia, e os idosos, que morrem com mais frequência do que a média com o Coronavírus, deveriam simplesmente ser sacrificados para que os netos possam continuar a trabalhar – exigiu o vice-governador. Ele próprio estava preparado para dar a ida pela economia, afirmou Patrick, de 70 anos. O próprio Trump argumenta de forma semelhante, vendo o seu país „não ter sido feito para isso“, para „permanecer fechado“. Entretanto o presidente dos EUA fala em „reabrir“ os EUA até à Páscoa.

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Coronakrise: Der kommende Absturz

Donnerstag, 26. März 2020 07:28

lowerclassmag, 26. März 2020

Das kapitalistische Weltsystem tritt in die schwerste Krise seiner Geschichte ein, deren Folgen – sollte sich nicht schnell überwunden werden – selbst die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts in den Schatten stellen könnten.

Es ist mal wieder so weit – die Zeit des ganz großen “Wir” ist angebrochen. Wenn der von inneren Widersprüchen zerfressene Spätkapitalismus von einem abermaligen Krisenschub erfasst wird, dann bricht der Moment der großen Appelle an den Gemeinsinn, an den Zusammenhalt und die Opferbereitschaft an. Alle Insassen einer zutiefst gespaltenen Gesellschaft werden gleichermaßen aufgerufen Opfer zu bringen – vom Milliardär, über den Lohnabhängigen, bis zum Obdachlosen. Es geht ja ums große falsche Ganze, wenn unzählige Milliarden zur Stützung eines zerstörerischen und irrationalen Systems verfeuert werden müssen. Doch diesmal scheint der Opfergang für den Mammon buchstäblich Blut zu fordern. Der Kapitalismus wird dadurch als die säkularisierte Religion demaskiert, die Walter Benjamin schon 1921 beschrieb.

Blood for the Blood God

Wie wäre es also mit dem Opfer des Lebens? Es ist ja für eine gute Sache, für die Wirtschaft! So wird inzwischen tatsächlich argumentiert. Alle müssten Opfer bringen, forderte jüngst etwa Dan Patrick, seines Zeichens Vize-Gouverneur des US-Bundesstaates Texas, von seinen Bürgern. Die Wirtschaft müsse schließlich weiter laufen. Die Lohnabhängigen sollten folglich trotz Pandemie zur Arbeit gehen, man müsse die Alten, die überdurchschnittlich oft an Corona sterben, einfach opfern, damit die Enkel weiterarbeiten können – so die Forderung des Vize-Gouverneurs. Er selber sei bereit, sein Leben für die Wirtschaft zu geben, behauptete der 70-jährige Patrick. Ähnlich argumentiert auch Trump selber, der sein Land “nicht dafür gemacht” sieht, “geschlossen zu bleiben”. Der US-Präsident sprich inzwischen davon, die USA bis Ostern wieder “aufzumachen”.

Link: https://lowerclassmag.com/2020/03/26/coronakrise-der-kommende-absturz/

Polnische Postdemokratie

Donnerstag, 26. März 2020 07:26

Kontext Wochenzeitung, 25.03.2020

Wegen Zweifeln an der polnischen Rechtsstaatlichkeit lehnt es das Oberlandesgericht Karlsruhe ab, einen Beschuldigten an das Nachbarland auszuliefern. Wie weit ist die Aushöhlung bürgerlich-demokratischer Prinzipien in Warschau vorangeschritten? Ein Überblick.
Es herrscht dicke Luft zwischen Warschau und Brüssel – mal wieder. Und es ist abermals der Umbau der polnischen Justiz, der für Spannungen sorgt. Dieser wurde von der Rechtspartei Prawo i Sprawiedliwość (PiS), auf deutsch Recht und Gerechtigkeit, bereits 2015 eingeleitet. Doch diesmal scheint die im vergangenen Jahr wiedergewählte polnische Regierungspartei den lange schwelenden Konflikt auf die Spitze treiben zu wollen. Denn die neuen Regelungen im Rahmen der Justizreform dürften die Unabhängigkeit der Rechtsprechung in Polen irreversibel beschädigen.

Diese Bedenken treiben offenbar auch die Richter am Oberlandesgericht Karlsruhe um: In einer am 9. März bekannt geworden Entscheidung lehnten sie es erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik ab, einen Tatverdächtigen, gegen den ein Haftbefehl vorliegt, an das Nachbarland auszuliefern. Angesichts der derzeitigen Entwicklungen in Polen bestünden „tatsächliche Anhaltspunkte, dass der Verfolgte im Falle seiner Auslieferung einer echten Gefahr der Verletzung seines Rechts auf ein faires Verfahren ausgesetzt sein würde“.

Link: https://www.kontextwochenzeitung.de/ueberm-kesselrand/469/polnische-postdemokratie-6595.html

Absage Veranstaltungen

Montag, 23. März 2020 10:39

Liebe Leute. Ich muss leider alle für April geplanten Veranstaltungen absagen.

Schwellenländer auf der Kippe

Montag, 23. März 2020 00:08

Telepolis, 23.03.2020

Bei länger anhaltender Krise drohen weiten Teilen der angeschlagenen Semiperipherie ökonomische Zusammenbrüche

Die gegenwärtige Wirtschaftskrise scheint eine Regel zu bestätigen, die bislang in den meisten kapitalistischen Krisenschüben konstatiert werden musste – je weiter eine Region von den Zentren des kapitalistischen Weltsystems zu finden ist, desto schwerer der Krisenverlauf. Dies scheint auch in diesem Fall für die Semiperipherie des spätkapitalistischen Weltsystems zu gelten. Einstmals als künftige „Lokomotiven der Weltwirtschaft“ gehandelt, stellt sich für die meisten Schwellenländer inzwischen nur noch die Frage, wie schwer die Rezessionen oder Einbrüche verlaufen werden, die durch den aktuellen Krisenschub ausgelöst werden.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Schwellenlaender-auf-der-Kippe-4687731.html

Kapitalismus kaputt?

Dienstag, 17. März 2020 11:32

Telepolis, 17.03.2020
Löst die gegenwärtige Pandemie den nächsten globalen Krisenschub aus? Ein Überblick über die strukturelle Krisenanfälligkeit des spätkapitalistischen Weltsystems

Was hat oberste Priorität angesichts der rasch um sich greifenden Pandemiepanik, der abstürzenden Finanzmärkte und der sich in vielen Weltregionen abzeichnenden Rezessionen, die Millionen Menschen in ein existenzgefährdendes Elend zu stürzen drohen? Eine ordentliche, rasche umgesetzte Bankenrettung natürlich! Soviel müsste eigentlich noch aus dem letzten Crash von 2008/09 hängen geblieben sein.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Kapitalismus-kaputt-4684452.html

Das Virus, die Weltwirtschaft und das Klima

Dienstag, 17. März 2020 11:29

Telepolis, 13.03.2020
Einige Bemerkungen zur Wechselwirkung von innerer und äußerer Schranke des kapitalistischen Weltsystems angesichts der zunehmenden Panik

Endlich mal frei durchatmen, die Seele baumeln lassen, etwas zur Ruhe kommen – Corona sei Dank? Unter Ausblendung des menschlichen Leidens und der sozialen Panik, die die gefährlichste Pandemie seit vielen Jahrzehnten verursacht, scheinen die Stilllegungen von Produktionskapazitäten tatsächlich zu einer substanziellen Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen geführt zu haben.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Das-Virus-die-Weltwirtschaft-und-das-Klima-4679329.html

Amerikas Demenzwahlkampf

Montag, 09. März 2020 06:42

Telepolis, 09.03.2020

Kann die US-Öffentlichkeit den geistigen Verfall Joe Bidens schneller vergessen, als er sich selbst?

Link: https://www.heise.de/tp/features/Amerikas-Demenzwahlkampf-4678451.html

Vom braven Bürger zum braunen Würger

Mittwoch, 04. März 2020 12:45

Telepolis, 04.03.2020
Extremismus der Mitte statt Hufeisen: Ein polemischer Kommentar, der den Erfurter Pakt zwischen bürgerlichen Kräften und den Faschisten der Höcke-AfD zu erklären versucht

Link: https://www.heise.de/tp/features/Vom-braven-Buerger-zum-braunen-Wuerger-4666321.html