Erdogans geopolitisches Vabanque-Spiel

Telepolis, 05.03.2018

Wie hat es Ankara geschafft, Russland und die USA dazu zu bringen, den türkischen Angriffskrieg in Afrin zu tolerieren?

Dutzende Tote haben jüngste Luftangriffe türkischer Kampfflugzeuge in Afrin hinterlassen. Bei den Toten handelt es sich aber nicht um Kurden, sondern um Kämpfer Assad treuer syrischer Regierungsmilizen, die vor kurzem in dem selbstverwalteten nordwestsyrischen Kanton Afrin einmarschierten, um die kurdischen Selbstverteidigungskräfte YPG militärisch zu unterstützen. Afrin wird seit rund sechs Wochen von türkischen Truppen und islamistischen Milizen angegriffen.

Somit findet sich Russland nun in einer geopolitischen Sackgasse wieder. Milizen des mit Moskau verbündeten Assad-Regimes werden von der türkischen Luftwaffe bombardiert, die dies ohne die Luftraumfreigabe durch den Kreml nicht vollbringen könnte. Der Angriffskrieg des stramm Richtung Islamo-Faschismus marschierenden Erdogan-Regimes gegen Afrin wurde erst in dieser Intensität möglich, nachdem Moskau den Luftraum über seiner syrischen Einflusssphäre – in der sich Afrin befindet – für türkische Flugzeuge öffnete (Erdogans Werk und Putins Beitrag). Ohne Luftschläge wäre der ohnehin mühselige türkische Vormarsch in Afrin kaum möglich.

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