Archiv für Oktober 2021

DDR minus Sozialismus

Donnerstag, 14. Oktober 2021

14.10.2021

Gerinnen die zunehmenden Lieferengpässe und Versorgungslücken zu einer neuen Normalität in der spätkapitalistischen Dauerkrise?

Was braucht die am Rande des Klimakollaps taumelnde Welt am dringendsten? Mehr Kohle, selbstverständlich! Vor wenigen Tagen ordnete die Führung in Peking an, die Fördermengen der Kohleminen in der Volksrepublik rasch zu erhöhen, um den anhaltenden Stromausfällen und Energieengpässen zu begegnen.1 72 Kohleminen in der inneren Mongolei wurden von den lokalen Behörden angewiesen, ihre Produktion um rund 98 Millionen Tonnen zu erhöhen, was in etwa 30 Prozent der monatlichen Kohleproduktion Chinas entspricht. Die staatskapitalistische „Werkstatt der Welt“ ist der mit Abstand größte globale Kohleproduzent und -konsument,2 dessen halsbrecherische Wachstumsdynamik der vergangenen zwei Dekaden durch eine Verdreifachung des Kohleverbrauchs befeuert wurde.3

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Die „Geopolitik des Stroms“

Dienstag, 05. Oktober 2021

german-foreign-policy, 06.10.2021

Berliner Denkfabrik beschreibt internationale Stromverbünde als „Machtsphären“ und dringt auf entschlossene „Strom-Außenpolitik“ der EU – auch im Machtkampf gegen Russland und China.

BERLIN (Eigener Bericht) – Die Geostrategie der Bundesrepublik Deutschland soll weitaus enger als bisher mit energiepolitischen Interessen verflochten werden. Dies fordert die vom Kanzleramt finanzierte Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Demnach sollen Berlin und Brüssel stärker auf eine „Geopolitik des Stroms“ setzen: Synchronisierte Stromverbünde schüfen „technopolitische und ökonomische Einflusssphären“ und ließen Macht durch die Grenzen zwischen Staaten und Rechtsräumen „diffundieren“; sie dienten der Einflussexpansion. Wie die SWP konstatiert, wird der Machtkampf zwischen der EU und Russland auch dadurch ausgetragen, dass Brüssel die Anbindung der baltischen Staaten, aber auch der Ukraine an das in Westeuropa verankerte kontinentaleuropäische Verbundsystem vorantreibt. Umgekehrt fördere China den Aufbau energetischer Infrastrukturen, die „auf das Reich der Mitte“ ausgerichtet seien, urteilt die Denkfabrik. Die EU arbeite zwar an der Anbindung weiterer Nachbarregionen an ihre Stromnetze, drohe jedoch gleichzeitig an ihrer Peripherie „machtdurchlässig“ zu werden und in den „Sog“ anderer Mächte zu geraten.

Link: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8725/

Hände ab für die Sharia

Dienstag, 05. Oktober 2021

Jungle World, 30.09.2021

In Afghanistan wollen die Taliban unter Mullah Nooruddin Turabi, ihrem neuen Verantwortlichen für Gefängnisse, Körperstrafen für Vergehen gegen die Sharia wieder einführen.

Schon bald dürften in Afghanistan wieder viele Gliedmaßen amputiert werden. Ein führender Ideologe der Taliban, Mullah Nooruddin Turabi, gab vergangene Woche im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP zu verstehen, dass die barbarischen Bestrafungsmethoden der islamistischen Bewegung wiedereingeführt würden. In der ersten Herrschaftsperiode der Taliban in Afghanistan von 1996 bis 2001 folgten diese einer archaischen Interpretation der Sharia: Dieben wurde eine Hand abgehackt, bei Raubdelikten wurden eine Hand und ein Fuß amputiert. Vorehelicher Sexualverkehr wurde mit öffentlichem Auspeitschen bestraft, Ehebruch hatte die Steinigung zur Folge.

Link: https://jungle.world/artikel/2021/39/haende-ab-fuer-die-sharia