Archiv für Januar 2020

Türkei: Merkels zivilisatorischer Tabubruch

Samstag, 25. Januar 2020

Telepolis, 25. 01.2020

Auf der Flucht vor anrückenden islamistischen Milizen im Dienste der Türkei. Bild: Kurdischer Roter Halbmond

Die Bundesregierung scheint bereit, das türkische Regime und die ethnischen „Säuberungen“ im nordsyrischen Rojava zu finanzieren. Ein Kommentar

Wie lange hält eine Merkelsche Schamfrist im Fall eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges samt ethnischer Vertreibung? Seit dem 24. Januar 2020 kann diese Frage klar beantwortet werden: rund drei Monate.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Tuerkei-Merkels-zivilisatorischer-Tabubruch-4645780.html

Ein Hartz fürs Klima?

Mittwoch, 22. Januar 2020

Kontextwochenzeitung, 22.01.2020

Wir alle müssen jetzt den Gürtel enger schnallen, damit wir uns Klimaschutz leisten können? Unsinn, meint unser Autor, denn unter steigenden Lebensmittelpreisen und Stromkosten leiden vor allem einkommensarme Menschen. Ein paar Vorschläge, wie eine ökologische Wende gerechter gelingen könnte.

Ende Dezember stimmte Wolfgang Schäuble die Bundesbürger auf den kommenden Kampf gegen die Klimakrise ein: Klimaschutz gebe es nicht „zum Nulltarif“, bekräftigte der Bundestagspräsident in der Vorweihnachtszeit. Die Deutschen hätten sich auf Abstriche bei ihren Lebens- und Konsumgewohnheiten einzustellen: „Wir werden unser Leben verändern müssen.“

Link: https://www.kontextwochenzeitung.de/debatte/460/ein-hartz-fuers-klima-6469.html

Das Ende des Westens

Mittwoch, 22. Januar 2020

Streifzüge 2019-77

Wie sieht ein kräftiges geopolitisches „Fuck you!“ im Herbst des Jahres 2019 aus? Vielleicht so: Angesprochen auf die vielen Kämpfer des Islamischen Staates, die nach Trumps Verrat an den Kurden und dem Angriff der Türkei auf Rojava im Oktober 2019 fliehen konnten, ließ der US-Präsident eine beruhigende Botschaft vom Stapel. Diese Islamisten würden nicht in die Vereinigten Staaten, sondern nach Europa aufbrechen, wo sie herkämen. Kein Grund zur Sorge also. Diese Episode scheint den zerrütteten Zustand des „Westens“, des einstmals dominanten geopolitischen Machtpols des spätkapitalistischen Weltsystems, treffend zu illustrieren. Eigentlich gibt es den Westen – als eine dauerhafte machtpolitische Allianz zwischen den USA und Europa – nicht mehr.

Link: https://www.streifzuege.org/2020/das-ende-des-westens/

Oligarchie im Panikmodus

Mittwoch, 15. Januar 2020

Telepolis, 14.01.2020

Den Funktionseliten der Vereinigten Staaten entgleitet im Vorwahlkampf die Kontrolle über den politischen Prozess.

Erst ignorieren sie dich, dann bekämpfen sie dich, dann gewinnst du. Die Kampagne des sozialistischen US-Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders scheint inzwischen die Phase der hartnäckigen Ignorierung seitens der Massenmedien und des Establishments der Demokratischen Partei der USA hinter sich gelassen zu haben.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Oligarchie-im-Panikmodus-4636162.html

Arbeitsplätze oder Klima?

Montag, 13. Januar 2020

13.01.2020

Die Katastrophe in Australien lässt die Unvereinbarkeit von Kapitalismus und Klimaschutz offen zutage treten

Es scheint angesichts der apokalyptischen Bilder aus Australien unbegreiflich, dass die Rechtsregierung in Canberra weiterhin auf Kohleförderung und fossile Energieträger setzen will. Die größte, keinesfalls bereits ausgestandene Feuerkatastrophe in der modernen Geschichte des Kontinents kann Premier Scott Morrison, ein bekennender Klimawandelskeptiker und Kohlefan, nicht davon abhalten, weiterhin auf den klimaschädlichen Energieträger zu setzen.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Arbeitsplaetze-oder-Klima-4633699.html

Vorankündigung Buch „Klimakiller Kapital.“

Samstag, 04. Januar 2020

Im März wird mein neues Buch, Klimakiller Kapital, im Mandelbaum-Verlag erscheinen:

Link samt Ankündigungstext: https://www.mandelbaum.at/buch.php?id=962

Klimakiller Kapital. Wie ein Wirtschaftssystem unsere Lebensgrundlagen zerstört

Angesichts der eskalierenden Klimakrise bricht sich in der Öffentlichkeit der meisten Industrieländer mühsam, allen Widerständen zum Trotz, eine fundamentale Erkenntnis bahn: Nichts wird so bleiben, wie es ist. Es ist ein grundlegender, fundamentaler Wandel notwendig, um den sich beschleuni­genden klimatischen Umbrüchen, den drohenden Kollaps ganzer Ökosysteme adäquat und schnell begegnen zu können. Die Klimakrise muss folglich als die größte Gefahr für den Zivilisationsprozess im 21. Jahrhundert begriffen werden.
Das, was sich vor allem ändern muss, ist unsere Gesellschaft, so die Kernthese dieses Buches. Der zu einer naturartigen Selbstverständlichkeit geronnene, von inneren Widersprüchen getriebene Kapitalismus muss radikal infrage gestellt werden.
Das Kapital ist einerseits die Ursache der Klimakrise, es verstärkt aber auch die gesellschaftlichen Folgen des Klimawandels. Die Unvereinbarkeit von Kapital und Klimaschutz, die auf der grundlegenden systemischen wie der politischen und kulturellen Ebene reflektiert wird, lässt die Überwindung der destruktiven kapitalistischen Wirtschaftsweise zu einer Überlebensnotwendigkeit der Menschheit im 21. Jahrhundert avancieren. Abschließend zeigt Tomasz Konicz, wie Wege in einen klimaverträglichen Postkapitalismus aussehen könnten.