Archiv für November 2017

Künstliche Intelligenz und Kapital

Montag, 27. November 2017

Streifzüge, 15.11.2017

„Level-1 or world-space is an anthropomorphically scaled, predominantly vision-configured, massively multi-slotted reality system that is obsolescing very rapidly.
Garbage time is running out.
Can, what is playing you, make it to level-2?“

Nick Land

 

In der vom Silicon Valley herbeigesehnten Singularität käme das automatische Subjekt zu sich selbst.

Link: http://www.konicz.info/?p=3415

Dicke Backen

Montag, 27. November 2017

Konkret 11/2017
Tomasz Konicz über die Vorschläge des französischen Präsidenten zur Neugestaltung der Euro-Zone

Wenn Deutschland schon wählen muss, um zum ersten Mal seit 1945 wieder Nazis in den Reichstag zu hieven, dann will es dabei wenigstens seine Ruhe haben. Folglich ruhte das politische Leben in den europäischen Institutionen bis zur Bundestagswahl weitgehend. Alle warteten darauf, welches politische Personal den anstehenden Umbau der EU in Angriff nehmen wird. Doch bereits zwei Tage nach dem Urnengang präsentierte der französische Präsident Macron bei einer vielbeachteten Rede seine Vision eines von Grund auf reformierten, vereinten Europas. Paris nahm keine Rücksichten mehr auf die noch ausstehenden Koalitionsgespräche in Berlin. Macron wollte die Initiative ergreifen, den Rahmen des kommenden Verhandlungsmarathons vorgeben, die innenpolitisch Bundeskanzlerin unter Druck setzen.

Nur ein „stärker integriertes Europa“ könne den Weg zur „echten Souveränität“ weisen, tutete der französische Präsident. Die Zukunft des europäischen Kontinents liege im Aufbau einer vereinten und demokratischen EU. Die Integration der Einzelstaaten solle sich auf die Wirtschafts- und Finanzpolitik, den Militärapparat, den Grenzschutz und die Sozialpolitik erstrecken. Den Kern eines vereinten Europas solle ein gesamteuropäischer „echter Haushalt“ bilden (finanziert anteilig gemäß dem Bruttoinlandsprodukt von allen Euro-Staaten), dem ein europäischer Finanzminister vorstünde. Hinzu käme eine europäische Harmonisierung der Steuern und der Mindestlöhne, mit der Abwertungen innerhalb der EU (wie etwa durch die Agenda 2010) verhindert werden könnten. Die Einführung von Eurobonds, mit denen die Zinsdifferenzen zwischen dem deutschen Zentrum der EU und ihrer südlichen Peripherie überwunden würden, ist ebenfalls Teil der französischen Integrationsoffensive – auch wenn Macron sie nicht explizit nannte.

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Down under

Montag, 27. November 2017

Konkret, 10/2017

Lässt sich die Klimakatastrophe verhindern? Von Tomasz Konicz

Die Klimakatastrophenfolge des diesjährigen Sommers, die weltweit die größte Beachtung fand, ereignete sich ausgerechnet im politischen Zentrum der Klimakatastrophenskepsis, in Texas: Ende August hat Hurrikan Harvey der Bevölkerung des Großraums Houston und der Weltöffentlichkeit vor Augen geführt, dass der Klimawandel keine graue Theorie über eine ferne Zukunft, sondern bereits verheerende Realität ist (die gleichzeitigen Überschwemmungen in Indien haben trotz weitaus höherer Opferzahlen massenmedial keine Rolle gespielt). Mal wieder wurden bei Harvey die bisherigen Wetterrekorde der USA gebrochen – diesmal in der Kategorie Niederschlag je Quadratmeter. Seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen in den Vereinigten Staaten sind noch nie dermaßen hohe Regenmengen gemessen worden, wie sie der Hurrikan über Südost-Texas niedergehen ließ. Der Wetterdienst der USA musste die Farbpalette seiner Wetterkarten erweitern, um die Niederschläge zu visualisieren. In einigen Regionen des Ballungsraums Houston, in dem nahezu sieben Millionen Menschen leben, gingen binnen weniger Tage 1.250 Liter Regen je Quadratmeter nieder.

Die enormen Schäden von – so erste Schätzungen der Versicherungsbranche – rund 90 Milliarden US-Dollar, die der Wirbelsturm verursachte, dürften sich in den kommenden Monaten in der Konjunkturentwicklung der USA niederschlagen. Zum einen ist der Großraum Houston ein wichtiger logistischer Knotenpunkt, zum anderen ein Zentrum der ölverarbeitenden Industrie, so dass Störungen oder gar Unterbrechungen der globalen Liefer- und Produktionsketten in vielen Branchen befürchtet werden. Die Tageszeitung „USA Today“ verwies zudem darauf, dass Houston zum „wichtigsten Zentrum der Chemieproduktion“ in den USA aufgestiegen sei, den zweitgrößten Hafen sowie zwei der wichtigsten Flughäfen der Vereinigten Staaten unterhalte.

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Die Bank an Ihrer Seite

Montag, 27. November 2017

Konkret 09/2017

Wie tief die europäische Finanzindustrie mittlerweile in der Krise steckt, lässt sich am Zustand des italienischen Bankensektors erkennen. Von Tomasz Konicz

Die Banca Monte dei Paschi di Siena, die älteste Bank der Welt, scheint das jüngste Opfer der nicht endenden Euro-Krise zu werden. Das im Zuge der ersten protokapitalistischen Formierungsprozesse 1472 im mittelitalienischen Siena gegründete Finanzhaus, das seither ununterbrochen im Geldgeschäft ist, scheiterte kläglich am sogenannten Stresstest der EU-Bankenaufsichtsbehörde EBA, der Ende Juli die Krisenfestigkeit des europäischen Finanzsektors testen sollte. Unter den 51 getesteten Finanzinstituten landete die italienische Bank weit abschlagen auf dem letzten Platz – mit einer negativen Eigenkapitalquote von 2,4 Prozent im simulierten Fall einer Rezession. Neben zwei deutschen Geldhäusern, der Deutschen Bank und der Commerzbank, fand sich aber auch die führende italienische Großbank, die UniCredit, unter den zehn Schlusslichtern des Stresstests.

Der Umfang der verschleppten Krise des italienischen Finanzsektors, die sich im Ergebnis des Stresstestes spiegelte, lässt sich relativ genau beziffern: Bis zu 360 Milliarden Euro fauler Kredite haben die Banken der italienischen Halbinsel inzwischen akkumuliert, was immerhin 18 Prozent des gesamten Darlehnsbestandes des italienischen Finanzsektors entspricht. Nahezu ein Drittel der vom Zahlungsausfall bedrohten Kredite in der EU entfällt damit auf Italien. Damit droht die Halbinsel zum Epizentrum eines eventuellen neuen Krisenschubs in der EU zu werden, die ja spätestens mit dem „Brexit“ in einen Zustand offener Desintegration überzugehen droht (siehe konkret 8/16). Die Auseinandersetzungen um die konkrete Maßnahmen im Fall der italienischen Bankenkrise, die hauptsächlich zwischen Berlin und Rom geführt werden, dürften auch über den Fortbestand der EU entscheiden.

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… und morgen ganz Eurasien?

Montag, 27. November 2017

Konkret, 07/2017

Deutschland wird vom geopolitischen Kamikaze-Kurs des US-Präsidenten kaum profitieren können – es sei denn, Berlin springt über den eigenen Schatten. Von Tomasz Konicz

Die Funktionseliten der erodierenden kapitalistischen One World müssten Donald Trump eigentlich lieben – zumindest außerhalb der USA. Seitdem der Rechtspopulist im Weißen Haus sitzt, muss das Washingtoner Establishment ohnmächtig mit ansehen, wie ihr egomanischer Präsident, der „Amerika wieder groß machen“ will, den „wichtigsten und allgemein anerkannten außenpolitischen Interessen der Vereinigten Staaten“ irreparablen Schaden zufüge, formulierte das Magazin „The Atlantic“ als Fazit der ersten desaströsen Trump-Tour durch den Mittleren Osten und Europa. Es falle selbst vielen Republikanern schwer, die geopolitischen Ergebnisse der erratischen Auftritte Trumps in Europa als „etwas anderes als eine totale Katastrophe für die US-Interessen in Europa“ zu präsentieren.

US-Medien thematisieren in diesem Zusammenhang vor allem die von „konfrontativer, nationalistischer Rhetorik“ („Washington Post“) begleiteten Auftritte Trumps in Brüssel, etwa seinen Antrittsbesuch bei der Nato, und beim G7-Gipfel in Taormina. Statt die üblichen Floskeln von der unverbrüchlichen atlantischen Freundschaft abzusondern, forderte der US-Präsident von den europäischen Nato-Verbündeten rüde eine drastische Erhöhung der Militärausgaben. Gestandene US-Geopolitiker machten auf CNN ihrem Ärger Luft über Trumps Auftritt in Brüssel, der ja handfeste politische Folgen hatte. Trump sei „der erste Präsident seit 1949“ gewesen, der die Beistandspflicht der Nato-Mitglieder in seiner Antrittsrede nicht erwähnte, klagte der frühere US-Nato-Botschafter Nick Burns gegenüber dem Nachrichtensender.

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… und kein Ende

Montag, 27. November 2017

Konkret 02/2017

Seit der deutsche Finanzminister im Sommer 2015 sein Spardiktat über Griechenland verhängen konnte, stürzt das Land ökonomisch und sozial ab. Jetzt ist der Streit zwischen der griechischen Regierung und der Euro-Gruppe neu aufgeflammt. Von Tomasz Konicz

Das deutsche Ideal sei, hinter einem Schalter zu sitzen, wusste schon Tucholsky. Anfang Dezember wurde offensichtlich, wie wenig sich daran in den vergangenen Jahrzehnten geändert hat. In der Rolle eines kollektiven Fallmanagers im gesamteuropäischen Sozialamt empörten sich Deutschlands Journalisten und Politiker über die Auszahlung eines einmaligen Weihnachtsgeldes für die griechischen Rentner durch die Regierung in Athen. Fast schien es, als ob man in den Redaktionen einfach nur einen Hass-Schalter umlegen müsste, um die hiesigen Kommentatoren den deutschen Krisenmythos von den faulen, korrupten und unfähigen Griechen, die unseren schönen deutschen Euro ruinierten, repetieren zu lassen.

Ohne die Gläubiger „um Erlaubnis“ zu bitten, habe es die griechische Regierung gewagt, den 1,6 Millionen Rentnern des pauperisierten Landes, die mit weniger als 850 Euro im Monat über die Runden kommen müssen, ein Weihnachtsgeld zu zahlen, meldete „Spiegel Online“ am 9. Dezember. Das seien 617 Millionen Euro. Und nicht nur das. Die Mehrwertsteuer auf den Inseln der Ostägäis, die laut Wolfgang Schäubles Weisung von 16 auf 24 Prozent steigen müsste, solle nun doch nicht angehoben werden. Athen begründete das damit, dass „die Bevölkerung dieser Inseln die Last des Flüchtlingszustroms tragen müsse“.

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Spiel auf Zeit

Montag, 27. November 2017

Konkret, 01/2017

Anlässlich des gescheiterten Verfassungsreferendums in Italien, das zum Ende der Karriere von Regierungschef Matteo Renzi geführt hat, hatten Deutschlands Meinungsmacher mal wieder Gelegenheit, sich in ihren Vorurteilen über die Krisenverlierer in Südeuropa zu suhlen. Die Italiener würden mit dem Urnengang „ihre Banken und den Euro“ aufs Spiel setzen, polterte „Spiegel Online“, und darauf bauen, dass ihr Landsmann Mario Draghi in seiner Eigenschaft als EZB-Chef es „schon richten“ werde – mittels Fortführung seiner expansiven Geldpolitik.

Die nach dem Referendum angekündigte Verlängerung der Anleihekäufe durch die EZB, die nun – in leicht verminderten Umfang – mindestens bis Ende 2017 fortgesetzt werden, ließ bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ („FAZ“) die Sicherungen durchbrennen: Von einer „Schulden- und Haftungsunion“, von einer „Politisierung der Geldpolitik“, von Verträgen, die „das Papier nicht wert“ seien, auf dem sie stünden, war in einem wütenden Kommentar die Rede, der das europaweite Erstarken rechtsextremer Kräfte nicht etwa auf das deutsche Spardiktat in der Euro-Zone, sondern auf die expansive Geldpolitik der EZB zurückführte, die die desaströsen wirtschaftlichen Folgen dieses Spardiktat in Wahrheit zu konterkarieren versucht.

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Vom Anti- zum Alternativimperialismus

Montag, 27. November 2017

Konkret 11/2016

Kleine Psychopathologie des gemeinen Putin-Trolls in  der Grauzone einer sich formierenden Querfront. Von Tomasz Konicz

Wer es sich immer noch nicht abgewöhnt hat, unzensierte Kommentarforen oder die üblichen sozialen Netzwerke zu durchstöbern, kennt sie zur Genüge: Die deutsche Anhängerschaft des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die bei einschlägigen geopolitischen Themen leidenschaftlich Partei ergreift für Russland und den Kreml. Dabei handelt es sich gerade nicht um das Produkt einer Putinschen Trollfabrik, wie es der westliche Medienmainstream immer wieder lanciert. Der deutsche Putin-Schwarm hat eine Eigendynamik, die auf innerdeutsche ideologische wie machtpolitische Faktoren zurückzuführen ist.

Die Mitgliedschaft des Putinschen Fanclubs rekrutiert sich aus dem gesamten politischen Spektrum, es sind neurechte Bürger, rechtsextreme Agitatoren, orthodoxe, in Regression versinkende Linke darin zu finden. Ohne Übertreibung kann die politische Figur des russischen Präsidenten als einer der wichtigsten ideologischen Fixpunkte der neuen deutschen Querfront bezeichnet werden. Das liegt vor allem daran, dass der arme Wladimir Wladimirowitsch als ideologische Projektionsfläche deutscher Querschläger aller Art fungiert.

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Kapitalismus mit menschlicher Fratze

Montag, 27. November 2017

Konkret 07/2016

Alles wird gut – wenn nur alle gut werden. Das ist in etwa die Logik, die hinter all den Organisationsansätzen, Initiativen, Gesetzen und Ideologemen zu finden ist, die einen ethischen Kapitalismus, einen Kapitalismus mit menschlichem Antlitz erkämpfen wollen. Kaum ein Konzern kommt ohne den Hinweis aus, seine Produkte würden nach ethisch einwandfreien Prinzipien produziert, und eine längst unüberschaubare Menge von Labels, Zertifikaten und Standards versichert dem Verbraucher in den Zentren, dass sein Konsum nicht auf Ausbeutung basiere oder durch Ressourcenraub in der Peripherie möglich gemacht werde.

Neben dem Fair-Trade-Siegel, das fairen Handel durch höhere Verdienste der Produzenten (etwa bei Schokolade) in der „Dritten Welt“ verspricht, können ethisch gestimmte Konsumenten auch nach Kleidung Ausschau halten, die von der Fair Wear Foundation zertifiziert wurde. Deren Siegel soll die Einhaltung fairer und „menschenwürdiger Arbeitsbedingungen“ in der Textilindustrie der Peripherie garantieren – was angesichts der barbarischen Zustände etwa in Bangladesch oder Kambodscha (siehe konkret 7/13) tatsächlich einen revolutionären Umbruch gleichkäme. Fair gehandelte Naturprodukte wie Obst, Gemüse, Blumen oder Kräuter garantieren Zertifikate wie „Fair Flowers Fair Plants“, „FairWild“, „Flower Label Program“, oder das Siegel der „Rainforest Alliance“.

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Macht Griechen kriechen

Montag, 27. November 2017

Konkret, 06/2016

Wie sich Berlins Finanzminister Schäuble und der Internationale Währungsfond jeweils rechts überholen wollen. Von Tomas Konicz

Was wäre ein europäischer Sommer ohne eine Neuinszenierung der griechischen Tragödie durch Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble. Die ins Stocken geratenen Verhandlungen über weitere „Sparmaßnahmen“ zwischen der ehemals linken Regierung in Athen und den „internationalen Gläubigern“ seien die Vorboten eines „Krisensommers“, berichtete die „Neue Züricher Zeitung“ Ende April. Sollte nicht bald Einigkeit bei der „Überprüfung des dritten Hilfspakets“ erzielt werden, drohten Athen „spätestens im Juli ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten“.

Schon im Sommers 2015 hatte Deutschlands Politik, angestachelt von chauvinistischen und ressentimentgeladenen Medien, alles daran gesetzt, der griechischen Linksregierung das Genick zu brechen und das geschundene Land möglichst umfassend zu demütigen. „Die Antwort lautet nein!“, antwortete Schäuble auch diesmal auf die Bitte der Regierung Tsipras, bei einem EU-Sondergipfel über die Auszahlung weiterer Notkredite zu beraten, die derzeit von der EU blockiert werden. Deutschland läßt die sozioökonomische Lage in Hellas bewusst eskalieren, um Athen zu weiteren Konzessionen zu nötigen. Schon Mitte April legte sich der oberste deutsche Sparsadist öffentlich fest: „Griechenland kann und muss noch mehr tun.“

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Freigeld für alle!

Montag, 27. November 2017

Konkret 05/2016

EZB-Chef Mario Draghi war bei einer Pressekonferenz Ende März bester Spendierlaune, als er den Bürgern der Euro-Zone allerlei Geldgeschenke in Aussicht stellte. Das sogenannte „Helikoptergeld“ sei ein „interessantes Konzept“, das gegenwärtig von „Ökonomen diskutiert“ werde, um die deflationären Tendenzen im Euro-Raum zu bekämpfen, erklärte Draghi den verdutzten Journalisten. Bei dieser finalen Stufe expansiver Geldpolitik wird zusätzliche Liquidität nicht mehr nur über Anleihekäufe auf den Finanzmärkten generiert, sondern direkt den Konsumenten oder dem Staat zur Verfügung gestellt. Aber nachdem vor allen in der deutschen Öffentlichkeit die Empörung über Draghis Erwägungen hochgekocht war, folgten lustlose Dementis einiger europäischer Notenbanker. Der EZB-Direktor Benoît Coeuré erklärte, dass er als Mitglied des EZB-Rats eine „gehörige Portion Skepsis“ gegenüber diesen Ideen haben müsse, doch als „Ökonom finde ich die akademische Debatte spannend“.

Der Begriff „Helikoptergeld“ geht auf ein Statement des ehemaligen US-Notenbankchefs Ben Bernanke zurück, der – in Anlehnung an ähnliche Äußerungen des neoliberalen Ökonomen Milton Friedman – bei einer Rede 2002 erklärt hatte, in einer schweren deflationären Krise notfalls Geld aus Helikoptern über Bevölkerungszentren abwerfen zu wollen, um die Nachfrage und die Wirtschaft zu stimulieren. Seitdem wird Bernanke von seinen orthodox-monetaristischen Kritikern gern mit dem Spitznahmen „Helikopter Ben“ belegt. Unter „Helikoptergeld“ sind somit die direkten Gelddruckprogramme der Notenbanken zu verstehen, mit denen man aufgrund schwerer wirtschaftlicher Verwerfungen, wie etwa einer chronischen Investitionsschwäche, den Umweg über den Aufkauf von (faulen) Wertpapieren oder Schuldtiteln auf den Finanzmärkten vermeiden will.

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Reise nach Jerusalem

Montag, 27. November 2017

Konkret 04/2016

Was treibt der Imperialismus in der Krise?

Auf seine alten Tage führt sich der Imperialismus immer merkwürdiger auf. Inzwischen haben selbst die „Antiimperialisten“ alle Hände voll damit zu tun, die Realität der Krise mit den alten ideologischen Schablonen noch einigermaßen in Übereinstimmung zu bringen. Wie sind beispielsweise die westlichen Interventionen in der Ukraine oder in Syrien zu deuten, wo es ja offensichtlich nicht mehr darum geht, neue Märkte oder Ressourcenlagerstätten zu erobern? Die US-Zeitschrift „Foreign Policy“ bezeichnete etwa die Ukraine noch kurz vor dem durch die USA beförderten Sturz der Regierung in Kiew als sozioökonomischen „Basket Case“ – als einen Fall für den Mülleimer. Und dass es in Syrien noch anderes zu holen gäbe als Elend, Massengräber und religiösen Wahn, glaubt nicht mal der verstockteste Geopolitiker.

Das Einzige, was der Imperialismus heutzutage noch zustande bringt, sind „gescheiterte Staaten“. Sie bleiben als anomische Ruinen imperialistischer Abenteuer zurück. Die Herrn Imperialisten scheinen vergessen zu haben, wie Ausbeutung geht. Im Folgenden möchte ich versuchen, unter Entfaltung des Begriffs des Krisenimperialismus die global zunehmenden geopolitischen Spannungen und die eskalierende spätkapitalistische Systemkrise auf einen Nenner zu bringen, um so zur Abwechslung der Realität mal näherzukommen – statt sie, wie allzu üblich, gewaltsam in ideologische Schablonen aus dem späten 19. Jahrhundert zu pressen.

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Das Gruselkabinett

Montag, 27. November 2017

Konkret 02/2016

Polens Nationalisten gehen auf Konfrontationskurs zu Deutsch-Europa.

Berlins europapolitische Aussichten für das neue Jahr sind, gelinde gesagt, trübe. Die „Frankfurter Allgemeine“ gab sich in ihrem Kommentar vom 30. Dezember regelrecht empört über die Zustände im osteuropäischen Hinterhof der BRD. Polen sei schon – neben Ungarn und Rumänien – das dritte osteuropäische EU-Land, „in dem eine aus fairen Wahlen hervorgegangene Regierung demokratische und rechtsstaatliche Grundsätze verletzt, um staatliche Institutionen unter ihre Kontrolle zu bringen“. Der reaktionäre Umbau des polnischen Staates stelle gar eine „Zuspitzung des ungarischen Dilemmas“ dar, weil die polnische Rechtsregierung deutlich schwächer demokratisch legitimiert sei als „ihr Vorbild in Budapest“ und die „Demontage rechtsstaatlicher Grundsätze auch noch viel schneller und brutaler“ vor sich gehe als im Ungarn Orbans.

In nahezu allen meinungsbildenden deutschen Medien, die noch Mitte 2015 den ökonomischen Unterwerfungsfeldzug Berlins gegen die demokratisch gewählte Linksregierung in Athen begeistert unterstützt hatten, erwachte plötzlich die Sorge um die Demokratie in Polen. Die „Süddeutsche Zeitung“ bezeichnete Jarosław Kaczyński, den Chef der rechtspopulistischen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS – Prawo i Sprawiedliwość), als den wahren „Alleinherrscher“ Polens, der im Hintergrund die Strippen ziehe und den polnischen Rechtsstaat „zerstören“ wolle. Die „Zeit“ empörte man sich über einen „Anschlag auf die Demokratie“, den die polnische Rechtsregierung durchführe: „Manche sehen Polen unter der neuen Regierung der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) von Jarosław Kaczyński schon auf dem gefährlichen ungarischen Kurs von Viktor Orbán, also einer autokratischen Herrschaft.“ „Spiegel Online“ ließ einen Quotenpolen zu Wort kommen, der brav seiner „Sorge“ über die „einst schwer erkämpfte Demokratie“ in Polen Ausdruck verleihen durfte.

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Neue Normalität

Montag, 27. November 2017

Konkret 12/2013

Zum Beispiel Automobilindustrie: Wie Berlin seine Interessen in Europa durchsetzt und dabei die Souveränität der Krisenstaaten unterminiert.
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Dieser Devise scheinen Deutschlands Eliten in Politik und Wirtschaft zu folgen. Nur einen Tag nachdem die Bundesregierung die Einführung neuer (niedrigerer) europäischer CO2-Richtlinien für die Autoindustrie verhindert hatte, veröffentlichte der Bundestag auf seiner Website die Details einer Großspende dreier BMW-Eigner aus der Familie Quandt – deren kometenhafter Aufstieg mit dem mörderischen Einsatz von Zwangsarbeitern und mit Arisierungsprofiten während der NS-Zeit erkauft worden war – an die CDU. Insgesamt 690.000 Euro haben die Quandt-Witwe Johanna, ihr Sohn Stefan und die Tochter Susanne Klatten, geborene Quandt, in drei gleich großen Spenden am 9. Oktober an das Konrad-Adenauer-Haus überwiesen. Dies sei die »höchste private Spende für eine deutsche Partei im Wahlkampfjahr«, konstatierte die »Financial Times« irritiert. Die als medienscheu geltenden Quandts, die knapp 50 Prozent der Anteile an dem bayerischen Fahrzeughersteller BWM halten, führen damit eine gewisse Tradition fort: Schon 2009 spendeten sie nach der Wahl 450.000 Euro an die Christdemokraten.

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Künstliche Intelligenz und Kapital

Mittwoch, 15. November 2017

Streifzüge, 15.11.2017

„Level-1 or world-space is an anthropomorphically scaled, predominantly vision-configured, massively multi-slotted reality system that is obsolescing very rapidly.
Garbage time is running out.
Can, what is playing you, make it to level-2?“

Nick Land

In der vom Silicon Valley herbeigesehnten Singularität käme das automatische Subjekt zu sich selbst.

Ist die Menschheit bereit, den bald unter ihr weilenden Roboterherrschern aufopferungsvoll zu dienen? Diese Frage, die ansonsten eher die Kulturindustrie in ihren Trashproduktionen aufwirft, könnte sich nach Ansicht etlicher Kritiker der Erforschung Künstlicher Intelligenz (KI) tatsächlich bald ganz reell stellen. Falls die Roboterherrscher überhaupt noch über die Menschheit zu herrschen wünschen – und sich nicht dazu entscheiden, in einem Reenactment der Terminator- und Matrix-Filme, die lästigen „Fleischsäcke“ unverzüglich loszuwerden.

Die Stimmen, die vor einer weiteren, größtenteils unregulierten Erforschung künstlicher Intelligenz in den Laboren internationaler Hightech-Konzerne warnen, werden in letzter Zeit vernehmlicher – und sie gehören den unterschiedlichsten prominenten Figuren der Wissenschafts- und Hightech-Community.

Für den weltbekannten Physiker Stephen Hawking könnte der entscheidende, qualitative Durchbruch bei der Erforschung künstlicher Intelligenz – in der KI-Szene gerne als Singularität bezeichnet – das „Ende der Menschheit“ bedeuten. Diese würde „eigenständig abheben, sich selber modifizieren in einem beständig anwachsenden Tempo. Menschen, die durch die biologische Evolution limitiert seien, könnten damit nicht konkurrieren und würden ausgelöscht“. Bill Gates warnte davor, dass Künstliche Intelligenz potenziell gefährlicher sein könne als eine Nuklearkatastrophe. Nick Bostrom, Philosophieprofessor an der Universität Oxford, sieht in seinem Buch Superintelligence eine Zukunft voller technischer und ökonomischer Wunder, in der es keine Menschen mehr gibt. Es wäre ein „Disneyland ohne Kinder“, bei dessen Errichtung die KI schlicht den Faktor Mensch beseitigte.

 

Vernor Vinge, Mathematiker und Schöpfer des Begriffs Singularität, sieht die Ausformung einer künstlichen Intelligenz, die das intellektuelle Potenzial der Menschen in allen relevanten Bereichen überflügelt, als zwangsläufig an – und er hält die „physische Auslöschung der Menschheit für eine Möglichkeit“. Der KI-Experte James Barrat, Autor des Buches „Our Final Invention: Artificial Intelligence and the End of the Human Era”, sieht einen Ressourcenkampf zwischen Mensch und intelligenter Maschine als wahrscheinlichste Konfliktlinie: Ohne gegensteuernde Institutionen und Sicherungsmechanismen würde „ein selbstbewusstes, sich selbst verbesserndes, autonom zielsetzendes System seine Zeile mit Mitteln verfolgen, die wir als irrsinnig ansehen müssten.“

Der bekannte Hightech-Milliardär Elon Musk gilt als einer vehementesten Kritiker künstlicher Intelligenz. Er gab gegenüber Vanity Fair ein Beispiel für das aus uferloser, algorithmischer Selbstoptimierung resultierende Vernichtungspotenzial der aufziehenden Systeme künstlicher Intelligenz. Selbst wenn eine künstliche Intelligenz, die mit der autonomen autonomen Optimierung harmloser Tätigkeiten betraut würde, könnte sich als massenmörderisch erweisen: „Lass uns annahmen, du hast eine KI geschaffen, die selbstoptimierend Erdbeeren pflücken soll. Sie will immer besser dabei werden und sie will immer mehr Erdbeeren pflücken und sie verbessert sich permanent dabei. Alles, was sie will, ist Erdbeeren zu pflücken. Sie würde die ganze Welt in ein Erdbeerfeld verwandeln wollen. Strawberry fields forever.“ Da wäre dann kein Platz mehr für Menschen.

Link: http://www.streifzuege.org/2017/kuenstliche-intelligenz-und-kapital

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Genosse Roboter

Dienstag, 14. November 2017

Neues Deutschland, 11.11.2017

Die Triebkräfte, die den Kapitalismus in Agonie überführen, tragen auch die Keimformen einer Systemalternative in sich: einer Art Hightech-Kommunismus. Von Tomasz Konicz

So nah und doch so fern. Der gegenwärtige weltgeschichtliche Moment erinnert an die Verzweiflung vieler pauperisierter Menschen, die sich – oftmals wieder mit knurrendem Magen – in Innenstädten voll ausstaffierte Schaufensterauslagen ausschauen können. Die Bedürfnisbefriedigung ist zum Greifen nah, sie ist ja nur durch eine dünne Glaswand versperrt – und sie scheint dennoch unerreichbar. Dieses massenhafte Elend vieler ökonomisch überflüssiger Menschen spiegelt die globale, systemische Widerspruchsentfaltung im Spätkapitalmus. Die Mittel, die Grundbedürfnisse aller Menschen zu befriedigen, sind längst gegeben, doch zugleich scheint dieser Zustand angesichts eskalierender ökonomischer und ökologischer Verwerfungen unerreichbar.
Nicht nur die industriellen Produktivkräfte sind längst hinreichend ausgebildet, um die Grundbedürfnisse aller Menschen zu befriedigen (dies eigentlich schon seit dem Fordismus), auch die Informationstechnologie hat inzwischen ein Niveau erreicht, das die bewusste Planung und/oder Koordination einer globalen postkapitalistischen Wirtschaft ermöglichen würde, wie es selbst die »Financial Times« bemerkte (»The Big Data revolution can revive the planned economy«). Ein zentraler Nachteil der autoritären osteuropäischen Planwirtschaften, die Unfähigkeit adäquater Datenerfassung und -verarbeitung, ist nicht mehr gegeben, da das globale Netz vermittels der Milliarden angeschlossener Geräte regelrechte »Datenozeane« über die Aktivitäten der User produziert, die schon jetzt von »Big Data« dank nahezu unerschöpflicher Rechenkapazitäten und Systeme Künstlicher Intelligenz (KI) ausgewertet werden. Eine postkapitalistische Echtzeitökonomie, in der anonymisierte Daten den bewussten, weitgehend automatisierten Aufbau und die Koordination ganzer Produktionsketten (von der Ressourcengewinnung bis zur Konsumtion) erledigen können, ist längst möglich.

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Unstillbarer Ressourcenhunger

Mittwoch, 08. November 2017

Neues Deutschland, 08.11.2017
Beschlossene Emissionsgrenzen sind jetzt schon Makulatur, meint Tomasz Konicz. Und das liege nicht nur an der Politik

Beim Klima kommt es immer wieder schlimmer als befürchtet – selbst die negativsten Szenarien der Klimawissenschaft werden alle paar Jahre aufgrund neuer Erkenntnisse überboten. Die aktuellen Desaster: Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist im vergangenen Jahr in einem Rekordtempo auf 403 parts per million geklettert, während neue Studien zu der Erkenntnis gelangten, dass die Dynamik der Meereserwärmung massiv unterschätzt wurde und diese bereits ein Niveau erreichte, wie es in den vergangen 100 Millionen Jahren nicht mehr der Fall gewesen sei. Trotz dieser sich häufenden dramatischen Warnsignale, trotz immer neuer Hiobsbotschaften von der Klimafront scheitert die globale Klimapolitik an der diesbezüglichen Unreformierbarkeit des Kapitalismus. Die auf Klimagipfeln beschlossenen Emissionsgrenzen sind jetzt schon Makulatur – und dies liegt gerade nicht nur an der Unfähigkeit oder Ignoranz der politischen Klasse.

Das innere Bewegungsgesetz des nach höchstmöglicher Mehrwerterzeugung strebenden Kapitalverhältnisses, das aus Geld mehr Geld machen muss, steht jeglicher Ressourcenschonung und dem Überleben der menschlichen Zivilisation im Weg. Mehrwert kann letztlich aber nur mittels Lohnarbeit in der Warenproduktion erzeugt werden. Somit ist das Kapital konkret an eine stoffliche Grundlage bei seiner uferlosen Verwertungsbewegung gebunden, die mit jedem Verwertungskreislauf erhöht werden muss: Die Aufwendungen für Arbeit, Rohstoffe und Energie müssen bei gleichbleibender Produktivität bei jedem erfolgreichen »Investitionskreislauf« ansteigen, um das vergrößerte Kapital erneut im vollen Umfang verwerten zu können. Je höher die Profitrate, desto höher der Ressourcenhunger der Mehrwertmaschine.

Link: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1069397.klima-und-krise-unstillbarer-ressourcenhunger.html

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FIST AND DYNAMITE

Dienstag, 07. November 2017
UPPER SILESIAN ANTI-FASCISTS IN SPAIN

Nearly 200 inhabitants of Upper Silesia fought in the civil war in Spain. Although their region was then divided between Poland, Czechoslovakia and Germany, they did not surrender to nationalist propaganda, but chose a common struggle – for democracy and social rights. Many of them died in Spain, many felt the bitterness of defeat. It is worth recalling them when the dark clouds of nationalism gather over Europe again… That`s why we want to make a documentary about them – and therefore we ask for your support.

In the movie „Fist and Dynamite“ (duration: 45 minutes) we intend to use the memories of the Silesian participants of the war in Spain, archival photographs and footage, songs from that period, and fictional scenes (with the help of historical reenactors).

Why „Fist and Dynamite“? Fist – because volunteers did not hesitate to face fascism in the battlefield, dynamite – most of these volunteers were Silesian miners.

The film is connected with a wider project of restoring the memory of the „rebellious history of Silesia“, a region which is industrial and multinational in its history. Within our framework we realized a film „Rebellious Silesia. A story about the history of social struggles in Silesia“.

After completing the film, „Fist and Dynamite“ would be promoted both on the internet and on the screenings connected with the discussion. Movie versions with German, Czech, English and Spanish subtitles would also be prepared.

Link: http://spain-silesia.eu/index-en.html

Alles Alte ist besser als alles Neue?

Samstag, 04. November 2017

Neues Deutschland, 04.11.2017
Reflexionen über die voranschreitende Auflösung des politischen Koordinatensystems.

Das allgegenwärtige krisenbedingte Gefühl, dass etwas in Auflösung übergeht, dass verfestigte Strukturen und Lager in Bewegung übergehen und sich verflüssigen, hat längst auch die Sphäre des Politischen erfasst. Das etablierte politische Koordinatensystem rechts- und linksgerichter politischer Parteien und Kräfte scheint hohl und kaum noch mit Substanz aufgeladen. Immer mehr Menschen sehen keine nennenswerten Unterschiede zwischen den einzelnen Parlamentspartien – zumal inzwischen, siehe »Jamaika«, wirklich jeder mit jedem koalieren kann. Im Internet und seinen in den Sozialen Netzwerken herumirrenden Schwärmen werden etablierte politische Begriffe wie bloße Labels behandelt und, je nach Situation und Interesse, mit neuen Bedeutungen aufgeladen. Die Ansicht darüber, was nun politisch links oder rechts ist, kann in den ausgedehnten Wahnräumen des Netzes, wo die Neue Rechte ihre digitale Heimat hat, mitunter täglich, ja stündlich wechseln, was ja letztendlich nur auf die beginnende Auflösung des politischen Koordinatensystems hinweist.
Link: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1068957.alles-alte-ist-besser-als-alles-neue.html

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Kapital- und Klimakollaps

Donnerstag, 02. November 2017

Telepolis, 02.04.2016

Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen der Wirtschaftskrise und dem außer Kontrolle geratenden Klimawandel?

Link: https://www.heise.de/tp/features/Kapital-und-Klimakollaps-3379353.html