Archiv für Juli 2017

Freudsche Zustände

Sonntag, 23. Juli 2017

Telepolis, 23.07.2017

Gestaltet der Mensch seine Gesellschaft bewusst – oder wird er unbewusst durch Strukturen und Dynamiken des Systems geformt?

Ist der Bürger Herr seiner eigenen Gesellschaft? Die Ansichten bei dieser alten Fragestellung, die schon im Zuge der Aufklärung aufgeworfen wurde, pendeln in letzter Zeit krisenbedingt zwischen den Extremen: Zwischen Größenwahn und pseudoreligiösen Fatalismus.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Freudsche-Zustaende-3762277.html

Der letzte Dammbruch

Samstag, 15. Juli 2017

Telepolis, 15.07.2017

Ungarns Rechtspopulisten betätigen sich im Vorwahlkampf als Avantgarde des Antisemitismus – mit Unterstützung aus Israel

In Ungarn ist George Soros derzeit allgegenwärtig. Der jüdische Milliardär scheint sich einen ins Fäustchen zu lachen auf Plakaten, mit denen Ungarns regierende Rechtspopulisten das ganze Land zupflasterten. Die massive Propagandakampagne der rechtspopulistischen Fidesz um Premier Viktor Orban läuft unter einer Parole „Lasst Soros nicht zuletzt Lachen!“.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Der-letzte-Dammbruch-3771663.html

 

Google News: Die große Leere

Donnerstag, 13. Juli 2017

Telepolis, 13. Juli 2017

Der Relaunch des Nachrichten-Aggregators ist symptomatisch für die rasch voranschreitende Verblödung des Internets – die leider System hat

Leere. Große weiße Flächen, in denen sich dürre, oftmals kryptische Schlagzeilen ohne jedweden zusätzlichen Erläuterungstext verlieren – die zudem in einer anorektischen, kaum lesbaren Schrift gehalten werden. Willkommen bei der Neuauflage von Goolge News!. Genau das erwartet man von einer Internetpräsenz, die sich auf das Sammeln von Nachrichten spezialisiert hat: ein Übermaß an Nichts. Gott bewahre, der Internetnutzer würde auf einer Newssite mit substanziellen Informationen behelligt!

Nichts ist im Internet des frühen 21. Jahrhunderts so hipp wie das Nichts. Ars Technica – dem Selbstbild nach die Speerspitze des IT-Journalismus – sprach davon, dass der populäre Newsaggregator nun endlich wie etwas „aus dieser Dekade“ aussehe. Und das stimmt ja leider wirklich.

Alles sei nun viel geräumiger, sodass man „weniger Informationen auf einer einzelnen Seite“ erhalte, erläuterte Ars Technica. Google sei der Ansicht, dies würde die Lesbarkeit seines Angebots erhöhen und es dessen Benutzern erleichtern, nach „Geschichten“ („Stories“) zu suchen. Weiße „Geschichten-Karten“ auf dem hellgrauen Hintergrund würden nun bestimmte Themen einrahmen, die „unterschiedliche Perspektiven einer Nachrichtengeschichte“ darstellten. Diese seien zudem mit „Aufklebern“ (Labels) wie „Meinung“, „oft zitiert“ oder „faktengeprüft“ versehen.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Google-News-Die-grosse-Leere-3770028.html

Reaktionäre Politisierung

Montag, 10. Juli 2017

Streifzüge 69/2017
Polens Regierung forciert den autoritären Umbau von Staat, Armee und Medien

Link: http://www.streifzuege.org/2017/reaktionaere-politisierung
Wie sehr rechte Politik dazu tendiert, sich selbst ins Extrem zu treiben, kann derzeit in Warschau studiert werden. Polens rechtspopulistische Regierung, die von der Partei Recht und Gerechtigkeit (Prawo i Sprawiedliwość – PiS) um Jarosław Kaczyński gestellt wird, ist seit ihrem überraschenden Wahlsieg im Oktober 2015 vor allem darum bemüht, möglichst viel Macht zu akkumulieren und letzte bürgerliche „checks and balances“ auszuhebeln. Nun ist das Militär an der Reihe. Anfang Februar 2017 berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) über die anhaltenden Bemühungen des polnischen Verteidigungsministers, seine Machtbasis zu verbreitern – und die Streitkräfte des Landes voll auf Linie zu bringen. Polens Verteidigungsminister Antoni Macierewicz ließ zu Jahresbeginn die Schulungsakademie der polnischen Streitkräfte umbenennen, um deren Neuausrichtung auch symbolisch festzuschreiben: an der „Akademie für Kriegskunst“ soll Polens Offiziersnachwuchs künftig geschult – und indoktriniert – werden.

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Wachstum der Schuldenberge

Donnerstag, 06. Juli 2017

Telepolis, 06. Juli 2017

Chinas gute Konjunktur wird weiterhin auf Pump betrieben – doch stellt die Volksrepublik hierbei keine Ausnahme dar

Im Osten nichts Neues, so scheint es zumindest: Die Zeichen stünden in China weiterhin auf Wachstum, meldeten jüngst Wirtschaftsmedien unter Verweis auf den offiziellen Einkaufsmanagerindex der Volksrepublik. Die entsprechenden Wachstumsprognosen, etwa des IWF, wurden prompt erhöht: Inzwischen geht der Währungsfonds von einem chinesischen Wirtschaftswachstum von 6,7 Prozent in diesem Jahr aus.

So sei der Index von im vergangenen Mai von 51,2 auf 51,7 Punkte geklettert, was auf eine Beschleunigung der konjunkturellen Aufwärtsbewegung der letzten Monate hindeute. Dies sei der zweithöchste Wert dieses Jahres gewesen, bemerkte N-TV auf seiner Internetpräsenz, der die Prognosen deutlich überboten habe. Die Stimmung unter den Führungskräften der chinesischen Wirtschaft ist somit besser als erwartet. Der durch monatliche Umfragen ermittelte, vielbeachtete Einkaufsmanagerindex gilt als ein sicherer konjunktureller Frühindikator. Werte über 50 Punkten deuten auf eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums, bei einer Abkühlung sinkt der Index unter 50 Zähler.

Link: https://www.heise.de/tp/features/Wachstum-der-Schuldenberge-3762292.html

Auch bei der G20 die Systemfrage stellen

Dienstag, 04. Juli 2017

Neues Deutschland, 04.07.2017
Eine Zukunft hat die Menschheit nur jenseits der Dauerkrise des Kapitalismus, meint Tomasz Konicz

What a terrible mess! Angesichts des global um sich greifenden Chaos’, angesichts der überhandnehmenden Krisenverwerfungen und der damit einhergehenden Brutalisierung und Faschisierung stellt sich die Frage, wogegen auf dem kommenden G20-Gipfel vordringlich zu demonstrieren wäre. Es brennen einfach zu viele Lunten am morschen Fundament des spätkapitalistischen Weltsystems, als dass sie alle in der kurzen Zeitspanne thematisiert werden könnten, in der sich der Blick der Weltöffentlichkeit auf Hamburg fokussieren wird.

Link: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1056133.auch-bei-der-g-die-systemfrage-stellen.html

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