Archiv für Juni 2013

Europas Öl- und Gastank

Donnerstag, 06. Juni 2013

„Junge Welt“, 06.06.2013
Beim EU-Rußland-Gipfel dominierten ökonomische Fragen. Doch es gibt kaum Bewegung, die ­einseitigen Austauschbeziehungen zu überwinden

Im Grunde ging es um Ökonomie. Rußlands Medien gaben sich bei der Einschätzung des jüngsten europäisch-russischen Gipfels am 3./4. Juni alle Mühe, diese Seite der zuletzt arg ramponieren Beziehungen zwischen Moskau und Brüssel zu betonen. Die »Wirtschaft diktierte die Prioritäten« des Gipfeltreffens in Jekaterinburg, bemerkte der staatsoffizielle Rundfunksender Stimme Rußlands in einem Beitrag und thematisierte die zunehmende wirtschaftliche Verflechtung zwischen EU und Russischer Föderation. Daraus resultiere eine »enge gegenseitige Abhängigkeit (…) in Handel und Wirtschaft«, die sich in der »Krisenzeit nur verstärkt« habe, hieß es.
(mehr …)

Lohndumping als Krisenbeschleuniger

Mittwoch, 05. Juni 2013

Gegenblende, 04.06.2013
Wie hängen die europäischen Ungleichgewichte und die Schuldenberge Südeuropas zusammen?

In der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit tobte eine emotional geführte Diskussion über obszönen und oftmals geschickt verheimlichten Reichtum – in Südeuropa, wohlgemerkt. Ausgelöst wurde diese Diskussion durch Studien der EZB und der Bundesbank, die den Anschein erweckten, als ob die Bundesrepublik zu den ärmsten Ländern der Eurozone gehören würde. Mit einem Median-Nettovermögen von 51.400 Euro lägen die Deutschen weit hinter den Franzosen (113.500 Euro), Spaniern (229.300 Euro) und Italienern (163.900 Euro) zurück, so lautete die Kernaussage der Untersuchung.

Link: www.gegenblende.de/21-2013/++co++7d078ba4-cddf-11e2-a4bd-52540066f352

Potemkin-Konjunktur

Dienstag, 04. Juni 2013

Junge Welt, 04.06.2013
Wirtschaft der USA hängt in der Krise fest. Mit bizarren Statistiken versuchen Meinungsmacher, den Sanierungsfall in ein Wirtschaftswunder umzudeuten

Deutschlands Meinungsmacher haben ihr altes Vorbild zurück: Die Vereinigten Staaten von Amerika seien dabei, Europa wirtschaftlich abzuhängen, berichtete die Onlineausgabe der Welt am 1. Juni. Das Medium verweist dabei auf eine kürzlich veröffentliche Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst&Young. Der zufolge seien US-Konzerne »zuletzt deutlich profitabler als ihre europäische Konkurrenz« gewesen seien. Ernst&Young verglich dabei die 2012 erzielten Renditen der 300 größten Konzerne beider Wirtschaftsgebiete. Demnach erzielten die US-Konzerne bei einem Umsatz von 7,2 Billionen Euro einen Profit von 828 Milliarden, während ihre europäischen Konkurrenten bei einem Gesamtumsatz von 7,5 Billionen Euro Gewinne von »nur« 744 Milliarden Euro auswiesen. Die Marge lag in den USA bei 11,6 Prozent, in Europa bei 9,9 Prozent.
(mehr …)

Merkels Punktsieg

Montag, 03. Juni 2013

Junge Welt, 01.06.2013
Französischer Präsident rang der Kanzlerin bei den deutsch-französischen Konsultationen nur symbolische Zugeständnisse ab

Es gibt Mißtöne zwischen Berlin und Paris. Je näher das jüngste »Arbeitstreffen« zwischen Bundeskanzlerin und Staatspräsident rückte, desto schriller fielen sie aus. Nachdem François Hollande sich eine Einmischung Brüssels in die eigene Politik nachdrücklich verbeten hatte und der EU-Kommission bescheinigte, sie habe »uns nicht zu diktieren, was wir zu machen haben«, reagierten deutsche Unionspolitiker giftig. Unionsvizefraktionschef Michael Fuchs fand Hollandes Äußerungen »besorgniserregend«. Laut CDU-Parlamentarier Michael Meister sei der Kommission gerade die »Nachsicht« vorzuwerfen, die sie gegenüber Frankreich geübt habe, indem sie dem Land mehr Zeit zur Haushaltssanierung einräumte. Haushaltsexperte Norbert Barthle verstieg sich zur Drohung: »Man sieht sich immer zweimal im Leben. Noch einmal wird Frankreich nicht mit Nachsicht rechnen können.«
(mehr …)