Archiv für Januar 2013

Japan druckt Geld

Freitag, 25. Januar 2013

junge Welt, 25.12.2013
Mit riesigen Konjunkturpaketen und mehr Schulden gegen Rezession und Deflation – Tokio heizt globalen Abwertungswettlauf und Inflation an

Japans Regierung stemmt sich gegen die Rezession. Dabei scheint ihr jedes Mittel recht. Seit dem dritten Quartal 2012 geht das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der drittgrößten globalen Ökonomie erneut zurück. Bereits 2011 hatte sich die Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent verringert. »Wir müssen dem Schrumpfen der Wirtschaft ein Ende bereiten«, erklärte Ministerpräsident Shinzo Abe Mitte Januar und kündigte einen regelrechten »Raketenstart« der japanischen Industrie zu Beginn seiner Amtszeit an. Es sei ungemein wichtig, »die andauernde Deflation (Preisverfall) und den starken Yen hinter uns zu lassen« so Abe, der die Regierungsgeschäfte bereits 2006 für ein Jahr geführt hatte.
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Nach uns die Wüste

Donnerstag, 24. Januar 2013

konkret, 12/2012

Weltweit steigen die Lebensmittelpreise und damit die Zahl der Hungernden. Ist die Spekulation mit Nahrungs- und Agrarrohstoffen daran schuld?

Es geht weiter aufwärts – bei den Nahrungspreisen. Auch im September setzte der Food Price Index der FAO (UN Food and Agriculture Organisation) seinen Höhenflug fort und kletterte um drei Punkte auf 216 Zähler. Damit liegt der Lebensmittelindex, der alle wichtigen Grundnahrungsmittelarten zusammenfaßt, nur noch 22 Punkte unterhalb seines historischen Spitzenwerts vom Februar 2011. Je länger dieser Preisauftrieb auf den Märkten anhält, desto heftiger wird auch die Diskussion über die Ursachen der sich darin abzeichnenden Nahrungskrise. Derzeit gewinnt in der öffentlichen Meinung vor allem die Spekulantenschelte an Boden, die die Investitionstätigkeit großer Finanzmarktakteure auf den Agrarrohstoffmärkten für die jüngsten Preissteigerungen verantwortlich macht.

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Bloch vs. Dschungelcamp

Donnerstag, 24. Januar 2013

Telepolis, 24.01.2013
Worin besteht die Erbschaft einer Zeit, in der sadistische Demütigungsshows ein begeistertes Millionenpublikum finden?

Müsste das Dschungelcamp allein aufgrund seiner Einschaltquoten beurteilt werden, so würde es als eine Sternstunde deutscher Fernsehkunst in die Annalen der Medienbranche eingehen. Mit rund 7,77 Millionen Zuschauern beim Start der neuen Staffel konnte die Ekelsendung einen neuen Rekordwert aufstellen, der RTL eine fette Quote von 36,5 Prozent bei der werberelevanten Altersgruppe zwischen 14 und 49 Jahren bescherte. Und es geht weiter aufwärts: Am 14. Januar konnte das Dschungelcamp sogar einen neuen Rekordwert von bis zu 8,1 Millionen hZuschauern verbuchen.

Link: http://www.heise.de/tp/artikel/38/38405/1.html

Vor Streik in Westpolen

Donnerstag, 24. Januar 2013

junge Welt, 24.01.2012
Gewerkschaften wollen die endgültige Verwandlung der Industrie- in eine Krisenregion verhindern. Schon jetzt mehr als 200000 Arbeitslose

Die südwestpolnische Woiwodschaft Slaskie steht vor einem historischen Streik. Zehntausende Lohnabhängige werden laut Gewerkschaftsangaben im Februar in der gesamten Region die Arbeit niederlegen, um gegen die zunehmenden sozialen und wirtschaftlichen Verwerfungen zu protestieren, die das industriell geprägte Gebiet in eine »Krisenregion« verwandeln würden. Dies werde der größte Ausstand in Polen »seit 1981«, erklärte der Vorsitzende der Gewerkschaft »Solidarnosc« in Górny Slask, Dominik Kolorz, gegenüber der Tageszeitung Rzeczpospolita.
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Eine Vergangenheit, die nicht vergehen will

Samstag, 19. Januar 2013

Telepolis, 19.01.2013
Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft und Sklaverei befinden sich 150 Jahre nach der Verkündung der amerikanischen Emanzipations-Proklamation wieder auf dem Vormarsch

Der Jahreswechsel bot vielen Politikern und Medienschaffenden in den Vereinigten Staaten Gelegenheit, auf eine der wichtigsten politischen Entscheidungen in der Geschichte ihres Landes zurückzublicken. Am 1. Januar 1863, auf dem Höhepunkt des Amerikanischen Bürgerkrieges, trat die von US-Präsident Abraham Lincoln durchgesetzte Emanzipations-Proklamation in Kraft, mit der die Sklaverei in den sezessionistischen Konföderierten Staaten von Amerika abgeschafft wurde.

Link: http://www.heise.de/tp/artikel/38/38342/1.html

Die erste Macht im Staate

Samstag, 19. Januar 2013

Dieser Text erschien in Lunapark 21, Nr. 19, Herbst 2012
Wie Massenmedien Regierungen einsetzen, Politik machen, die Bevölkerung unmündig halten und Kriege führen lassen.

Nichts hat unsere Aussichten auf eine humane Gesellschaftsordnung stärker verdüstert, als die Verwandlung von Wissen und Informationen in Waren, die von gigantischen Medienkonzernen produziert und gehandelt werden. Seine historischen Anfänge hat das Medienkapital im 19. Jahrhundert, als im Gefolge der industriellen Revolution die ersten Zeitungen mit größeren Auflagen aufkamen und sich eine „öffentliche Meinung“ im Bürgertum herausbildete. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten französische Zeitungskapitalisten die Geschäftsgrundlage, auf der Informationen bis zum heutigen Tage gehandelt werden – und die dafür sorgt, dass radikale Kritik im Medienbetrieb bestenfalls eine marginale Rolle spielt. Mittels Anzeigen, die andere Kapitalisten für ihre Produkte in der Zeitung aufgeben, wird von den meisten Massenblättern seit dem 19. Jahrhundert ein Großteil der Einnahmen erzielt, wodurch die Zeitungspreise stark gesenkt und neue Leserkreise erschlossen werden konnten (was nochmals höhere Anzeigenpreise ermöglicht).

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Neonazis mittendrin

Donnerstag, 10. Januar 2013

Junge Welt, 09.01.2012
Ukraine: Ehemalige Ministerpräsidentin Timoschenko und Boxweltmeister Klitschko haben keine Probleme mit rassistischen Gewalttätern

Die Ultrarechte der Ukraine sieht sich im Aufwind. Nachdem die neofaschistische Partei Swoboda (Freiheit) bei der Parlamentswahl im Oktober 2012 mehr als zehn Prozent der Stimmen erhalten hat, nehmen gewalttätige Übergriffe und militante Aktionen ihrer Schlägertrupps rapide zu. Zuletzt griffen Swoboda-Anhänger am 21. Dezember die Räumlichkeiten des Stadtrates im südukrainischen Odessa an, nachdem dieser im Rahmen einer Umbenennung auch wieder für eine »Straße der Sowjetischen Armee« gesorgt hatte. Unterstützt von Kleinunternehmern eines angrenzenden Marktplatzes durchbrachen mehr als hundert Neofaschisten, die sich in der Tradition der ukrainischen Nazikollaborateure um die SS-Division »Galizien« sehen, Polizeiabsperrungen und verwüsteten unter Einsatz von Tränengas einen Teil der Inneneinrichtung.
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Vorträge und Diskussionen

Montag, 07. Januar 2013

Am 16. Januar werde ich in Erfurt zur Eurokrise referieren, am 17. Januar an der TU-Dresden über eine lebenswerte Zukunft jenseits der kapitalistischen Dauerkrise diskutieren.

Washington vor haushaltspolitischer Dauerkrise

Dienstag, 01. Januar 2013

Telepolis, 01.01.2013
Der „Fiscal Cliff“ wurde buchstäblich in letzter Minute notdürftig umschifft, die Auseinandersetzungen um den „Debt Ceiling“ zeichnen sich bereits jetzt ab

Wenige Stunden vor Ablauf der am Neujahrstag ablaufenden Frist haben sich Demokraten und Republikaner auf einen minimalen Kompromiss im erbittert geführten Haushaltsstreit einigen können. Beide Seiten stritten wochenlang um Steuererhöhungen für Wohlhabende und Haushaltskürzungen, mit denen das ausartende amerikanische Haushaltsdefizit eingedämmt werden soll. Hätten die Streitparteien keine Einigung erzielt, wären mit Beginn dieses Jahres automatisch drastische Haushaltskürzungen und Steuererhöhungen in Kraft getreten, die zu einem massiven konjunkturellen Einbruch in der größten Volkswirtschaft der Welt geführt hätten, der in den US-Medien als „Fiscal Cliff“ (Fiskalklippen) bezeichnet wird.

Link: http://www.heise.de/tp/artikel/38/38285/1.html

Die kränkelnde Arbeitsgesellschaft

Dienstag, 01. Januar 2013

Telepolis, 30.12.2012
Die zunehmende Krisenkonkurrenz führt zu einer raschen Zunahme psychischer Erkrankungen bei Lohnabhängigen.

Link: http://www.heise.de/tp/artikel/38/38240/1.html