Archiv für September 2012

Veranstaltungen zur Krise

Freitag, 21. September 2012

Ich werde am 25. September in Hamburg, und am 28. September in der Bildungsstätte Burg Hoheneck (beim Krisis-Seminar, Ipsheim) zur Krise referieren.

 

Krise global

Freitag, 21. September 2012

Telepolis, 21.09.2012
Ein Überblick über die krisenbedingten globalen Abhängigkeiten und Ungleichgewichte. Krise des Kapitalismus – Teil 7

Die Eurokrise scheint die chinesische „Wertstatt der Welt“ immer stärker in Mitleidenschaft zu zeihen. Auch im August 2012 blieb der chinesische Einkaufsmanagerindex mit 47,8 Zählern unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Absenkung dieses Frühindikators, der konjunkturelle Entwicklungen reaktiv zuverlässig vorwegnimmt, setzt sich somit seit acht Monaten fort – wobei seit Mitte 2012 die Werte unter die entscheidende Schwelle von 50 Punkten gefallen sind.

Link: http://www.heise.de/tp/artikel/37/37515/1.html

Moskaus Steueroase

Mittwoch, 19. September 2012

„Junge Welt“, 19.09.2012
Zypern balanciert am Rande der Pleite und erwartet erneut Hilfe aus Rußland. Eine verständliche Hoffnung, denn die Krise berührt dessen Kapitalinteressen stark

Rußland soll es wieder richten. Um einen Staatsbankrott abzuwenden, beantragte Zyperns Präsident Dimitris Christofias Mitte Juni einen weiteren Kredit aus Moskau. Doch dort will man Nikosia diesmal anscheinend ein wenig zappeln lassen. Seine Behörde habe noch keine definitive Entscheidung darüber getroffen, erklärte der russische Finanzminister Anton Siluanow am 12. September. Damit widersprach er einem Bericht der Zeitung Politis, wonach der Kreml das Darlehen in Höhe von fünf Milliarden Euro bereits genehmigt habe. Ende 2011 hatte Zypern einen ersten russischen Kredit in Höhe von 2,5 Milliarden Euro zum günstigen Zinssatz von 4,5 Prozent erhalten. Damit sollte der bereits 2011 drohende Staatsbankrott des Euro-Mitgliedslandes abgewendet werden. Doch die Wirtschaftslage des Mittelmeerlandes verschlechterte sich weiter, das Haushaltsdefizit stieg. Finanzminister Vassos Shiarly erklärte Anfang September, ohne weitere »Sparanstrengungen« werde das Minus dieses Jahr auf 4,5 Prozent der Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt, BIP) steigen. Prognostiziert waren 2,5 Prozent.
(mehr …)

Musterland abgebrannt

Montag, 17. September 2012

„Junge Welt“,  17.09.2012
Slowenien galt als »Schweiz Jugoslawiens«. Jetzt hat es den Euro, marode Banken, steckt in der Rezession und steht vor der Pleite. Die Regierung macht das Übliche

Sloweniens Regierung kann sich nicht so recht entscheiden. Soll das kleine Land gut zwei Jahrzehnte nach der Sezession aus dem jugoslawischen Staatsverbund seine Souveränität erneut abgeben, sich dazu noch in die Schuldknechtschaft der EU-Technokratie begeben? Der konservative Premier Janez Janša warnte Anfang September vor einem Staatsbankrott schon Ende Oktober. Die Kreditaufnahme an den Finanzmärkten sei derzeit »praktisch unmöglich«. Wenige Tage später kam das Dementi – von Finanzminister Janez Šušteršic: Slowenien brauche »keine Hilfe von außen«, und es gebe auch »keinen Druck«, solche Hilfe zu beantragen. Sein Regierungschef habe mit der Warnung nur der Opposition Beine machen wollen, den »Reformen« des Kabinetts zuzustimmen.
(mehr …)

Apokalypse Later

Samstag, 15. September 2012

Die Gelddruckerei der EZB wird den Kollaps der Eurozone fürs Erste verzögern – die krisen-bedingten Widersprüche und Konflikte bleiben aber bestehen.

Am vergangenen Donnerstag verlängerte EZB-Präsident Mario Draghi die Agonie der europäischen Einheitswährung. Mit der zuvor wochenlang hart umkämpften Entscheidung, künftig Staatsanleihen der südeuropäischen Krisenländer notfalls im unbegrenzten Ausmaß aufzukaufen, konnte die Europäische Zentralbank EZB einen unmittelbar drohenden Kollaps der Eurozone zumindest vorläufig abwenden.

Im Rahmen des „Outright Monetary Transactions“ getauften Aufkaufprogramms werden kurzfristige Staatsanleihen der südlichen Peripherie der Eurozone mit einer Laufzeit von einem bis drei Jahren aufgekauft, sobald die Zinsbelastung dieser Länder ein bestimmtes, von der EZB festgelegtes Niveau überschreitet. In der Praxis sollen durch diese Gelddruckerei weitere drohende Staatspleiten kurzfristig verhindert werden, die die europäischen Rettungsschirme ESM und EFSF aufgrund ihrer begrenzten finanziellen Ausstattung überfordern würden.

(mehr …)

E-Book zur Krise

Montag, 10. September 2012

In den vergangenen Wochen habe ich hauptsächlich daran gearbeitet, meine zehnteilige Artikelserie zur Krise des Kapitals bei Telepolis abzuschließen. Diese kann nun als E-Book erworben werden. In dem Sammelband „Politik in der Krisenfalle“ finden sich all die restlichen Texte der Serie, die erst in den kommenden Wochen und Monaten auf Telepolis publiziert werden. Alle Einnahmen aus dem E-Book gehen an Telepolis und sollen dazu beitragen, die finanzielle Ausstattung dieses Internetmagazins zu verbessern, dessen mickriges Monatsbudget andere Online-Portale an einem Tag verpulvern. Wer also eines der letzten kritischen Refugien der deutschen Presselandschaft unterstützen und die restlichen Teile der Artikelserie schon jetzt lesen möchte, dem sei der Erwerb dieses E-Books ans Herz gelegt. Wo immer die Möglichkeit bestand, wurde beim Publizieren dieser Artikelsammlung auf DRM verzichtet.

Bislang kann das E-Book bei Amazon und Kobobooks bestellt werden.

Link zu Telepolis, wo auch DRM-freie Versionen erworben werden können:

http://www.heise.de/tp/ebook/ebook_3.html

Moskau auf Ostkurs

Montag, 10. September 2012

„Junge Welt“, 10.09.2012
Viel Geld und ein Konzept »Weg von der EU«: Rußland präsentiert sich zum APEC-Gipfel als Vorreiter fernöstlicher Integration

Wladiwostok, Rußlands Tor zum pazifischen Wirtschaftsraum, konnte sich im Vorfeld des diesjährigen APEC-Gipfels über einen regelrechten Geldsegen aus Moskau freuen. Bevor die Spitzenpolitiker aus 21 Mitgliedsstaaten des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsraumes (Asia-Pacific Economic Cooperation) am Wochenende in der fernöstlichen Hafenstaat zu ihrem jährlichen Gipfeltreffen zusammenkamen, investierte der Kreml umgerechnet 20 Milliarden US-Dollar in die Modernisierung und den Ausbau der regionalen Infrastruktur. Die Staats- und Regierungschefs trafen auf dem neuen internationalen Flughafen von Wladiwostok ein, der für 15 Millionen Passagiere jährlich ausgelegt ist – das Zehnfache des letztjährigen Fluggastaufkommens. Auf neugebauten Straßen und der längsten Schrägseilbrücke der Welt (Kostenpunkt umgerechnet eine Milliarde US-Dollar) ging es zum Konferenzort auf der Rußki-Insel im Südosten von Wladiwostok, wo ein moderner Universitätscampus nach US-Vorbild für 25000 Studenten errichtet wurde.
(mehr …)

Der Aufschub

Sonntag, 09. September 2012

Telepolis,  09.09.2012
Vor den Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten wird es aller Wahrscheinlichkeit nach keine Militäraktionen Israels gegen das iranische Atomprogramm geben.

Link: http://www.heise.de/tp/artikel/37/37591/1.html

Boom der Mordgeschäfte

Samstag, 08. September 2012

„Junge Welt“, 07.09.2012
Waffenexporte der Industrieländer in Krisenregionen steigen steil an

In der gegenwärtigen Krise fallen auch bei den Fabrikanten und Händlern von Militärgerät die letzten zivilisatorischen Hemmungen. Das neue Management der Rüstungssparte des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS strebe ein verstärktes Wachstum »außerhalb Europas« an, meldete die Zeitung Die Welt am Dienstag. Hierbei wollten die Waffenbauer vor allem in »Wachstumsländern wie Saudi-Arabien und Indien« Marktanteile erringen. Das »schnellebige Umfeld mit seinem harten Wettbewerb« erfordere eine Neuausrichtung der »Cassidian« getauften EADS-Waffenschmiede, deren Ziel eine »stärkere Verankerung in Wachstumsländern« sei, so deren neuer Chef Bernhard Gerwert in einem internen Rundschreiben, das dem Springer-Blatt zugespielt wurde. Zu einer intensiveren internationalen Ausrichtung von Cassidian gebe es kaum Alternativen, hieß es in Welt, da in der Krise die Rüstungsausgaben in Europa und den USA stagnierten oder gar schrumpften, während sie in Saudi-Arabien, Brasilien oder Indien kräftig anstiegen.
(mehr …)