Archiv für Mai 2012

Euro-Scheinalternativen

Donnerstag, 17. Mai 2012

„Junge Welt“, 16.05.2012

Verschulden oder »sparen«? Berlin und Paris streiten über Wege aus der Krise. Beide Methoden wurden schon seit 2009 versucht, brachten jedoch nichts

François Hollande scheint keine Zeit verlieren zu wollen. Noch am Tag seines Amtsantritts reiste Frankreichs neuer Präsident am Dienstag nach Berlin. In einem ersten Gespräch wollte er Kanzlerin Angela Merkel seine Forderungen nach Konjunkturmaßnahmen für die in Stagnation befindliche Euro-Zone erläutern. Merkel hatte noch kurz vor dem Treffen verkündet, sie erwarte eine »gute Zusammenarbeit«. Doch in der Sache blieb sie hart: »Der Fiskalpakt steht nicht zur Disposition.« Selbst die Wahlniederlage der CDU vom Sonntag konnte die deutsche Regierungschefin nicht von ihrem Kurs abbringen. »Gegen Wachstum hat von unserer Seite keiner was, aber die Frage ist, was bedeutet das für die Haushaltspolitik«, so Merkel.
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Treten und getreten werden

Dienstag, 08. Mai 2012

Neues Deutschland, 05.05.2012

Die Casting-Show als Krisen-Phänomen? Ernst Blochs Schrift »Erbschaft dieser Zeit« lässt darauf schließen

Der Faschismus kam nicht aus heiterem Himmel über Deutschland. Angefacht von der Weltwirtschaftskrise der frühen 30er Jahre, machten sich in der Weimarer Zeit lange vor der Machtergreifung der Nazis autoritäre und reaktionäre Anschauungen breit, die oftmals gänzlich »unpolitisch« wirkten, aber beim genaueren Hinsehen einen Ausblick in den Abgrund erlaubten, auf den das Land zusteuerte. Eine scharfsinnige und immer noch beeindruckende Auseinandersetzung mit dem deutschen Präfaschismus, der genau dieses Kunststück gelang, ist die 1932 von Ernst Bloch verfasste, 1935 in Zürich publizierte Schrift »Erbschaft dieser Zeit«, in der an ein Tabu der damaligen linken Faschismusdebatte gerührt wurde: Der Verfasser benennt nicht nur die Finanziers und Unterstützer der NSDAP in Kapitalkreisen, Militär und Staatsapparat, er legt auch die autoritären Dispositionen bei großen Teilen der Bevölkerung offen, die in der Linken immer noch allzu oft als einfaches »Volk« idealisiert wird.

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Gegen deutsches Diktat

Freitag, 04. Mai 2012

„Junge Welt“, 02.05.2012
Angela Merkel isoliert sich mit Boykott des französischen Präsidentschaftskandidaten François Hollande zunehmend selbst

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre offene Einmischung in den französischen Präsidentschaftswahlkampf bis zum handfesten politischen Eklat gesteigert. Nur wenige Tage vor dem entscheidenden zweiten Wahlgang griff Merkel den sozialistischen Herausforderer François Hollande in einem Interview ungewöhnlich scharf an, indem sie den maßgeblich von Berlin geformten EU-Fiskalpakt kategorisch als »nicht neu verhandelbar« deklarierte. Der aussichtsreiche sozialistische Präsidentschaftskandidat hat wiederholt erklärt, den mit drakonischen Sparauflagen einhergehenden Fiskalpakt im Fall eines Wahlsieges nicht zu ratifizieren und neu zu verhandeln.
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Euro am Ende

Dienstag, 01. Mai 2012

Da ich im Moment nicht zum Schreiben komme, verlinke ich hier mal einen älteren Text, der die Ursachen der gegenwärtigen Eskalation der Eurokrise beleuchtet.

http://www.konicz.info/?p=1981