Archiv für März 2012

Das andere Rußland

Samstag, 31. März 2012

Konkret, 04/2012

… wird nach Meinung hiesiger Kommentatoren von der »liberalen Opposition« repräsentiert, die seit einigen Monaten in den Großstädten gegen die Staatsführung, vor allem gegen den alten und mittlerweile neuen Präsidenten Putin, demonstriert. Wer ist diese Opposition, und was will sie? Von Jörg Kronauer und Tomasz Konicz

Link: http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=dasandererussland&jahr=2012&mon=04

Spekulationsobjekt Wasser

Samstag, 31. März 2012

„Neues Deutschland“, 31.03.2012
Die zunehmende Knappheit des kostbaren Guts und die Privatisierungen locken Anleger

Derzeit boomen Finanzmarktprodukte, die von der sich zuspitzenden Wasserkrise profitieren wollen.
Das Lebensgut Wasser wird vielerorts immer knapper. Prognosen der Welthungerhilfe zufolge wird bereits im Jahr 2025 mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung unter eklatantem Wassermangel leiden. Die kapitalistischen Marktmechanismen reagieren auf diese dramatische Entwicklung, die das Heer der Menschen ohne adäquaten Trinkwasserzugang von derzeit 800 Millionen auf rund drei Milliarden erhöhen würde, auf ihre Weise: Wasser wird zu einem Spekulationsobjekt, dem sich inzwischen Dutzende von Fonds, Zertifikaten, Baskets und sonstige Finanzmarktprodukte widmen.
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Boom der Angst

Samstag, 31. März 2012

„Junge Welt“, 30.03.2012
Die Wohlhabenden, ihr Geld und »sichere Häfen«: In Deutschland steigen Immobilienpreise und Mieten teilweise rasant. Das verschärft soziale Probleme

Das Wall Street Journal (WSJ) dürfte schon aus heimischer Erfahrung ein feines Näschen für Immobilienblasen haben. Das der US-Finanzbranche innigst verbundene Wirtschaftsblatt berichtete jüngst über den Boom auf dem BRD-Immobilienmarkt. Der steht damit im krassen Gegensatz zu den in Depression versinkenden entsprechenden Geschäften des Großteils der Euro-Zone. Während viele Staaten des Währungsraumes mit »hohen Schulden, Rezessionen und geplatzten Kreditblasen« zu kämpfen hätten, weise der deutsche Immobilienhandel erste »Anzeichen eines Überschäumens« auf, so das Fazit des WSJ.
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Tagelöhnertum im Internet-Zeitalter

Freitag, 30. März 2012

Gegenblende, 29.03.2012

Anfang Februar versetzten Pressemeldungen über geplante massive Stellenstreichungen bei IBM-Deutschland die Belegschaft des IT-Unternehmens in helle Aufregung. Bis zu 8000 der rund 20 000 in Deutschland beschäftigten IBM-Beschäftigten würden in den nächsten Jahren ihren Arbeitsplatz verlieren, ließen Spitzenmanager gegenüber dem Handelsblatt durchsickern. Die Konzernleitung hüllt sich bezüglich des anstehenden Kahlschlags in Schweigen und ließ in einer offiziellen Erklärung verlautbaren „angesichts der wettbewerbsintensiven Natur unseres Geschäfts“ weitere Details der „Beschäftigungsplanung“ nicht öffentlich zu diskutieren. Die Verwaltung und die Kundenbetreuung sollen besonders stark betroffen sein, wobei künftig viele „Aufgaben in die Hände externer Fachkräfte“ – etwa nach Osteuropa – ausgegliedert werden sollen.

Link: http://www.gegenblende.de/14-2012/++co++303ea2ce-79a0-11e1-705c-001ec9b03e44

Wir müssen draußen bleiben

Mittwoch, 28. März 2012

Telepolis, 28.03.2012
Stigmatisierung, Marginalisierung und Exklusion als zentrale Reflexe bürgerlicher Krisenideologie und -praxis

Vergangenen Monat musste Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) harsche Kritik für seinen Vorstoß einstecken, das in sozioökonomische Desintegration übergehende Griechenland möglichst kostengünstig zu entsorgen. Der bayrische Hardliner im Kabinett von Kanzlerin Angela Merkel legte Athen kurz vor der Abstimmung über ein weiteres sogenanntes „Hilfspaket“ für Griechenland nahe, doch endlich „freiwillig“ aus der Eurozone auszuscheiden. Die Dementis aus dem Regierungslager folgten prompt, bei denen etliche Regierungskollegen von einem „falschen Signal“ sprachen und auch Merkels Sprecher sich ausdrücklich distanzierte.

Link: http://www.heise.de/tp/artikel/36/36664/1.html

Smartes Programm

Samstag, 24. März 2012

„Junge Welt“, 23.03.2012
Designierter Premier der Slowakei verspricht allen alles. Er will mit Rückkehr zu originär sozialdemokratischer Politik punkten

Werden die slowakischen Sozialdemokraten, die als Sieger aus den vorgezogenen Parlamentswahlen am 10. März hervorgegangen waren, ihre Versprechen halten? Der künftige Regierungschef Robert Fico setzte kürzlich bei etlichen Gelegenheiten inhaltliche Akzente, die bereits Rückschlüsse auf den künftigen Kurs seines Kabinetts erlauben. Ficos sozialdemokratische Partei SMER verdankt ihren souveränen Wahlsieg, bei dem sie erstmals in der jungen Geschichte des Landes mit 83 von 160 Parlamentssitzen die absolute Mehrheit errang, einerseits den ausufernden Korruptionsaffären der konservativen und neoliberalen Kräfte, die eine schwere Niederlage hinnehmen mußten. Andrerseits hat Fico die SMER im Wahlkampf erfolgreich als eine klassisch sozialdemokratische Partei positioniert, die Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit, Wachstumspolitik und Besteuerung der Wohlhabenden ins Zentrum ihrer Argumentation rückte.
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Wohin treiben wir?

Samstag, 24. März 2012

Textauszug aus Streifzüge, Nummer 54, „Demonetize!“

Der inneren Logik seiner Krisendynamik überlassen, wird das in Agonie liegende kapitalistische System in Barbarei umschlagen.

Deutschlands Managerkaste reißt beim Thema Griechenland langsam der Geduldsfaden.  Inzwischen sprechen sich auch Spitzenvertreter der deutschen Kapitalverbände dafür aus, Hellas aus der Eurozone auszuschließen. Dies forderte etwa der Bosch-Chef Franz Fehrenbach gegenüber dem Manager Magazin Mitte Februar. Griechenland sei „marode und in einer Solidargemeinschaft eine untragbare Belastung“, polterte der Kapitalfunktionär in dem Interview. Fehrenbach steht mit seiner Meinung wahrlich nicht allein dar. Einer Umfrage des Manager Magazin zufolge wünschen sich inzwischen 57 Prozent von 300 befragten Funktionsträgern aus dem deutschen Spitzenmanagement, dass Griechenland aus der Eurozone ausscheidet. In Deutschland gewinnen somit Bemühungen Oberhand, Griechenland möglichst günstig zu „entsorgen“, nachdem das Land aufgrund der kollabierenden Wirtschaft nicht mehr als Absatzmarkt deutscher Exporte fungieren kann.
Ein ganzes Land wird hier von der deutschen Managerkaste „abgeschrieben“, zur Desintegration freigegeben, die den sozioökonomischen Zusammenbruch Griechenlands vollenden wird, der durch den von Berlin und Brüssel oktroyierten Sparterror eingeleitet wurde – und wir können uns sicher sein, dass dieser Reflex des Ausschlusses ganzer Volkswirtschaften auch in Bezug auf die anderen südeuropäischen EU-Staaten in der deutschen Öffentlichkeit überhandnehmen wird, sobald der Krisenprozess auch bei diesen Ländern weiter voranschreitet und sie sich am Rande des Zusammenbruchs wiederfinden.

Der gesamte Artikel findet sich in der Nummer 54 der Zeitschrift Streifzüge, die Anfang April erscheint. Kostenlose Probeexemplare können unter redaktion@streifzuege.org bestellt werden.

Nordamerikanisches Treibhauswetter

Mittwoch, 21. März 2012

Telepolis, 21.03.2012
Der Osten Kanadas und der Vereinigten Staaten stöhnt unter einer Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 30 Grad Celsius

Chicago sieht sich mit einer Hitzewelle konfrontiert. Mitte März verzeichnete die Metropole am Südufer des Michigansees fünf Tage in Folge Temperaturen von mehr als 80 Grad Fahrenheit, was in etwa 26 Grad Celsius entspricht. Dieses extreme Wetterereignis hat alle bisherigen Rekordwerte für den Monat März weit übertroffen, da seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Chicago niemals an fünf Märztagen Temperaturen jenseits von 80 Grad Fahrenheit gemessen wurden. Bislang sind nur im März 1986 solche Höchstwerte an zwei Tagen gemessen worden, wobei die Aufzeichnungen des Wetterdienstes in der Region „mehr als 100 Jahre zurückverfolgt“ werden können, wie der Nationale Wetterdienst in einer Stellungnahme bemerkte, in der er diese Hitzewelle als ein „außergewöhnlich seltenes“ Ereignis bezeichnete.

Link: http://www.heise.de/tp/blogs/2/151655

Merkels französisches Roulette

Dienstag, 20. März 2012

Telepolis, 20.03.2012

Mit der einseitigen Unterstützung des Amtsinhabers Sarkozys und einem informellen Boykott seines sozialistischen Herausforderers Hollande setzt die deutsche Kanzlerin beim französischen Wahlkampf alles auf eine Karte
Kanzlerin Merkel sei regelrecht „verärgert“ gewesen über den jüngsten Rückzieher des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, der sie während eines Radiointerviews aus den zuvor geplanten, gemeinsamen Wahlkampfauftritten ausgeladen habe, meldeten kürzlich deutsche Leitmedien.  „Die Wahlkampagne ist die Sache der Franzosen, das ist eine Sache unter uns“, erklärte Sarkozy. Vor Vertrauten habe Merkel daraufhin über die „Sprunghaftigkeit“ des Franzosen geschimpft und diesen am Rande eines Gipfeltreffens zur Rede gestellt, woraufhin Sarkozy der offenbar sehr wahlkampffreudigen Kanzlerin „zumindest einen gemeinsamen Auftritt“ zugestand.

Link: http://www.heise.de/tp/artikel/36/36623/1.html

Nein zum Fiskalpakt, Nein zum Euro

Montag, 19. März 2012

„Neues Deutschland“, 19.03.2012
Tschechien streitet über die Europapolitik des Landes und bekommt dafür Druck aus der EU

Mit diplomatischen Charmeoffensiven und finanziellem Druck versuchen Berlin und Brüssel, Prag doch noch zur Unterzeichnung des EU-Fiskalpaktes zu bewegen.
Über zwei Wochen nach der Verweigerung des EU-Fiskalpakts durch die tschechische Regierung bleibt deren europapolitischer Kurs umstritten. Die Spannungen bezüglich der maßgeblich von Berlin gestalteten Umformung der EU werden inzwischen in aller Öffentlichkeit ausgetragen.
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