Archiv für Juni 2011

Deutsch-Mittelost

Donnerstag, 16. Juni 2011

Telepolis, 16.06.2011
Ist Mittelosteuropa zu einem ökonomischen „Hinterhof“ Deutschlands verkommen?

Deutschlands jüngste Exporterfolge scheinen nicht nur auf Kosten anderer Volkswirtschaften abzulaufen. Osteuropa profitiere besonders stark vom deutschen Exportboom, titelte etwa die Frankfurter Rundschau. Die Welt erklärte bereits zu Jahresanfang, der deutsche Aufschwung ziehe „ganz Osteuropa mit“. Tatsächlich konnten die Exporte Polens, Tschechiens und Ungarns in die Bundesrepublik im ersten Quartal dieses Jahres um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegen. Inzwischen fließt rund ein Drittel aller tschechischen Ausfuhren auf den deutschen Binnenmarkt, bei Polen und Ungarn geht rund ein Viertel der Exporte nach Deutschland.

Link: http://www.heise.de/tp/artikel/34/34952/1.html

Neofaschismus und Krise in Osteuropa

Donnerstag, 16. Juni 2011

Hintergrund, 15. Juni 2011 –

In etlichen Ländern Osteuropas konnten rechtsextreme Partien und Gruppierungen besonders stark von der Krise profitieren. Antiziganismus, Antisemitismus und völkischer Pseudo-Antikapitalismus bilden den ideologischen Kern dieser sich formierenden neofaschistischen Ideologie.

Ungarns Faschisten machen mobil. Wochenlang patrouillierten im vergangenen April rechtsextreme Bürgerwehren im ungarischen Dörfchen Gyöngyöspata, um die angeblich ausartende „Zigeunerkriminalität“ einzudämmen, die von den etwa 500 im Ort lebenden Roma ausgehen sollte. Die Mitglieder dieser paramilitärischen Organisationen traten äußerst martialisch auf: sie trugen milizartige Uniformen, während sie in größeren Gruppen durch die Dorfstraßen patrouillierten, eigenmächtig Personenkontrollen durchführten und den Roma den Zugang zu bestimmten Dorfstraßen verweigerten. Die Kinder der Roma wurden auf ihrem Schulweg eingeschüchtert und angepöbelt. Es kam auch zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen einigen dieser Faschisten und den ansässigen Roma. Etliche dieser militanten rechten Gruppen organisierten Wehrsportübungen in direkter Nachbarschaft der Roma-Häuser in Gyöngyöspata. Schließlich wurden die Frauen und Kinder der Roma aus diesem Dorf über Ostern aufgrund der zunehmenden Spannungen evakuiert.

Link: http://www.hintergrund.de/201106151590/politik/politik-eu/neofaschismus-und-krise-in-osteuropa.html

Vortrag: Sarrazin und die Krise

Sonntag, 12. Juni 2011

Dieses Referat hielt ich am 10.06 in Sulzbach-Rosenberg und am 11.06 in Erlangen.

Zu Beginn möchte ich den thematischen Schwerpunkt meines Vortrags etwas genauer umreißen. Ich will mich dem Phänomen Sarrazin vor allem im Kontext der Krisendynamik annähern. Im Laufe meiner Ausführungen will ich aufzeigen, dass die ungeheure Popularität der Thesen Sarrazins vor allem darauf zurückzuführen ist, dass es sich hierbei gewissermaßen um einen reaktionären Reflex auf das Krisengeschehen handelt. Der ehemalige Bundesbanker griff hierbei die herrschenden ideologischen Argumentationsmuster auf, und spitzte sie bis ins Extrem zu. In Weiterentwicklung der theoretischen Konzeption des „Extremismus der Mitte“ (Seymor Martin Lipset) soll die Frage aufgeworfen werden, inwieweit sich hier eine an den kapitalistischen Krisenprozess angepasste, protofaschistische Ideologie abzeichnet.

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Vortragstext: Deutsche Hegemonie in Mittelosteuropa

Montag, 06. Juni 2011

Diesen Vortrag hielt ich am 4.6.2011 in Göttingen.

Erlaubt mir, eingangs ein paar Sätze zur Struktur meines Referats zu verlieren. Der Vortrag ist in zwei Themenbereiche gegliedert, einen ökonomischen und anschließend einen geopolitischen.  Zunächst werde ich die sozioökonomische Stellung Osteuropas etwas genauer darlegen, wie auch die Zurichtung dieser Region zur Peripherie des westeuropäischen Zentrums schildern. Hier soll dann auch die dominante Stellung deutschen Kapitals innerhalb der Volkswirtschaften Osteuropas dargelegt werden. Im anschließenden zweiten Teil meines Referats werde ich mich mit den geopolitischen Konstellationen in der Region befassen. Zunächst soll die geopolitische Ausrichtung der östlichen Peripherie der EU dargelegt werden. Schließlich sollen auch die wichtigsten Konfliktfelder in der Region benannt werden.
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