Archiv für Mai 2011

Wenn Billiglöhne zu hoch sind

Dienstag, 31. Mai 2011

Ein durchschnittlicher Nettoverdienst von umgerechnet 400 Euro kann schon zu viel sein: Produktionsverlagerungen aus Mittelosteuropa am Beispiel SEWS-Polska.

Gegenblende, 29.05.2011

Im Juni wird der japanische Autozulieferer Sumimoto Electric Wiring Systems (SEWS) seinen letzten Produktionsstandort in Polen schließen und somit sein gut fünfzehnjähriges Engagement in dem mittelosteuropäischen Land de facto beenden. Mehr als 1000 Lohnabhängige, die in der westpolnischen Stadt Leszno Verkabelungen und andere elektrische Komponenten unter anderem für Toyota und Honda herstellen, werden dann ihre Arbeit verlieren. Am Standort Leszno wird nur noch die „technische Abteilung“ übrig bleiben, in der ca. 50 Angestellte weiterhin beschäftigt werden. Hierbei handelt es sich im Endeffekt um eine klassische Betriebsverlagerung: Die Schließung der polnischen SEWS-Standorte geht mit einem Ausbau von mehreren Produktionsstätten in Rumänien, Marokko und vor allem in Ägypten einher, wo ein noch niedrigeres Lohnniveau vorherrscht.

Link: http://www.gegenblende.de/09-2011/++co++f6eadfce-82e0-11e0-5cf8-001ec9b03e44

Vortragstext: Osteuropa – Krise – Regression

Dienstag, 31. Mai 2011

Dieses Referat habe ich am 30.05.2011 in Göttingen gehalten. Es steht allen Interessierten zur freien Verfügung.

Ich möchte eingangs meines Referats knapp dessen Struktur erläutern. Ich habe den Vortrag in zwei Teile gegliedert. Zuerst möchte ich die sozioökonomischen Rahmenbedingungen in Mittelosteuropas umreißen und den Krisenverlauf in der Region schildern. Die knappe Darstellung des Krisenverlaufs soll vor allem einen differenzierten Blick auf diese mittelosteuropäischen Länder ermöglichen, da die Krise hier sehr unterschiedliche Verlaufsformen annahm. Im zweiten Teil werde ich mich bemühen, die wichtigsten politischen und allgemein die sozialen Reaktionen auf das Krisengeschehen in Osteuropa darzulegen. Besonderes Augenmerk wird hier auf den Aufstieg der Rechten in dieser Region gelegt werden, der sich in Wahlerfolgen wie auch zunehmender Militanz gegenüber Minderheiten und politischen Gegnern äußert. Der Schwerpunkt dieses zweiten Teils wird auf der Situation in Ungarn, wie auch auf dem militanten Antiziganismus liegen, der in weiten Teilen Mittelosteuropas inzwischen konsensartigen Charakter angenommen hat.
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RIP Gil Scott-Heron

Samstag, 28. Mai 2011

http://www.youtube.com/watch?v=OET8SVAGELA

Vortrag zu Verschwörungstheorien

Donnerstag, 26. Mai 2011

Hiermit stelle ich den Text des Referats über Verschwörungstheorien und die Zeitgeist-Filme online, das ich am 25.05. in Hannover gehalten habe:

Weitere Infos zu diesem Thema:

http://www.konicz.info/?p=1084

http://www.konicz.info/?p=1536

Der Vortrag ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten theoretischen Teil möchte ich genauer auf die Genese und die Funktion von Verschwörungstheorien innerhalb kapitalistischer Ideologiebildung eingehen. Hierbei sollen auch die mannigfaltigen Verknüpfungen  zwischen Verschwörungdenken und rechtsextremer Weltanschauung dargelegt werden. Doch vor allem gilt es in diesem ersten Teil zu fragen, welche objektiv gegebenen Strukturelemente kapitalistischer Herrschaft die Ausbildung von Verschwörungstheorien befördern. Das Verschwörungsdenken soll so als eine irrationale Reaktion auf die Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaftsformation begriffen werden. Im zweiten Teil des Referats will ich dann genauer auf die Zeitgeistfilme eingehen. Aufbauend auf meinen theoretischen Ausführungen will ich darlegen, inwiefern sich auch in den drei Zeitgeistfilmen verschwörungtheoretische oder gar rechtsextreme Argumentationsmuster und Aussagen finden. Hierbei gilt es auch, die Entwicklungstendenz aller drei Filme darzulegen. Gibt es bei den späteren Zeitgeistfirmen einer Zunahme irrationaler Anschauungen, oder lässt sich dort eine Tendenz zur durchaus emanzipatorischen, antikapitalistischen Systemkritik konstatieren? Abschließend will ich dann die Frage nach einer adäquaten, differenzierten antifaschistischen Praxis gegenüber diesem sehr widersprüchlichen Phänomen des Verschwörungsdenkens aufwerfen, um so hoffentlich in eine möglichst lebendige Diskussion übergehen zu können.

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Vortragsreise BRD

Donnerstag, 19. Mai 2011

Zwischen dem 25. Mai und dem 11. Juni werde ich einige Referate zu diversen Themen halten. Da wären bisher:

1. Verschwörungstheorien in Zeiten der Krise am Beispiel der Zeitgeist-Filme. In Hannover, 25. Mai 2011 im Elchkeller (Schneiderberg 50) um 20 Uhr.

2. „Krise-Osten-Regression“, Krisenverlauf und reaktionäre Krisenideologie in Osteuropa. In Göttingen, am 30. Mai, 20 Uhr, Cafe Kabale.

3. Deutsche Hegemonialpolitik in  Mittelosteuropa – Ökonomische Durchdringung und geopolitische Dominanz.  In Göttingen, 4. Juni, 15 Uhr.

4. Die Sarrazin-Debatte und die Krise. Am 10. Juni im Jugendclub Bureau, in Sulzbach-Rosenberg, um 19 Uhr.  Und am 11. Juni im Jugendhaus Erlangen, 18 Uhr.

Infos gegen Griechen-Bashing

Donnerstag, 19. Mai 2011

Angeheizt durch Bundeskanzlerin Merkel, baut sich mal wieder eine populistische Hasswelle gegen die „faulen Südländer“ im deutschen Medienbetrieb auf.

In welchem kausalen Zusammenhang Lohnkahlschlag, Sozialdemontage, Prekarisierung sowie Rentenklau in Deutschland und die  Schuldenkrise in Südeuropa stehen, habe ich bereits in etlichen Texten ausgeführt. Hier zur Auffrischung ein paar Fakten und Zusammenhänge gegen das erneute Griechen-Bashing:

http://www.heise.de/tp/artikel/32/32551/1.html

http://www.gegenblende.de/search/++co++f4c6e1d0-06bd-11e0-6579-001ec9b03e44

http://www.konicz.info/?p=1241

In Schuldenkrise global vereint

Mittwoch, 18. Mai 2011

Neues Deutschland, 18.05.2010

Parallelen zwischen den Pleitekandidaten in Euroland und den USA

Nicht erst mit dem Erreichen der gesetzlichen Schuldenobergrenze in den USA drängen sich Parallelen mit der Euro-Krise auf. Das Haushaltsdefizit beträgt mehr als zehn Prozent des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP), und die Gesamtverschuldung wird 2012 auf mehr als 100 Prozent des US-BIP steigen.

Somit nähert sich Washington einem Verschuldungsniveau an, das auch viele europäische Pleitekandidaten aufweisen. Griechenland verzeichnete schon bei Ausbruch der Krise eine Staatsverschuldung in Höhe von gut 125 Prozent des BIP. Irland sowie Portugal sind ebenfalls dabei, einen Schuldenberg in Höhe ihrer jährlichen Wirtschaftsleistung aufzutürmen.
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Steil abwärts

Mittwoch, 18. Mai 2011

german-foreign-policy.com, 17.05.2011

Berlin bleibt bei seiner harten Haltung gegenüber dem erneut von der Staatspleite bedrohten Griechenland. Athen werde nur neue Finanzhilfen bekommen, wenn es seinen rigiden Sparkurs abermals verschärfe, erklärte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am vergangenen Donnerstag. In den Berliner Regierungsfraktionen verweigern sich immer mehr Abgeordnete auch dem Euro-Rettungsschirm; die Bundesregierung droht die notwendige Mehrheit zu verfehlen. Gleichzeitig treibt das deutsche Spardiktat Griechenland weiter in den ökonomischen Abgrund: Die Kürzungsprogramme führen zu sinkenden Steuereinnahmen bei drastisch steigenden Sozialausgaben, damit also zu einem steigenden Staatsdefizit und einem kompletten Scheitern des Stabilisierungsvorhabens. Eine Umkehr der dramatischen Abwärtsspirale ist nicht in Sicht. Die schwindelerregenden Perspektiven treiben die Euro-Skepsis an. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Frank-Walter Steinmeier erklärt, vor eineinhalb Jahren hätte er jeden für verrückt erklärt, der ein Scheitern des Projektes „Europa“ nicht ausgeschlossen habe: „Inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher.“
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Ungarn: „Kultur des Faschismus“

Montag, 09. Mai 2011

„Telepolis“, 03.05.2011

Ein Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovszky über den völkischen Ungeist in Ungarn

Link: http://www.heise.de/tp/artikel/34/34646/1.html

Quo vadis, Arbeiter?

Montag, 09. Mai 2011

„Neues Deutschland“, 30.04.2010

Die binneneuropäischen Migrationsströme nach der Osterweiterung der EU

Mit dem 1. Mai fallen die Beschränkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit für die osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten. Darüber, welches Ausmaß und welche Auswirkungen die Arbeitsmigration haben wird, besteht keine Klarheit. Doch selbst wenn etwa die maximalen Schätzungen des polnischen Arbeitgeberverbandes eintreffen sollten und tatsächlich an die 300 000 polnische Arbeitskräfte gen Westen aufbrechen, bildet dieser prognostizierte Migrationsschub nur einen Nachklang der gewaltigen Wanderungsbewegung, die bereits vor Jahren im Gefolge der EU-Osterweiterung einsetzte.

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