Archiv für Oktober 2010

Sparen in die nächste Rezession

Mittwoch, 20. Oktober 2010

„Neues Deutschland“, 20.10.2010

Heute will die britische Regierung ihr Mega-Kürzungsprogramm vorstellen

Am 20. Oktober will die konservativ-liberale Regierungskoalition in London das größte Sparpaket der britischen Nachkriegsgeschichte in allen Details enthüllen. Dieses historische Ereignis hat bereits seine Schatten vorausgeworfen. So sank das Verbrauchervertrauen im Monat September auf den niedrigsten Wert seit März 2009, als sich Großbritannien mitten in einer schweren Rezession befand. Der Fall des Konsumklima-Indexes um neun Punkte auf 53 Zähler könne durch die breite »Einsicht in die wahren Auswirkungen der angekündigten Einschnitte« in der Bevölkerung ausgelöst worden sein, kommentierte der Chefökonom der Bausparkasse Nationwide, Martin Gahbauer.
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Arbeitsmigration in der Krise

Dienstag, 12. Oktober 2010

Ein Überblick über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Migrationsströme innerhalb der Europäischen Union.

Arbeitskräfte bilden schon seit dem 19. Jahrhundert den wichtigsten „Exportschlager“ Polens. Die letzte große Wanderungsbewegung zwischen Oder und Bug fand nach dem Beitritt des Landes zur Europäischen Union in 2004 statt. Dabei dürfte bald eine erneute Migrationswelle einsetzen, wenn Deutschland und Österreich ihre Arbeitsmärkte im Mai 2011 für die Bürger der mittelosteuropäischen EU-Länder öffnen werden. Ersten Schätzungen zufolge dürften dann an die 500.000 Polen ihre Koffer packen und sich auf Arbeitssuche nach Westen begeben.

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Nur die Schwächsten überleben

Dienstag, 12. Oktober 2010

Erschien in: „Neues Deutschland“, 12.10.2010

Der »Währungskrieg« als neue Etappe der systemischen Überproduktionskrise
Zwischen den Volkswirtschaften brodelt es. Lange schwelende Spannungen im Wirtschaftsgefüge entladen sich derzeit in beginnenden »Währungskriegen«.

Die Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) endete ohne Lösungsansatz für die währungspolitischen Spannungen zwischen etlichen Volkswirtschaften, die derzeit zu regelrechten »Währungskriegen« eskalieren. Der Vorsitzende des IWF-Lenkungsausschusses, Youssef Boutros-Ghali, sprach abschließend von »offenkundigen Reibungen« zwischen Staaten. Der IWF werde seine diesbezügliche »Arbeit vertiefen« und im »Laufe des nächsten Jahres« Vorschläge zur Diskussion stellen, hieß es in einer Erklärung.
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Vortragstermine im November

Donnerstag, 07. Oktober 2010

Während einer kleinen Rundreise durch die BRD werde ich bisher in Berlin, Hannover und Köln einige Vorträge zur aktuellen Krisendynamik und dem hieraus erwachsenden rechtsextremen Potential halten.

Referate zur Genese und aktuellen Entwicklung der Weltwirtschaftskrise halte ich am:

10. November, 20:00 Uhr
Wert-Abspaltungskritischer Lese- & Diskussionskreis Berlin
Se­u­me­stra­ße 8, Erd­ge­schoss, in Ber­lin-​Fried­richs­hain

13. November, 10:00 Uhr
Tagung ‚Mit der Krise leben‘ am 12. und 13.11. 2010 in Hannover
DGB-Haus, Otto Brenner Straße 1, Hannover

20. November, 17 Uhr,
Kapitalismus Kaputt? Vortrag im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des Antifa AK Köln
Naturfreundehaus Köln-Kalk, Kapellenstr. 9a

Zu der drohenden Formierung einer „modernen“ rechtsextremen Bewegung in Deutschland referiere ich am:

15. November, 20:00 Uhr
Antifaschistische Aktion Hannover (AHH)
Infoladen Kornstr. 28-30, Hannover

Wohin mit der Warenflut?

Donnerstag, 07. Oktober 2010

Die Währungsabwertung als Vorstufe des Protektionismus. Anmerkungen zu den gegenwärtigen „Währungskriegen“.

Die seit Wochen schwelenden währungspolitischen Spannungen zwischen einzelnen Volkswirtschaften und Währungsräumen drohen zu eskalieren. Am 6. Oktober warnte Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, vor dem Ausbruch regelrechter Währungskriege, bei denen einzelne Staaten oder Währungsräume durch einen „Abwertungswettlauf“ ihrer Währungen sich Handelsvorteile zu verschaffen versuchen könnten. Ein solches Vorgehen könne „die globale Konjunkturerholung abwürgen“, mahnte Strauss-Kahn während der IWF-Jahrestagung in Washington.
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Die Automobilmachung Chinas

Donnerstag, 07. Oktober 2010

Der Automobilabsatz in China boomt. Kann der Automarkt dieses bevölkerungsreichsten Landes der Welt die globale Autoindustrie tatsächlich längerfristig aus der Krise führen?

Im vergangenen August ereignete sich auf der chinesischen Expressroute 109 zwischen Peking und der Inneren Mongolei ein monströses Schauspiel, das ähnlich der Chinesischen Mauer wohl auch vom Weltraum beobachtet werden konnte. Es müssen wohl Hunderttausende von LKW- und Autofahrern gewesen sein, die aufgrund von Bauarbeiten in dem bislang längsten Autostau der chinesischen Geschichte festsaßen, der sich erst nach mehreren Wochen auflöste. Die gigantische Blechlawine erreichte stellenweise eine Länge von mehr als 100 Kilometern, bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von einem Kilometer am Tag. Das chinesische Fernsehen zeigte Bilder von Kartenspielenden Truckern und von Autofahrern, die ein Schläfchen auf dem von der Sommersonne aufgewärmten Asphalt hielten. Laut chinesischen Medienberichten habe die Masse der betroffenen Autofahrer diese wochenlange Warterei mit beeindruckendem Gleichmut ertragen. Empört gaben sich die meisten Teilnehmer dieses historischen Ereignisses aber vor allem gegenüber den Anwohnern der umliegenden Dörfer, die auf ihren Fahrrädern die Insassen dieses Mega-Staus mit überteuerten Fertiggerichten und Getränken versorgten.
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Konsumumfrage und Realität

Freitag, 01. Oktober 2010

Seit Monaten werden die Menschen in der BRD mit Aufschwungspropaganda bombardiert. Das „Konsumklima“ steigt auf Höchstwerte. Steigt auch der Konsum?

Ginge es nach den Schlagzeilen der Massenmedien, so müsste sich ganz Deutschland einer überschwänglichen Konsumorgie hingeben, die sogar die Erinnerung an die überwunden scheinende Krise verblassen lässt. Die Deutschen befänden sich demnach in einem „Konsumrausch“, durch den sie die Krise „wegschoppen“ würden. Die Bundesbürger würden bereits „Kaufen wie vor der Krise“, so etwa der Tagesspiegel. Als Beweis für die scheinbar zwischen Flensburg und München anschwellende Einkaufswut wird der Konsumklimaindex des Marktforschungsunternehmens GfK zitiert. Ermittelt wird dieser Konsumindex schlicht durch eine Umfrage, bei der die Teilnehmer nach ihren persönlichen Einkommenserwartungen und Konsumabsichten befragt werden.
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