Archiv für November 2009

Die letzte Spekulationsblase

Montag, 30. November 2009

„Junge Welt“, 30.11.2009

Der Aufschwung ist da! Die größte Weltwirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte konnte nach Ansicht des geschäftsführenden Direktors des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, bereits Anfang Oktober überwunden werden. »Die Weltwirtschaft hat die Wende geschafft«, erklärte Strauss-Kahn am 2. Oktober bei einer Pressekonferenz im Rahmen der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Istanbul. In diesem Jahr werde nach Einschätzung des Währungsfonds die Weltwirtschaft noch um 1,1 Prozent schrumpfen, doch die Wachstumsprognosen für 2010 erhöhte der IWF bereits von 2,5 Prozent auf 3,1 Prozent.
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Spur der Gewalt

Mittwoch, 25. November 2009

erschien leicht gekürzt in der „Junge Welt“, 25.11.2009
Neonazi-Terror in Rußland: 50 Morde in den letzten elf Monaten. Letzte Woche starb ein 26jähriger Antifaschist

Mehrere hundert Menschen nahmen am vergangenen Sonntag in Moskau Abschied von dem am 16. November ermordeten Antifaschisten Iwan Chutorskoi. Die Täter hatten ihn vor seinem Hauseingang aufgelauert, wo sie ihn mit zwei Schüssen in den Nacken regelrecht hinrichteten. Der bekannte Moskauer Antifaschist tauchte immer wieder auf Todeslisten militanter russischer Neonaziorganisationen auf. Chutorskoi war ein erfahrener Kampfsportler, unter dessen Ägide antifaschistische Selbstverteidigungskurse organisiert und Verteidigungsstrukturen bei Sport- und Musikveranstaltungen der Antifa aufgebaut wurden. Iwan war zudem Mitbegründer der Moskauer Sektion der »Red and Anarchist Skinheads« (R.A.S.H.).
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Es werde Licht

Montag, 23. November 2009

„Junge Welt“, 24.11.2009
Die US-Notenbank tut alles in ihrer Macht Stehende, um eine neue Spekulationsblase zu schaffen. Geldmenge wächst im Rekordtempo

Der schwindsüchtige US-Dollar erlebte am Montag vor einer Woche ein kleines Zwischenhoch. Durch schleichende Abwertung der Weltleitwährung waren mehr als 1,5 Dollar für einen Euro zu berappen. Aber Äußerungen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke ließen den Greenback wieder stärker werden. Die Fed beobachte die Wechselkurse genau und werde entsprechend handeln, erklärte der oberste Währungshüter. Doch dürfte die Wirkung dieser Äußerung Ber­nankes bald an den Währungsmärkten verpufft sein, da die Zinspolitik der Fed selbst für die Abwertung des US-Dollars ursächlich ist.

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Bleibt „Nabucco“ nur eine Oper?

Sonntag, 22. November 2009

„Telepolis“, 22.11.2009

Trotz unermüdlicher Lobbyarbeit ehemaliger deutscher Außenminister kommt das die Realisierung der europäischen „Nabucco Pipeline“ kaum voran.

Noch Mitte dieses Jahres sah es so aus, als ob die Realisierung der Nabucco-Pipeline, des wohl ehrgeizigsten europäischen Energieprojekts, nur noch eine Frage der Zeit wäre. Am 13. Juli unterzeichneten vier europäische Regierungen und die Türkei in Ankara ein Abkommen über die geplante Gasleitung, die zentralasiatisches Erdgas über die Türkei – und unter Umgehung Russlands – ab 2014 in die Europäische Union befördern soll. Doch inzwischen sieht sich der deutsche Partner des Nabucco-Konsortiums, der Energieversorger RWE, in die Defensive gedrängt und zur [extern] Rechtfertigung dieses kostspieligen, auf nahezu acht Milliarden Euro veranschlagten Vorhabens genötigt: Die nach Fertigstellung circa 3200 km lange Pipeline werde „Gas zu im internationalen Vergleich sehr günstigen Kosten nach Europa liefern“ und bei den Transportkosten „vom Bohrloch bis zum Markt“ günstiger als Konkurrenzprojekte sein, hieß es jüngst aus der Konzernzentrale des deutschen Energieversorgers.

Link: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31515/1.html

Keinen Trumpf im Ärmel

Dienstag, 17. November 2009

„Junge Welt“, 17.11.2009

Erdgas aus Mittelasien soll Westeuropas Energiehunger stillen. Beim Pipelinepoker gilt EU-Favorit Nabucco jedoch inzwischen als abgeschlagen

Die EU muß zurück auf Los beim großen Pipelinemonopoly. Noch im Juli hatten die am westeuropäischen Gasleitungsprojekt Nabucco beteiligten Staaten in Ankara den offiziellen Startschuß für dieses ehrgeizige energiepolitische Vorhaben gegeben. Doch die Aufbruchstimmung ist inzwischen verflogen. So mußte das Management des Nabucco-Konsortiums am 11. November kleinlaut eingestehen, daß die Beschlüsse über die konkreten Investitionspläne zum Bau der 3200 Kilometer langen und voraussichtlich 7,9 Milliarden Euro teuren Pipeline erst Ende 2010 zu erwarten seien – geplant war das für Anfang des kommenden Jahres. An der Leitung, die unter Umgehung Rußlands über die Türkei Erdgas nach Westeuropa befördern soll, sind die Energiekonzerne RWE (Deutschland), OMV (Österreich), MOL (Ungarn), Transgas (Rumänien), BEH (Bulga­rien) und die türkische Gesellschaft Botas mit jeweils 16,67 Prozent beteiligt.
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Hallo zurück im Mittelalter!

Samstag, 14. November 2009

„Junge Welt“, 12.11.2009
Die neue Wissenschaft der Frankfurter Allgemeinen

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 24. Oktober empfahl der Publizist Dimitrios Kisoudis dem deutschen Bürgertum, sich »eurasisch« auszurichten. Es schneide sich durch die »Fehlorientierung« an der »transatlantischen Partnerschaft« mit den USA von der »eurasischen Landmasse« ab. Durch eine Allianz mit Rußland, aufgebaut auf der Kooperation im Energiesektor, solle Deutschland Teil des »Energieraumes Eurasien« werden.
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Vereint in Gefangenschaft

Freitag, 13. November 2009

Erschien leicht gekürzt in: „Junge Welt“, 14.11.2009

Flucht unmöglich: Ökonomische und finanzielle Symbiose zwingt USA und China zu weiterer Kooperation. Obamas Peking-Besuch wird den Realiäten Rechnung tragen

Im Vorfeld der mit Spannung erwarteten China-Visite von US-Präsident Barack Obama bemüht sich Peking um eine Entspannung der zuletzt arg strapazierten Beziehungen. So deutete die chinesische Notenbank am Montag eine mögliche Aufwertung der chinesichen Währung Renminbi (Volksgeld) an. Die USA, Japan und Europa fordern dies seit langem vehement, da der bewußt niedrig gehaltene Wechselkurs dem neuen Exportweltmeister erhebliche Vorteile beim Außenhandel verschaffe. Obama kündigte bereits an, bei seinem Antrittsbesuch auch über Währungsfragen reden zu wollen.
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Die gute Nachricht des Tages

Donnerstag, 12. November 2009

http://hasthelargehadroncolliderdestroyedtheworldyet.com/

Ärger über Nord Stream

Mittwoch, 11. November 2009

„Junge Welt“, 12.11.2009
Atomkraftwerke und Gashafen: In Polen werden Reaktionen auf den Bau der Ostseepipeline ­zwischen Rußland und Deutschland diskutiert

Trotz des jüngsten politischen Durchbruchs für die von Rußland und Deutschland geplante Ostseepipeline lehnt die polnische Regierung dieses Vorhaben weiter strikt ab. Die Gasleitung müsse »Widerstand bei einem Teil der Länder der Europäischen Union auslösen«, erklärte Polens Regierungschef Donald Tusk vergangenen Freitag. »Unsere Haltung hat sich nicht geändert, und wir werden diese weiterhin in Europa erläutern.« Nach Tusks Ansicht bleiben bei dem Projekt für Polen ökonomische und politische Fragen offen. Die Bedeutung und das Gewicht der bisherigen osteuropäischen Transitländer von Energieträgern würde nun verringert. Es sei schwer vorstellbar, so der Premier, »daß wir ein solches Vorhaben akzeptieren«.
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Mit harten Bandagen

Dienstag, 10. November 2009

„Junge Welt“, 10.11.2009
Polen: Unter der konservativ-liberalen Regierung hat die Repression gegen kämpferische Gewerkschaftsaktivisten eine neue Qualität erreicht

Polens Gewerkschafter müssen hart im Nehmen sein, wie Polizeikräfte im südpolnischen Katowice am 22. Oktober erneut unter Beweis stellten. Um 16.30 Uhr drangen Polizisten in das Hauptquartier der Gewerkschaft »August 80« (WZZ Sierpien 80) ein, um wenig später deren Vorsitzenden Boguslaw Zietek abzuführen. Die mehrstündige Festnahme des Gewerkschafters erfolgte auf Weisung der Staatsanwaltschaft Wroclaw, die Zietek angeblich im Rahmen von Ermittlungen gegen die Organisatoren eines als »illegal« eingestuften Streiks beim Haushaltsgerätehersteller FagorMastercook (siehe jW vom 29.7.2008) verhören wollte. Wie der Journalist Dariusz Zalega kurz nach diesem Vorfall gegenüber jW ausführte, handelte es sich bei dieser Begründung um einen bloßen Vorwand, da die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen des am 2. Juni 2008 durchgeführten Streik bereits Mitte dieses Jahres eingestellt habe.
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