Archiv für Februar 2008

Polen düpiert Rußland

Sonntag, 03. Februar 2008

„Junge Welt“, 04.02.2008

Die jüngste USA-Visite des polnischen Außenministers Radoslaw Sikorski wird für diplomatischen Aufruhr sorgen. Am Freitag erklärte Sikorski in Wa­shington, daß beide Seiten sich »im Prinzip« auf die Stationierung von zehn Abfangraketen in Nordpolen geeinigt hätten. Die nordpolnische Raketenbasis soll – neben einer in Tschechien geplanten Radaranlage – Teil eines amerikanischen Raketenabwehrschildes in Osteuropa werden, das vor allem von Rußland heftig kritisiert wird. Moskau sieht in dem US-Projekt eine Bedrohung seiner nuklearen Abschreckungswaffen.
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Streik in polnischer Zeche Budryk beendet

Samstag, 02. Februar 2008

„Junge Welt“, 02.02.2008
Kompromiß sieht zehn Prozent Zuwachs sofort und weitere Anhebungen des Lohnniveaus bis 2010 vor

Einer der längsten Arbeitskämpfe in der Geschichte des polnischen Bergbaus ist am Donnerstag zu Ende gegangen. Am 46. Streiktag erfolgte nach einem neunstündigen Verhandlungsmarathon der Durchbruch in den Verhandlungen zwischen Gewerkschaftern und Betriebsleitung. Die den Ausstand hauptsächlich organisierenden Gewerkschaften »Sierpien 80« (August 80) und »Kadra« hatten die baldige Angleichung ihrer Vergütungen an das Lohnniveau des Bergbaukonzerns JSW, der die hochprofitable, staatliche Zeche Budryk übernehmen soll, gefordert.

Der gefundene Kompromiß sieht eine Erhöhung der Gehälter in der Zeche Budryk um durchschnittlich zehn Prozent sowie eine schrittweise Angleichung des Lohnniveaus bis 2010 vor. Zudem verpflichtete sich die JSW, gegen die Organisatoren des Streiks keinerlei Rechtsmittel einzulegen. Noch am Vortag, am 30. Januar, hatte sich eher eine Eskalation als eine Lösung des Konfliktes angedeutet. Streikbrecher hatten zum wiederholten Mal auf das Betriebsgelände vorzudringen versucht, mußten aber nach handfesten Auseinandersetzungen den Rückzug antreten. In einer ersten Stellungnahme bezeichnete der Vorsitzende von Sierpien 80, Boguslaw Zietek, den Kompromiß als einen weitgehenden Sieg der Bergleute.

Merkwürdige Praktiken in Tallinn

Samstag, 02. Februar 2008

„Junge Welt“, 01.02.2008
Estland: Prozeß gegen Antifaschisten geht weiter. Sahra Wagenknecht: »Klarer politischer Charakter«

Der Prozeß gegen vier als »Rädelsführer« bezeichnete Angeklagte in der estnischen Hauptstadt Tallinn geht weiter. Ursprünglich sollte er am gestrigen Donnerstag beendet werden, doch zeichnet sich ab, daß er sich bis in den April oder Mai hineinziehen könnte. Zeugen wurden bisher nicht vernommen, und auch sonst kennzeichnen »merkwürdige Praktiken« die seit dem 15. Januar laufende Verhandlung – so Sahra Wagenknecht gegenüber jW.
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