Archiv für August 2007

Wechselvolle Allianz

Donnerstag, 30. August 2007

Kuba-Beilage der „Jungen Welt“, 25.07.2007
Eine kurze Geschichte der Höhen und Tiefen kubanisch-russischer Beziehungen seit dem Zerfall der Sowjetunion

Der Juni 2002 darf getrost als der absolute Tiefpunkt in den Beziehungen zwischen Kuba und der aus der Konkursmasse der Sowjetunion hervorgegangenen Russischen Föderation bezeichnet werden. Während einer am 29. Juni 2002 gehaltenen Rede rechnete Fidel Castro mit der russischen Politik gegenüber der Karibikinsel ab: »Rußland, verbündet mit den Vereinigten Staaten, hat alle Übereinstimmungen gebrochen und Kuba verraten.« Er wolle keinen Anführer im besonderen beschuldigten, so Castro weiter, der Verrat sei eher eine Frucht der russischen Fehler und der schmerzvollen Art, in welcher Rußland die ideologische Schlacht gegen die westlichen Kapitalisten und Imperialisten verloren habe.

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Bitterer Jahrestag

Donnerstag, 30. August 2007

„Junge Welt“, 31.08.2007
Zwei Jahre nach Hurrikan »Katrina« herrschen in New Orleans Wut und Verzweiflung über den ausgebliebenen Wiederaufbau

US-Präsident Bush gab dem Bürgermeister von New Orleans einen freundschaftlichen »Klaps auf den Rücken«, die demokratische Gouverneurin von Loui­siana durfte sich über Umarmungen und Küßchen freuen – so beschrieb die Chicagotribune die betont locker inszenierte Ankunft des Präsidenten Dienstag in New Orleans. Am folgenden Tag nahm Bush an den Gedenkveranstaltungen zum zweiten Jahrestag der Überflutung der Stadt während des Hurrikans »Katrina« teil. Er rühmte die »leisen Helden«, die geholfen hätten, »Optimismus und Hoffnung« in die Region zu bringen.

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Privatschläger gegen Beschäftigte

Mittwoch, 29. August 2007

„Jungewelt“, 30.08.2007
Polen: Stadtverwaltung von Kielce engagiert Sicherheitsdienst gegen Streikmannschaft der Verkehrsbetriebe

Seit dem 14. August befinden sich die kommunalen Verkehrsbetriebe (MPK) der südpolnischen Stadt Kielce in einem Generalstreik. Die Angestellten protestieren gegen die geplante Privatisierung ihres Betriebs, der an den französischen Konzern Veolia Transport verkauft werden soll. Die Stadtverwaltung hat bereits einen Vorvertrag mit Veolia abgeschlossen, ohne soziale Mindestgarantien für die Beschäftigten festzulegen. Die Streikenden in Kielce werden von der Gewerkschaft »Solidarnosc« unterstützt, die ansonsten nicht gerade als besonders kämpferisch gilt.

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Fahnen im Wind

Mittwoch, 29. August 2007

„Junge Welt“, 29.08.2007
Kremltreues »Gerechtes Rußland« will sich mit Sozialdemokraten und Kommunisten zur »Sozialistischen Partei« vereinigen

Sergej Mironow sieht das »Gerechte Rußland« auf Expansionkurs. Der Vorsitzende dieser als kremltreu geltenden russischen Linkspartei gab sich vor kurzem optimistisch, endlich »alle linken Kräfte« vereinigen zu können. Unterstützend solle hierbei eine Umbenennung zur »Sozialistischen Partei« wirken, so Mironow, der zugleich »Oppositionspolitiker« und Vorsitzender des Föderationsrates, des Oberhauses des russischen Parlaments, ist. Der zukünftige Sozialist äußerte die Hoffnung, die ehemals von Michail Gorbatschow gegründete sozialdemokratische Partei (SDPR), und vor allem die Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF) in seiner Gruppierung aufgehen zu sehen. Zumindest im Fall der Kommunisten mußte aber Mironow zugestehen, das eine etwaige Vereinigung an der »destruktiven Position« der Parteiführung scheitern könnte, wie RIA-Nowosti berichtete.

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NPD-Kandidat geoutet

Dienstag, 28. August 2007

„Junge Welt“, 29.08.2007
Antifas klären Nachbarschaft über neofaschistischen Spitzenkandidaten auf. Breites Bündnis gegen Wahlkampfauftakt der Rechtsaußenpartei

Alfred Brückner, hannoverscher Spitzenkandidat der NPD bei den kommenden niedersächsischen Landtagswahlen, wurde am vergangenen Sonntag jäh aus seiner bürgerlichen Idylle in Langenhagen-Wiesenau gerissen. Der bislang unauffällig in dem hannoverschen Vorort lebende Neofaschist bekam unerwarteten Besuch von einer Gruppe Antifaschisten, die mit Feuerwerkskörpern und Sprechchören gegen den langjährigen NPD-Funktionär protestierten. Die Demonstranten verteilten in Brückners Nachbarschaft Flugblätter, die auf seine braune Gesinnung aufmerksam machten. »Mit dem heutigen Outing von Alfred Brückner wollen wir deutlich machen, daß Nazis vor uns keine Ruhe haben«, kommentierte Sonja Brünzels, Sprecherin der Antifaschistischen Aktion Hannover.

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Raketenabwehr im Visier

Dienstag, 28. August 2007

„Junge Welt“, 27.08.2007
Auseinandersetzungen um US-Schild und Sozialabbau in Tschechien. Grünen-Senator attackiert Kommunisten. Teilsieg der Regierung bei Steuerreform

Die tschechischen Grünen haben den programmatischen Anschluß an ihre deutsche Schwesterpartei vollzogen. Nach Ansicht vom Jaromir Stetina, der für die grüne Partei im Senat sitzt, begeht die Kommunistische Partei Böhmens und Mährens (KSCM) Hochverrat. Sie nämlich hat gegen die geplante Stationierung eines US-Raketenabwehrsystems in Tschechien Position bezogen. »Ich glaube, daß die KSCM-Vertreter damit die Verteidigungsbereitschaft des Landes unterminieren«, erboste sich der Senator Ende vergangener Woche. Stetina legte zudem Beschwerde bei dem parlamentarischen Aufsichtsgremium ein. Dieses soll nun prüfen, ob die tschechischen Kommunisten mit ihren antimilitaristischen Standpunkten gegen Gesetzte verstoßen.

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Interview mit Boguslaw Ziekek

Freitag, 24. August 2007

Das am 07.07.2004 in der Jungen Welt publizierte Interview mit dem Vorsitzenden der Polnischen Arbeitspartei (PPP), Boguslaw Zietek, ist auf Polnisch und Französisch erscheinen.

Hintergrund: Das Imperium von »Vater Rydzyk«

Donnerstag, 23. August 2007

„Junge Welt“, 23.08.2007

Das wichtigste Medium, mit dem Tadeusz Rydzyk seine größtenteils aus älteren Menschen bestehende Anhängerschaft erreicht, ist das bereits 1991 gegründete »Radio Maryja«. Der Sender vermischt religiöse Sendungen mit nationalistischer Propaganda und einem erzkonservativen Weltbild. Unterschiedlichen Umfragen zufolge hören zwischen einer und zwei Millionen Polen regelmäßig diesen Sender, wobei nur ein Prozent der Hörerschaft als jugendlich eingestuft werden kann – mehr als 70 Prozent sind über 60 Jahre alt.

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Polens Königsmacher

Mittwoch, 22. August 2007

„Junge Welt“, 23.08.2007
Trotz antisemitischer Haßtiraden und schärfster Beleidigung des Präsidenten – »Vater Rydzyk« bleibt an den Schalthebeln der medialen Macht

Vater Rydzyk hat es mal wieder geschafft. Wie die polnische Staatsanwaltschaft am 21. August mitteilte, werden die gegen ihn aufgenommenen Ermittlungen wegen »Beleidigung des Staatsoberhauptes und der jüdischen Nation« eingestellt. Der polnische Redemptoristenmönch Tadeusz Rydzyk gebietet über ein weitverzweigtes Medienimperium, das durch seine erzkonservative und nationalistische Stimmungsmache im gesamten Land berüchtigt ist. Polens umstrittenster Geistlicher konnte schon vor wenigen Wochen einen beachtlichen Erfolg erzielen, als er eine Audienz bei Benedikt XVI. erhielt. Wie die katholische Tageszeitung Nasz Dziennik berichtete, dankte der deutsche Papst den Hörern des von Rydzyk betriebenen Senders Radio Maryja »für ihre Gebete«. Zudem habe der Papst »Radio Maryja und alle bei ihm entstandenen Werke gesegnet«, triumphierte die ebenfalls von Rydzyk geführte Zeitung.
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»Der Einfluß der Kirche ist enorm«

Mittwoch, 22. August 2007

„Junge Welt“, 23.08.2007
Polens katholische Kirche erhält jährlich etwa 1,3 Milliarden Euro öffentlicher Gelder, auch von der EU. Ein Gespräch mit Jan Baranski

Jan Baranski ist Vorsitzender der polnischen antiklerikalen Partei RACJA (racja.org.pl)
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