Archiv für März 2007

EU umwirbt Zentralasien

Donnerstag, 29. März 2007

„Junge Welt“, 30.03.2007
Westeuropa versucht sich im geopolitischen Kräftemessen um Rohstoffquellen der Region. Pipeline unter Umgehung Rußlands geplant

Nicht kleckern, sondern klotzen – unter dieser Devise scheint die EU ihr geopolitisches Engagement in Zentralasien intensivieren zu wollen. Am 27. und 28. März trafen sich BRD-Außenminister Frank-­Walter Steinmeier, EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner und der EU-Sonderbeauftragte für Zentralasien, Pierre Morel, mit Spitzenpolitikern der Region. Bei dem Gipfeltreffen in der kasachischen Hauptstadt Astana waren die Außenminister von Usbekistan, Tadshikistan, Kirgisien, Kasachstan und der Vizeaußenminister Turkmenistans vertreten. Steinmeier führte zudem Gespräche mit dem kasachischen Staatschef Nursultan Nasarbajew.

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Auf Eurokurs

Dienstag, 27. März 2007

„Junge Welt“, 26.03.2007
Tschechien: Regierung beschließt Sozialabbau zur Erfüllung der EU-Auflagen. Opposition kündigt Widerstand an

Tschechiens Opposition hat Widerstand gegen die Pläne der Regierung angekündigt, den Sozialstaat weiter zu demontieren. Die oppositionellen Sozialdemokraten (CSSD) werden im April eine Medienkampagne starten, die sich der größten sozialen Grausamkeiten der geplanten »Reformen« annehmen will. Laut Jiri Paroubek, dem Vorsitzenden der CSSD, wollen die So­zialdemokraten vor allem Stimmung gegen die vorgesehene Einführung von Arztgebühren, die »Flat-Tax« und die Studiengebühren machen.

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Polen forciert antikommunistische Hexenjagd

Mittwoch, 21. März 2007

„Junge Welt“, 22.03.2007
Weitere »Säuberung« des Staates angekündigt. Widerstand von Journalisten, Lehrern und Juristen

Die von der polnischen Regierungskoalition entfachte antikommunistische Hexenjagd nimmt in jüngster Zeit verstärkt antidemokratische, groteske Züge an. Während eines Programmkonvents am vergangenen Wochenende kündigte Polens Regierungschef Jaroslaw Kaczynski eine weitgehende »Säuberung« des polnischen Staates an, die sich insbesondere gegen ehemalige Funktionäre des Sicherheitsdienstes der Volksrepublik Polen richten soll. Der Fraktionsvorsitzende der »Recht-und-Gesetz«-Partei (PiS), Marek Kuchcinski, erklärte am Montag während eines Radiointerviews, daß eine entsprechende Gesetzesvorlage »eine Frage von Tagen, nicht von Wochen ist«.

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Klare Botschaft an Prag

Sonntag, 18. März 2007

„Junge Welt“, 19.03.2007
Das tschechische Dorf Trokavec will keine US-Radaranlage

Ein von unbeugsamen Tschechen bewohntes kleines Dorf leistet der von den USA forcierten Militarisierung ihres Landes Widerstand: 71 von 72 Einwohnern von Trokavec unweit von Plzen, die sich am Samstag an einem Referendum beteiligt hatten, sprachen sich gegen die Errichtung einer Radarsta­tion in der Nähe der Ortschaft aus. Die Anlage soll Teil des von den USA in Tschechien und Polen geplanten Raketenabwehrsystems sein. Zu der Abstimmung waren 90 wahlberechtigte Dorfbewohner zugelassen. Das Referendum galt als symbolischer Akt, da es weder für die Regierung noch für das Parlament bindend ist. Doch laut Dorfbürgermeister Jan Neoral gebe es auch in viele anderen Gemeinden Überlegungen, ähnliche öffentlichkeitswirksame Volksbefragungen durchzuführen. Der Bürgermeister fügte hinzu, das Abstimmungsergebnis sei eine deutliche Botschaft an die Regierung in Prag. Diese möge zur Kenntnis nehmen, daß das Dorf keine Radarstellung wünsche.

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Neue Kategorie aus aktuellem Anlass

Donnerstag, 15. März 2007

In der Kategorie „US-Immobilienmarkt“ finden sich nun alle Artikel, die den Verlauf und Zusammenbruch der Spekulationsblase auf dem amerikanischen Immobilienmarkt thematisieren.

Bröckelnde Neubauten

Donnerstag, 15. März 2007

„Junge Welt“, 15.03.2007
In den USA platzt die Spekulationsblase auf dem Immobilienmarkt. Der Crash bedroht Banken, Börsen und die auf Pump begründete KonjunkturDie Wall Street erlebt derzeit den zweiten Krisenschub in diesem Jahr. Am Dienstag brachen die Aktienkurse erneut auf breiter Front ein – am Mittwoch folgten die Börsen weltweit. Ursache: Die Spekulationsblase auf dem US-Immobilienmarkt läßt nicht nur heftig Luft ab, sondern droht sogar mit lautem Knall zu platzen. Auch unter den Schwergewichten des US-Finanzkapitals gibt es erste Opfer. Mit New Century Financial wurde am Dienstag vergangener Woche der zweitgrößte Hypothekenanbieter im sogenannten Subprime-Bereich vom Handel an der New Yorker Börse ausgeschlossen. Seit Jahresbeginn war dessen Kurs um 95 Prozent eingebrochen.
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Neuer Versuch in Orange

Donnerstag, 08. März 2007

Gekürzt in „Junge Welt“, 09.03.2007

Ukraine: Prowestliche Kräfte schließen Bündnis und drängen auf vorgezogene Neuwahlen

Die prowestlichen Parteien der Ukraine bemühen sich erneut um eine Bündlung ihrer Kräfte. Führende Repräsentanten der Präsidentenpartei „Unsere Ukraine“ und des Wahlblocks Julia Timoschenko unterzeichneten am vergangenen Dienstag mehrere Kooperationsabkommen. Bereits am 24. Februar einigten sich beide Parteien auf die Bildung einer vereinten Parlamentsoposition. Die ehemaligen Protagonisten der westlich unterstützten „Orangen Revolution“ überwarfen sich im im Zuge mehrmonatiger, letztendlich gescheiterter Koalitionsverhandlungen. In einem spektakulären Coup gelang es daraufhin der rußlandfreundlichen „Partei der Regionen“ um Viktor Janukowitch, im August 2006 selber eine Parlamentsmehrheit zu organisieren und die Regierungsgeschäfte zu übernehmen.
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Rechtsruck in Estland

Dienstag, 06. März 2007

„Junge Welt“, 07.03.2007
Ministerpräsident Ansip will mit erzkonservativen Kräften Regierungskoalition bilden. Keine Entspannung in Beziehungen zu Rußland zu erwarten

Dem estnischen Ministerpräsidenten Andrus Ansip stehen nach der sonntäglichen Parlamentswahl alle Optionen offen. Ansips rechtsliberale Reformpartei setzte sich mit 27,8 Prozent knapp gegen ihre gemäßigt linken Koalitionspartner von der Zentrumspartei durch, die 26,1 Prozent Wählerzuspruch erringen konnten. Die beiden Parteien könnten somit eine große Koalition bilden – sogar ohne ihren bisherigen Juniorpartner, die konservative Volksunion (7,2 Prozent) weiterhin zu berücksichtigen. Doch danach sieht es nicht aus, nachdem sich beide Großparteien während des Wahlkampfes scharf attackiert haben.

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Bewährte Rüstkammer

Montag, 05. März 2007

„Junge Welt“, 06.03.2007
Steigende Auslandsnachfrage und massives Modernisierungsprogramm verschaffen russischen Wehrtechnikproduzenten zweistellige Zuwachsraten

Die 1550 offiziell registrierten, russischen Waffenhersteller können sich über eine deutlich gestiegene internationale Nachfrage freuen. Die Summe aller ausländischen Aufträge an russische Rüstungsunternehmen erreichte 2006 einen Wert von umgerechnet 30 Milliarden US-Dollar. Das war nahezu eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Die Exporteinnahmen der Waffenschmieden summierten sich 2006 auf 6,4 Milliarden US-Dollar.
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Vor dem Tsunami

Montag, 05. März 2007

Publiziert auf „Telepolis“, 05.03.2007
Die geplatzte Spekulationsblase auf dem US-Immobilienmarkt belastet die amerikanische Konjunktur und war eine der Ursachen für die jüngsten Turbulenzen auf den Weltfinanzmärkten
Seit dem „Schwarzen Dienstag“, dem 27. Februar, sind die wichtigsten internationalen Aktienindizes auf Tauchfahrt gegangen, eine Kurserholung findet – wenn überhaupt – nur schleichend statt. Die massiven Kursverluste auf den Weltfinanzmärkten wurden in der hiesigen Presse oftmals als eine bloße „Kurskorrektur“ hingestellt, der keine fundamentalen ökonomischen Fehlentwicklungen zugrunde liegen. Zumindest im Fall der USA ist dies nicht der Fall, die wichtigste Ökonomie der Welt wird durch das Platzen der seit Jahren angewachsenen Spekulationsblase auf dem US-Immobilienmarkt zusehends gebremst, eine Rezession scheint inzwischen durchaus wahrscheinlich.

Link: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24762/1.html