Archiv für November 2006

KSCM versucht sich in Gegenoffensive

Donnerstag, 30. November 2006

„junge Welt“ vom 29.11.06

Zunehmender Antikommunismus in Tschechien bei Kongress verurteilt. Sorge vor »faschistischen Tendenzen« in Prag

Die Führung der Kommunistischen Partei Böhmens und Mährens (KSCM) ist sichtlich bemüht, der aktuell in Tsche­chien wütenden, antikommunistischen Kampagne offensiv entgegenzutreten. Bei einer international besetzten Konferenz wurden die politischen Ursachen und Auswirkungen des im Oktober durchgesetzten Verbots der kommunistischen Jugendorganisa­tion KSM erörtert. Zum Abschluß des zweitägigen Kongresses verabschiedeten die Delegierten von 42 Linksparteien aus 30 Ländern am Sonntag eine Resolution, die den um sich greifenden Antikommunismus in den Kontext fortschreitender Aushöhlung demokratischer Rechte und den Aufbau polizeistaatlicher Strukturen stellt.
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GUS vor Zerfall?

Donnerstag, 30. November 2006

„Junge Welt“ vom 30.11.06
Ihren 15. Jahrestag beging die »Gemeinschaft Unabhängiger Staaten« in Minsk. Es könnte ihr letzter gewesen sein

Rußlands Präsident Wladimir Putin gab sich am Dienstag abend reichlich Mühe, dem Gipfeltreffen der »Gemeinschaft Unabhängiger Staaten« (GUS) im belarussischen Minsk positive Züge abzugewinnen. So sollen laut Putin alle »führenden Repräsentanten« dieses losen Bündnisses ehemaliger Sowjetrepubliken darin übereingekommen sein, die GUS als Organisation zu erhalten. Tatsächlich kann schon der Fortbestand der GUS als Erfolg gewertet werden, da in den letzten Jahren und Monaten im postsowjetischen Raum starke Zentrifugalkräfte wirkten, die eine Wiederbelebung eines Intergationsprozesses nahezu unmöglich machen. Für wahrscheinlicher wird ein Zerfall der GUS in mehrere kleinere Bündnisse gehalten.
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Nach der Schlacht

Donnerstag, 30. November 2006

„junge Welt“ vom 28.11.06
Runde zwei der polnischen Kommunalwahlen: Verluste für Konservative. Neoliberale Kandidatin siegt in Warschau

Polens Regierungspartei »Recht und Gerechtigkeit« (PiS) hat bei der zweiten Runde der Kommunalwahlen etliche herbe Niederlagen einstecken müssen. Die Stichwahlen waren in 828 Gemeinden notwendig geworden, nachdem dort der Urnengang am 12. November keine klaren Ergebnisse gebracht hatte. Vor allem die Abstimmung in Warschau galt als Test für die nationalkonservative Regierungspartei von Ministerpräsident Jaroslaw Kaczyns­ki. Dessen Zwillingsbruder Lech, der heutige Präsident, war früher Bürgermeister der Hauptstadt. Von den polnischen Medien zur »Schlacht um Warschau« ausgerufen, stieg hier für die PiS ihr beliebtester Politiker in den Ring, der ehemalige Regierungs­chef Kazimierz Marcinkiewicz. Dieser unterlag am Sonntag trotz allen Propagandaaufwands relativ deutlich seiner wirtschaftsliberalen Konkurrentin, der ehemaligen Präsidentin der polnischen Zentralbank, Hanna Gronkiewicz-Waltz. Die Kandidatin der »Bürgerplattform« (PO) setzte sich mit 53,18 Prozent gegen Marcinkiewicz durch (46,82 Prozent).

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Platzt die Blase?

Donnerstag, 30. November 2006

„Junge Welt“ vom 10.10.06

US-Immobilienmarkt auf Talfahrt. Ökonomen befürchten Kettenreaktion

Auf dem US-Immobilienmarkt kriselt es. Als eine »substantielle Korrektur«, die das Wirtschaftswachstum um einen Prozentpunkt hemmen werde, bezeichnete US-Notenbankchef Ben Bernanke am vergangenen Mittwoch in ­Washington jenen Prozeß, der Ökonomen, Börsianer, Aktienbesitzer und Hausbesitzer zittern läßt. Die Auswirkungen fallender Immobilienpreise und Verkäufe können die US-Konjunktur bis 2007 belasten, befürchtet Bernanke. Mit dieser Einschätzung gehört der Zentralbanker inzwischen zu den Optimisten. Bekannte Ökonomen, wie Mark Zandi, Nouriel Roubini und Nobelpreisträger Joseph Stigliz, zeichnen ein düsteres Bild. Demnach werden die Preise von US-Immobilien im »zweistelligen Prozentbereich« einbrechen und höchstwahrscheinlich 2007 eine Rezession auslösen.

Nach Zahlen der Nationalen Vereinigung der Makler (NAR) ist im September zum ersten Mal seit elf Jahren der durchschnittliche Verkaufspreis für Häuser im Jahresvergleich gefallen. Mußte man 2005 im Schnitt 230000 US-Dollar für den Hauserwerb aufbringen, so waren es 2006 noch 225000 US-Dollar. Zudem gibt es laut NAR in den USA an die vier Millionen unverkaufter Häuser – der höchste Wert seit April 1993. Mehrere Monate in Folge sind auch die Verkaufszahlen von Immobilien rückläufig. Im Juli ging der Umsatz bei bebauten und unbebauten Grundstücken um 4,1 Prozent, im August um 0,5 Prozent zurück. Es würde sieben Monate dauern, um bei dem gegenwärtigen Verkaufstempo alle zum Verkauf stehenden Häuser auch zu veräußern – falls keine neuen gebaut würden.
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Gespaltene Ökonomie

Donnerstag, 30. November 2006

„Junge Welt“ vom 02.09.2006

Trotz langen Wirtschaftsaufschwungs sind die realen Löhne in den USA gesunken

Nach einer kurzen Rezession, die 2001 überwunden wurde, befindet sich die US-amerikanische Wirtschaft in einem ununterbrochenen Aufschwung. Allein in der ersten Hälfte dieses Jahres stieg das Bruttosozialprodukt (BSP) um vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die offiziell registrierte Arbeitslosigkeit beträgt in den gesamten USA gerade mal 4,8 Prozent. Doch das Bild einer heilen Wirtschaftswelt bekommt erste Kratzer, und das aus eher unerwarteter Richtung. Ein am Montag von dem einflußreichsten Unternehmerverband der Landes veröffentlichter Bericht kommt zu dem ernüchternden Schluß, daß während der gesamten Aufschwungsperiode die Reallöhne in den USA gesunken sind. Die alljährlich von der »National Association of Manufacturers« (NAM) publizierte Analyse der Arbeitsmarkt- und Lohnentwicklung beziffert diesen Rückgang mit 0,5 Prozent seit 2001. Die Löhne der im Industriesektor Beschäftigten sind der NAM-Studie zufolge real sogar um 1,7 Prozent gesunken. Verantwortlich für die Lohneinbußen der US-Bürger sei vor allem die zunehmende, durch hohe Energiepreise beförderte Inflation, so die NAM. Der im US-Verbraucherpreisindex gemessene Preisauftrieb beschleunigte sich inzwischen auf 4,3 Prozent. Die nominellen Lohnsteigerungen lagen bei 3,8 Prozent. Neben den Energiekosten sind es die ausufernden Ausgaben für die Gesundheitsvorsorge, die den Preisauftrieb beschleunigen.
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Keine „Weiche Landung“

Donnerstag, 30. November 2006

„Junge Welt“, 09.08.2006

US-Immobilienmarkt zeigt ernste Anzeichen einer spekulativen Überhitzung
Die Chefökonomin der kalifornischen Maklervereinigung, Leslie Appleton-Young, zeigte sich bemüht, ihr wissenschaftliches Renommee zu retten: Sie wolle in bezug auf die weitere Entwicklung des US-Immobilienmarktes nicht mehr von einer »weichen Landung« sprechen, erklärte Young gegenüber der San Diego Union-Tribune Ende Juli.
Eine »weiche Landung«, also moderate Preiskorrekturen am überhitzten US-Immobilienmarkt, wird es auch kaum geben können, denn die stürmischen Steigerungen haben längst irrationale Züge angenommen, die an die Endphase des »DotCom-Booms« mit Hightech- und Internetaktien an den Weltbörsen 1999/2000 erinnern.
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Tschechien vor Großer Koalition

Mittwoch, 15. November 2006

Die von Verbotsverfahren bedrohten, tschechischen Kommunisten könnten sich als die großen Verlierer der großen Koalition Tschechiens erweisen.

Die Vorsitzenden der beiden größten Parteien Tschechiens, der Konservative Mirek Topolanek (ODS) und sein sozialdemokratischer Gegenspieler Jiri Paroubek (CSSD), haben sich am vergangenen Montag auf die Bildung einer großen Koalition geeinigt. Damit scheint das Patt zwischen linken und rechten Parteien im tschechischen Parlament fünf Monate nach der Parlamentswahl überwunden, in deren Ausgang sowohl Sozialdemokraten und Kommunisten, wie auch Konservative, Christdemokraten und Grüne jeweils 100 Parlamentssitze errangen. Die neue Regierung solle eine des „nationalen Dialogs“ sein, erklärte ODS-Chef Topolanek nach dem Sondierungsgespräch. Er könne sich auch eine „Regenbogenkoalition“ vorstellen, an der mit Ausnahme der Kommunisten alle im Parlament vertretenen Parteien beteiligt wären. Diese Koalition könne „theoretisch bis 2009 regieren.“ In ersten Stellungnahmen zeigte sich die christdemokratische KDU-CSL für diesen Vorschlag offen, die Grünen favorisieren hingegen vorgezogene Neuwahlen.

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Einbruch auf rechtsaußen

Dienstag, 14. November 2006

„Junge Welt“ 13.11.06
Kommunalwahlen in Polen: Neoliberale Opposition baut Dominanz in Großstädten aus. Konservative behaupten sich auf dem Land

Als »Test« für die konservative Regierung wurden die Kommunalwahlen in Polen im Vorfeld gewertet. Wenn das stimmt, bleibt zunächst festzuhalten, daß die Partei der Zwillingsbrüder Lech und Jaroslaw Kaczynski, die PiS (Recht und Gerechtigkeit), eine schmerzliche Niederlagen hinnehmen mußte. Und daß deren Koalitionspartner ebenfalls abgestraft wurden.

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Tschechische Kommunisten auf Abschussliste

Sonntag, 12. November 2006

Seantskommission soll „Verfassungstreue“ der KSCM prüfen. Kampagne gegen drittstärkste Kraft des Landes

Das Oberhaus des tschechischen Parlaments, der Senat, beschloss die Einberufung einer Untersuchungskommission, die die Verfassungstreue der Kommunistischen Partei Böhmens und Mehrens (KSCM) prüfen soll. Den Vorschlag zur Bildung der Kommission, dem 31 von 46 anwesenden Senatoren zustimmten, unterbreitete am 2. November der Senator der tschechischen „Grünen“, Jaromir Stetina. Neben der Überprüfung der Übereinstimmung von Parteizielen und Verfassung, wollen die Senatoren zudem klären, ob die in der KSCM organisierten Menschen nicht gegen das tschechische Parteienrecht verstoßen.

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Krise in Kirgisien vorerst überwunden

Sonntag, 12. November 2006

„Junge Welt“, 10.11.06
Opposition und Präsident Bakijew einigen sich auf Verfassungsreform. Polizei zieht aus Bischkek ab.
Am Mittwoch hat Kirgisiens Präsident Kurmanbek Bakijew eine neue Verfassung unterzeichnet, die seine Machtbefugnisse deutlich einschränken wird. Kurz zuvor stimmte das krigisische Parlament mit 65 von 68 anwesenden Stimmen für die Verfassungsreform. Mit diesem Zugeständnis Bakijews scheint die innenpolitische des zentralasiatischen Staates vorerst beigelegt.
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