Archiv für die Kategorie 'Klimakrise'

Kapitalistische Klimakrise

Donnerstag, 12. August 2010

Aus aktuellem Anlass der um sich greifende Klimakatastrophen in etlichen Teilen der Welt (u.A. Russland, Pakistan, China) veröffentliche ich nochmals einen Text vom Januar 2010.

Kapitalistische Klimakrise

“Junge Welt”, 12.01.2009

Analyse. Eine andere Welt ist lebensnotwendig: Kapitalakkumulation und Eigentumsverhältnisse befördern die globale Erwärmung und stehen Gegenmaßnahmen diametral gegenüber

Es ist bereits zu spät, um katastrophale Auswirkungen des Klimawandels selbst durch eine massive Reduktion der Emissionen von Treibhausgasen zu verhindern. In den letzten Wochen und Monaten wurde eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen veröffentlicht, die den rasant voranschreitenden Klimawandel in der Arktis thematisieren. So publizierten Forscher der Universität Cambridge und die Umweltstiftung World Wide Fund For Nature (WWF) Mitte Oktober eine umfassende Studie, die eine weitaus rascher voranschreitende Eisschmelze in der Arktis belegt als bislang angenommen. Ein Forscherteam hat im arktischen Winter auf einer rund 450 Kilometer langen Forschungsreise rund 6000 Datensätze bezüglich der Eisdecke in der Arktis gesammelt.
(weiterlesen…)

Atempause in der Dauerdürre

Montag, 17. Mai 2010

“Neues Deutschland”, 17.05.2010

Drei Jahre Trockenheit offenbarten übermäßigen Wasserbedarf Kaliforniens

Der April brachte dem dürregeplagten Kalifornien endlich die ersehnte Atempause. Überdurchschnittliche Niederschläge ließen den zuvor bedrohlich niedrigen Pegel vieler Wasserreservoirs rasch ansteigen. Dennoch weigerte sich Gouverneur Arnold Schwarzenegger, offiziell ein Ende der dreijährigen Dürre und der damit einhergehenden Sparmaßnahmen zu verkünden.
(weiterlesen…)

Kultur des Profits

Mittwoch, 31. März 2010

“Junge Welt”, 01.04.2010
Kapitalismus ist Weltvernichtung: Versuch, einen Bericht »Zur Lage der Welt 2010« vom Kopf auf die Füße zu stellen

Eine Unmenge statistisches Material zu Umwelt- und Sozialfragen ist in dem Bericht »Zur Lage der Welt 2010« enthalten, den das Worldwatch Institute (WWI) am 18. März in der deutschen Fassung vorgelegt hat. Die Nichtregierungsorganisation (NGO) mit Sitz in Washington publiziert solche Jahresberichte seit 1985. An der aktuellen deutschen Version haben die grünennahe Heinrich-Böll-Stiftung und die NGO Germanwatch mitgeschrieben. Unter dem Titel »Einfach besser leben – Nachhaltigkeit als neuer Lebensstil« geht es um ökologische Folgen des kapitalistischen Konsummodells.
(weiterlesen…)

Land für ein Butterbrot

Freitag, 12. März 2010

“Junge Welt”, 13.03.2010
»Kolonialismus des 21. Jahrhunderts«: Konzerne und Staaten kaufen und pachten die besten Böden in Entwicklungsländern, vor allen in Afrika

In vielen Ländern der sogenannten Dritten Welt findet derzeit die größte Landnahme seit dem Ende des Kolonialismus statt. Konzerne und Regierungsorganisationen aus Schwellen- und Industriestaaten kaufen vor allem in Afrika riesige Agrarflächen auf, um dort Lebensmittel oder Nutzpflanzen für ihre heimischen Märkte anzubauen. Der Sonderberichterstatter des UN-Menschenrechtsrats für das Recht auf Nahrung, der Belgier Olivier de Schutter, stellte Anfang März einen diesbezüglichen Bericht vor, der Landkäufe oder -pachtungen in Entwicklungsländern erfaßt. Demnach sind seit 2006 bis zu 20 Millionen Hektar Anbauflächet von ausländischen Investoren aufgekauft oder langfristig gepachtet worden. Diese Fläche entspricht in etwa einem Drittel der landwirtschaftlich genutzten Böden in der EU.
(weiterlesen…)

Halluzinierte Eiszeit

Mittwoch, 03. Februar 2010

“Junge Welt”, 04.02.2010

Das kalte Wetter hat wenig mit dem Klima zu tun, aber tatsächlich könnte es hierzulande wegen der Erderwärmung vorübergehend kühler werden

Kaum kehrt für ein paar Wochen in weiten Teilen der Nordhalbkugel der Winter ein, schon machen die Leugner des Klimawandels in den Massenmedien mobil. So konstruierte etwa die stramm rechte Wochenzeitung Focus Mitte Januar einen »Forscherstreit« um eine global drohende »Kaltzeit«, die durch die schwache Sonnenaktivität ausgelöst würde und die »Klimakatastrophe« ausfallen ließe. Auf mehreren Seiten der Titelstory konnten zwielichtige Gestalten aus dem Umfeld klimaskeptischer Zirkel wissenschaftlich längst widerlegte Thesen ausbreiten, bis gegen Ende des Artikels auch der Focus kleinlaut einräumen mußte, daß die Sonnenaktivität seit Jahresende erneut zugenommen habe. Eine ähnliche, wenn auch nicht ganz so reißerische Story hatte der Spiegel bereits am 11. November 2009 lanciert. Hier wurde über eine angebliche »Pause« bei der Erderwärmung berichtet, die ebenfalls Gegenstand leidenschaftlicher Diskussionen unter Klimatologen sei. Auch der Tagesspiegel berichtete am 28. Januar, daß die Erderwärmung »gebremst« sei.
(weiterlesen…)

Fataler Krisenkreislauf

Donnerstag, 14. Januar 2010

“Junge Welt”, 13.01.2010

Erneute spekulative Blase: Extrem verteuerte Rohstoffe könnten 2010 globale Konjunkturerholung abwürgen. Dann droht vor allem Nahrungsknappheit

Rohstoffe werden wieder teurer, und das im Rekordtempo. Öl kostet inzwischen mehr als 80 US-Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem es sich in Folge der Weltwirtschaftskrise Anfang 2009 innerhalb weniger Monate von fast 150 auf gut 30 Dollar verbilligt hatte. Einer Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge legten zwischen Februar und November 2009 die Preise für Rohstoffe um 40 Prozent zu. Der IWF spricht im Zusammenhang mit diesem Index von einem sehr ungewöhnlichen Anstieg, da in vergleichbaren Phasen früherer Krisen die Preiserholung im Schnitt nur bei fünf Prozent lag. Auch für das kommende Jahr werde der ungewöhnliche Trend anhalten so die globale Finanzorganisation, wenngleich sich das Tempo der Teuerungsauftriebs verlangsamen werde.
(weiterlesen…)

Kapitalistische Klimakrise

Dienstag, 12. Januar 2010

“Junge Welt”, 12.01.2009

Analyse. Eine andere Welt ist lebensnotwendig: Kapitalakkumulation und Eigentumsverhältnisse befördern die globale Erwärmung und stehen Gegenmaßnahmen diametral gegenüber

Es ist bereits zu spät, um katastrophale Auswirkungen des Klimawandels selbst durch eine massive Reduktion der Emissionen von Treibhausgasen zu verhindern. In den letzten Wochen und Monaten wurde eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen veröffentlicht, die den rasant voranschreitenden Klimawandel in der Arktis thematisieren. So publizierten Forscher der Universität Cambridge und die Umweltstiftung World Wide Fund For Nature (WWF) Mitte Oktober eine umfassende Studie, die eine weitaus rascher voranschreitende Eisschmelze in der Arktis belegt als bislang angenommen. Ein Forscherteam hat im arktischen Winter auf einer rund 450 Kilometer langen Forschungsreise rund 6000 Datensätze bezüglich der Eisdecke in der Arktis gesammelt.
(weiterlesen…)

Lobby gegen Klimaschutz

Dienstag, 05. Januar 2010

“Junge Welt”, 06.01.2010
Wieder fauler Kompromiß? Nach Gesundheitsreform droht auch Obamas zweites Prestigeprojekt als Farce zu enden

Nach der sogenannten Gesundheitsreform will die US-Regierung in diesem Jahr ein weiteres ehrgeiziges Projekt in Angriff nehmen – eine umfassende Klimagesetzgebung. Er sei sich im klaren darüber, daß deren Durchsetzung »ohne Zweifel sehr hart« werde, hatte US-Präsident Barack ­Obama Ende Dezember der Washington Post gesagt. Dennoch sei er »zuversichtlich«, dem »amerikanischen Volk das Argument nahezubringen«, daß die Technologien zur Gewinnung »sauberer Energie« entscheidend für künftiges Wirtschaftswachstum seien.
(weiterlesen…)

Die große Klimaverschwörung

Freitag, 11. Dezember 2009

“Telepolis”, 11.12.2009

Eine kleine, aber einflussreiche Lobby belügt uns seit Jahren über die Ursachen und Ausmaße des Klimawandels. Ein Plädoyer für eine Anklage

Sie bleiben im Schatten und lassen ihre gut bezahlten Puppen auf allen Kanälen und in allen Parlamenten tanzen. Eine Gruppe höchst mächtiger Institutionen und Individuen hat über ein ganzes Jahrzehnt hindurch die öffentliche Diskussion über den Klimawandel äußerst erfolgreich verzerrt und torpediert, wodurch wertvolle Zeit zum Handeln verloren ging. Insbesondere im angelsächsischen Raum gelang es den Klimaverschwörern, mittels angeheuerter Pseudoexperten und Denkfabriken, durch knallharte Lobbyarbeit in Washington und beste Kontakte zu manchen Medienkonzernen die Öffentlichkeit lange Jahre hinters Licht zu führen. Die Bandbreite der Aktionen dieser sehr exklusiven, sehr reichen Gruppe reicht von politischer Einflussnahme, über ausgeklügelte Desinformationskampagnen, bis hin zu ordinärer Bestechung.

Link: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31706/1.html

Asiens Wassertürme

Mittwoch, 19. August 2009

“Junge Welt”, 20.08.2009
Die vielleicht verheerendste Auswirkung der globalen Erwärmung auf die menschliche Zivilisation ist die Gletscherschmelze im Himalaja. Sie zwingt zu Kooperation

Im Jahr 1962 führten China und Indien einen erbitterten Grenzkrieg im Himalaja, der die Beziehungen beider Staaten auf Jahrzehnte vergiftete. Inzwischen nötigt der auch in diesem Hochgebirgssystem rasant voranschreitende Klimawandel die früheren Konkurrenten zur Kooperation. Der indische Umweltminister Jairam Ramesh erklärte in der Financial Times aus London vom 3. August, daß Indien und China die immer schnellere Gletscherschmelze künftig zusammen überwachen werden. Sie spielt eine zentrale Rolle für die Wasserversorgung beider Länder. Wissenschaftliche Institutionen beider Staaten werden den Zustand dieser »Wassertürme Asiens«, so Ramesh wörtlich, ermitteln. Die indische Regierung halte keine Informationen über die Wasserressourcen der Region zurück, beteuerte der Umweltminister.
(weiterlesen…)