Archiv für die Kategorie 'US-Immobilienmarkt'

Middle Class stürzt ab

Mittwoch, 23. Januar 2008

„Junge Welt“, 24.01.2007
Industriebrachen im Rostgürtel, Gangs statt Arbeitsplätze, Sanktionen gegen Bettler: Folgen der Immobilienkrise zerstören die Sozialstruktur in den USA

US-amerikanische Städte gehen in jüngster Zeit entschieden gegen Symptome der um sich greifenden Verelendung breiter Bevölkerungsschichten vor. Wie die Los Angeles Times (LAT) am Sonntag berichtete, häufen sich die drastischen Verordnungen gegen alle möglichen Arten von Straßenverkauf, die viele Stadtverwaltungen erlassen. Von »Boston bis Honolulu« hätten die Kommunen ihre Verordnungen gegen Betteln verschärft und deren »entschlossenen Durchsetzung« durch die Sicherheitskräfte forciert. Als besonders rabiat tat sich die Stadtverwaltung von Tacoma im Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA hervor. Deren neuesten Vorschriften drohen für das Betteln in bestimmten öffentlichen Bereichen Gefängnisstrafen von bis zu 90 Tagen an.
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Kein Ende in Sicht

Mittwoch, 12. Dezember 2007

„Junge Welt“, 13.12.2007
Preise auf dem US-Immobilienmarkt weiterhin im freien Fall. Rapider Anstieg von Zwangsvollstreckungen

Mittlerweile greift die US-amerikanische Wirtschaftspresse nach jedem Strohhalm, um endlich mal positive Nachrichten über den US-Immobilienmarkt publizieren zu können. Wie die Maklervereinigung National Association of Realtors vor kurzem meldete, stieg die Anzahl der weiterverkauften Wohnhäuser in den Vereinigten Staaten im zweiten Monat in Folge »unerwartet stark« an. Innerhalb der Monate September und Oktobers seien die Verkäufe gebrauchter Häuser um zwei Prozent gegenüber dem August gestiegen, nachdem diese im Sommer den »größten Einbruch seit der Einführung dieser Statistik im Jahr 2001« erlebten. Man »kratze jetzt am Boden«, so der Ökonom Richard DeKaser gegenüber dem Nachrichtenagentur Bloomberg.
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Wie schlimm wird es werden?

Dienstag, 20. November 2007

Telepolis, 20.11.2007

In der US-amerikanischen Öffentlichkeit werden längst Umfang und Dauer der kommenden Rezession diskutiert

Eigentlich sei die Rezession in den USA schon da, so die Einschätzung des Wirtschaftsreporters Leonhard Zehr in einem kürzlich publizierten Artikel. Der berühmte amerikanische Verbraucher, der mit seinem privaten Konsum einen Großteil der Nachfrage der US-Wirtschaft generiert, habe dies noch vor der Wall Street gemerkt, erklärte der seit den 70ern das Wirtschaftsgeschehen kommentierende Zehr. Die Ergebnisse einer jüngst veröffentlichten Studie der Universität von Michigan zum Konsumentenvertrauen zitierend, musste dieser Veteran des Wirtschaftsjournalismus sein Gedächtnis doch arg strapazieren, um sich an ähnlich miese Werte erinnern zu können. So seien die Kaufabsichten für „größere Haushaltsgeräte“ der amerikanischen Verbraucher im Jahresvergleich dramatisch zurückgegangen. Es gebe in der dreißigjährigen Geschichte dieser Statistik nur zwei Perioden, die einen ähnlichen Einbruch im Konsumverhalten aufweisen. Das sei im Oktober 2001 und im Oktober 1990 der Fall gewesen, als die amerikanische Ökonomie in eine Rezession schlitterte.

Link: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26654/1.html

Bröckelnde Neubauten

Donnerstag, 15. März 2007

„Junge Welt“, 15.03.2007
In den USA platzt die Spekulationsblase auf dem Immobilienmarkt. Der Crash bedroht Banken, Börsen und die auf Pump begründete KonjunkturDie Wall Street erlebt derzeit den zweiten Krisenschub in diesem Jahr. Am Dienstag brachen die Aktienkurse erneut auf breiter Front ein – am Mittwoch folgten die Börsen weltweit. Ursache: Die Spekulationsblase auf dem US-Immobilienmarkt läßt nicht nur heftig Luft ab, sondern droht sogar mit lautem Knall zu platzen. Auch unter den Schwergewichten des US-Finanzkapitals gibt es erste Opfer. Mit New Century Financial wurde am Dienstag vergangener Woche der zweitgrößte Hypothekenanbieter im sogenannten Subprime-Bereich vom Handel an der New Yorker Börse ausgeschlossen. Seit Jahresbeginn war dessen Kurs um 95 Prozent eingebrochen.
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Vor dem Tsunami

Montag, 05. März 2007

Publiziert auf „Telepolis“, 05.03.2007
Die geplatzte Spekulationsblase auf dem US-Immobilienmarkt belastet die amerikanische Konjunktur und war eine der Ursachen für die jüngsten Turbulenzen auf den Weltfinanzmärkten
Seit dem „Schwarzen Dienstag“, dem 27. Februar, sind die wichtigsten internationalen Aktienindizes auf Tauchfahrt gegangen, eine Kurserholung findet – wenn überhaupt – nur schleichend statt. Die massiven Kursverluste auf den Weltfinanzmärkten wurden in der hiesigen Presse oftmals als eine bloße „Kurskorrektur“ hingestellt, der keine fundamentalen ökonomischen Fehlentwicklungen zugrunde liegen. Zumindest im Fall der USA ist dies nicht der Fall, die wichtigste Ökonomie der Welt wird durch das Platzen der seit Jahren angewachsenen Spekulationsblase auf dem US-Immobilienmarkt zusehends gebremst, eine Rezession scheint inzwischen durchaus wahrscheinlich.

Link: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24762/1.html

Platzt die Blase?

Donnerstag, 30. November 2006

„Junge Welt“ vom 10.10.06

US-Immobilienmarkt auf Talfahrt. Ökonomen befürchten Kettenreaktion

Auf dem US-Immobilienmarkt kriselt es. Als eine »substantielle Korrektur«, die das Wirtschaftswachstum um einen Prozentpunkt hemmen werde, bezeichnete US-Notenbankchef Ben Bernanke am vergangenen Mittwoch in ­Washington jenen Prozeß, der Ökonomen, Börsianer, Aktienbesitzer und Hausbesitzer zittern läßt. Die Auswirkungen fallender Immobilienpreise und Verkäufe können die US-Konjunktur bis 2007 belasten, befürchtet Bernanke. Mit dieser Einschätzung gehört der Zentralbanker inzwischen zu den Optimisten. Bekannte Ökonomen, wie Mark Zandi, Nouriel Roubini und Nobelpreisträger Joseph Stigliz, zeichnen ein düsteres Bild. Demnach werden die Preise von US-Immobilien im »zweistelligen Prozentbereich« einbrechen und höchstwahrscheinlich 2007 eine Rezession auslösen.

Nach Zahlen der Nationalen Vereinigung der Makler (NAR) ist im September zum ersten Mal seit elf Jahren der durchschnittliche Verkaufspreis für Häuser im Jahresvergleich gefallen. Mußte man 2005 im Schnitt 230000 US-Dollar für den Hauserwerb aufbringen, so waren es 2006 noch 225000 US-Dollar. Zudem gibt es laut NAR in den USA an die vier Millionen unverkaufter Häuser – der höchste Wert seit April 1993. Mehrere Monate in Folge sind auch die Verkaufszahlen von Immobilien rückläufig. Im Juli ging der Umsatz bei bebauten und unbebauten Grundstücken um 4,1 Prozent, im August um 0,5 Prozent zurück. Es würde sieben Monate dauern, um bei dem gegenwärtigen Verkaufstempo alle zum Verkauf stehenden Häuser auch zu veräußern – falls keine neuen gebaut würden.
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Keine „Weiche Landung“

Donnerstag, 30. November 2006

„Junge Welt“, 09.08.2006

US-Immobilienmarkt zeigt ernste Anzeichen einer spekulativen Überhitzung
Die Chefökonomin der kalifornischen Maklervereinigung, Leslie Appleton-Young, zeigte sich bemüht, ihr wissenschaftliches Renommee zu retten: Sie wolle in bezug auf die weitere Entwicklung des US-Immobilienmarktes nicht mehr von einer »weichen Landung« sprechen, erklärte Young gegenüber der San Diego Union-Tribune Ende Juli.
Eine »weiche Landung«, also moderate Preiskorrekturen am überhitzten US-Immobilienmarkt, wird es auch kaum geben können, denn die stürmischen Steigerungen haben längst irrationale Züge angenommen, die an die Endphase des »DotCom-Booms« mit Hightech- und Internetaktien an den Weltbörsen 1999/2000 erinnern.
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